Bachelorarbeit, 2011
46 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Das moderne Weltsystem – eine kapitalistische world-economy
II.1 Der Staat im modernen Weltsystem
II.2 Wettbewerb zwischen den Staaten: Das Zentrum-Peripherie-Kontinuum
II.3 Semi-Peripherie
II.3.a Charakteristika
II.3.b Stellung im System
II.4 Dynamik im modernen Weltsystem
III. Rohstoffe als Machtfaktor
III.1 Rohstoffkontrolle = Macht?
III.2 Rohstoffpolitische Optionen „mächtiger“ Staaten
III.3 Bedeutung für Staaten der Semi-Peripherie
IV. Fallbeispiel: China und die Seltenen Erden
IV.1 Seltene Erden
IV.1.a Wirtschaftliche Bedeutung in einer leading-industry
IV.1.b Vorkommen, Abbau und Nachfrageentwicklung
IV.2 Chinesische Ressourcenpolitik
IV.2.a Exportmonopolist China
IV.2.b Chinesisches Engagement im australischen Bergbau
V. Fazit und Implikationen
Die Arbeit analysiert, wie ein semi-peripherer Staat durch strategische Rohstoffpolitik seine Position im modernen Weltsystem verbessern und an politischer Macht gegenüber Zentrumstaaten gewinnen kann. Zentral ist dabei die Hypothese, dass Rohstoffreichtum erst durch die gezielte Nutzung essenzieller Ressourcen für Schlüsselindustrien und die Bereitschaft zu staatlichen Marktinterventionen in politischen Einfluss umgewandelt wird.
IV.2.a Exportmonopolist China
Durch Niedriglöhne und ökologisch rücksichtslosen Abbau, konnten chinesische Förderbetriebe Seltene Erden während der 1990er Jahre ausländische Anbieter durch Preisunterbietung vom Markt verdrängen. Sie zogen Nutzen aus der hohen Rohstoffkonzentration, welche zudem von einer starken Unternehmenskonzentration begleitet wird.
„Mit einem Produktionsanteil von rund 80 Prozent sind zwei chinesische Staatsfirmen marktbeherrschend, die Baotou Steel Rare-Earth High Tech Co. und die Ganzhou Rare Earth Co.“
Chinesische Konzerne sind zudem führend in der Verhüttung der gewonnen Erze und nachgelagerten Veredelungsprozessen. Sie profitieren in hohem Maß von den großen und nachfragestarken heimischen Absatzmärkten. Aufgrund kostengünstiger Produktionsmöglichkeiten und international steigender Nachfrage, weitete sich die Exportmenge bis 2006 konsequent aus (Vgl.: Abb. 4).
I. Einleitung: Einführung in die Thematik des staatlichen Aufstiegs im Weltsystem und Darlegung der zentralen Forschungsfrage sowie der methodischen Herangehensweise.
II. Das moderne Weltsystem – eine kapitalistische world-economy: Theoretische Fundierung durch Immanuel Wallersteins Weltsystemtheorie unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Staat, Zentrum, Peripherie und Semi-Peripherie.
III. Rohstoffe als Machtfaktor: Analyse der Bedingungen, unter denen Rohstoffkontrolle zu einem politischen Machtfaktor wird und Vorstellung verschiedener rohstoffpolitischer Instrumente.
IV. Fallbeispiel: China und die Seltenen Erden: Empirische Anwendung der Theorie auf die chinesische Ressourcenpolitik und deren Auswirkungen auf den globalen Markt für Seltenerdmetalle.
V. Fazit und Implikationen: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Überprüfung der Anwendbarkeit der Weltsystemtheorie auf aktuelle rohstoffpolitische Konfliktlagen.
Weltsystemtheorie, Semi-Peripherie, Rohstoffpolitik, Seltene Erden, Machtgewinn, leading-industries, Marktinterventionen, Kapitalakkumulation, Exportmonopol, internationale Arbeitsteilung, ökonomische Knappheit, China, Ressourcenreichtum, Verhandlungsmacht, Wertschöpfungskette.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Rohstoffpolitik und dem staatlichen Machtgewinn, speziell im Kontext von Staaten der sogenannten Semi-Peripherie innerhalb des kapitalistischen Weltsystems.
Die zentralen Felder sind die Weltsystemtheorie, die politische Ökonomie natürlicher Ressourcen, industrielle Strategien zur Wertschöpfungsoptimierung und geopolitische Machtdynamiken.
Das Ziel ist zu klären, wie ein semi-peripherer Staat durch eine geschickte Steuerung seiner Rohstoffexporte und die Anziehung strategisch wichtiger Industrien seine Position gegenüber dem Zentrum verbessern kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Inhaltsanalyse sowie die theoretische Aufarbeitung von Primär- und Sekundärliteratur zur Weltsystemtheorie und aktuellen Rohstoffmarktstudien.
Nach der theoretischen Einführung folgt eine Analyse von Rohstoffen als Machtfaktor. Der Fokus liegt anschließend auf dem Fallbeispiel China, dessen Politik bei Seltenen Erden detailliert untersucht wird.
Besonders prägend sind Begriffe wie Semi-Peripherie, Weltsystemtheorie, Seltene Erden, Machtressourcen und staatliche Intervention.
Obwohl China ein wichtiger globaler Akteur ist, weist es laut Wallersteins Kriterien Merkmale auf, die zwischen Zentrum und Peripherie vermitteln, etwa durch eine Kombination aus High-Tech-Industrie und arbeitsintensiven Sektoren bei gleichzeitiger Abhängigkeit von ausländischen Investitionen.
Aufgrund ihrer Unersetzbarkeit in Zukunftstechnologien und der starken Konzentration der Förderung in China nutzt das Land seine marktbeherrschende Stellung als politisches Druckmittel, um westliche Industriestaaten zu Zugeständnissen zu bewegen.
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