Bachelorarbeit, 2009
34 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Linguistische Wende
2.1 Literatur als Transportmedium
2.2 Literaturtheorie nach Jonathan Culler
2.3 Strukturalismus
2.4 Poststrukturalismus
2.5 Zwischenresümee
3. Die Differenz zwischen différence und différance
3.1 Der Vorwurf der Unverständlichkeit
3.2 Die Erniedrigung der Schrift
3.3 Dezentralisierung der Struktur
3.4 Die Verzeitlichung des Verstehens
3.5 Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben
3.6 Der doppelte Eingriff in den Text
4. Fazit: Dekonstruktion und Alltag
Die Arbeit untersucht das dekonstruktivistische Argument für eine radikale linguistische Wende bei Jacques Derrida. Dabei wird analysiert, wie Derrida durch die Dekonstruktion metaphysischer Hierarchien und die Einführung des Konzepts der différance das Verständnis von Sprache, Struktur und Bedeutung transformiert und die traditionelle Vorstellung von Präsenz als Ursprung von Sinn herausfordert.
3.6 Der doppelte Eingriff in den Text
Um das radikale Argument Jacques Derridas für eine linguistische Wende nachzuzeichnen, war es notwendig, die Dekonstruktion als Strategie einzuführen, wie mit Problemen der Philosophie, und wie mit der Philosophie selbst, umgegangen werden kann. Die Konjunktion ´und` kennzeichnet einen doppelten Anspruch Derridas. Zu dekonstruieren heißt einerseits, innerhalb der Philosophie stringent zu argumentieren, andererseits, von einem ungefähren Außerhalb her, die grundlegenden philosophischen Kategorien des Beherrschens zu (z)ersetzen. Metaphysische Oppositionen besitzen immer eine hierarchisierende Struktur. Die Dekonstruktion einer solchen Opposition besteht zunächst darin, „im gegebenen Augenblick die Hierarchie umzustürzen.“ Derrida betont eindringlich, dass dieser erste Schritt von größter Bedeutung ist: „Wer zu rasch, und ohne den vorangegangenen Gegensatz im Auge zu behalten, zu einer Neutralisierung übergeht, die das frühere Feld praktisch in Takt läßt, nimmt sich jede Möglichkeit, dort tatsächlich einzugreifen.“ Deshalb muss ein zweiter Schritt in dem Bestreben gegangen werden, die Normativität der Begriff aufzubrechen. Dies geschieht über die Verwendung der Begriffe. Die Begrifflichkeit einer Opposition wird gegen diese Opposition gerichtet, und zwar, indem die Begriffe auf konsequente Weise gedacht werden. Das Ziel kann nicht ihre Verbannung sein, sondern ihre Veränderung, Verschiebung sowie die Konfrontation mit ihren Voraussetzungen, sodass sie sich in neue Zusammenhänge einschreiben „und nach und nach das Arbeitsgebiet umgestalten, um auf diese Weise neue Konfigurationen zu erzeugen.“
1. Einleitung: Einführung in den Begriff des "linguistic turn" und Darstellung der Arbeitsthese, dass Sprache als unhintergehbare Bedingung des Denkens das Verständnis von Literatur grundlegend verändert.
2. Linguistische Wende: Historische und theoretische Einordnung des "linguistic turn" sowie kritische Betrachtung des Strukturalismus und Poststrukturalismus, ergänzt durch die Literaturtheorie nach Jonathan Culler.
3. Die Differenz zwischen différence und différance: Zentrale Auseinandersetzung mit den Begriffen von Derrida, inklusive der Kritik an der Erniedrigung der Schrift und der Dezentralisierung strukturalistischer Modelle durch das Konzept der différance.
4. Fazit: Dekonstruktion und Alltag: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der Dekonstruktion und Ausblick auf die Bedeutung dieses radikalen Sprachverständnisses für die alltägliche Orientierung in einer Welt ohne absolute Sicherheiten.
Linguistische Wende, linguistic turn, Dekonstruktion, Jacques Derrida, Strukturalismus, Poststrukturalismus, différance, différence, Metaphysik der Präsenz, Schrift, Logozentrismus, Sprachphilosophie, Zeichensystem, Literaturtheorie, Bedeutungskonstitution.
Die Arbeit untersucht das Argument von Jacques Derrida für eine radikale linguistische Wende und analysiert, wie seine dekonstruktive Methode traditionelle philosophische Begriffe und Sprachauffassungen hinterfragt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Sprachphilosophie, der Abgrenzung von Struktur- zu Poststrukturalismus und der detaillierten Untersuchung des Derrida'schen Begriffs der différance.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Derridas Dekonstruktion die Trennung von Präsenz und Zeichengeschehen aufhebt und welche Implikationen dies für den Umgang mit Literatur und Sprache hat.
Die Autorin/der Autor nutzt die Methode der Dekonstruktion, um metaphysische Hierarchien zu enthierarchisieren und Begriffe innerhalb neuer Konfigurationen zu untersuchen.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (linguistische Wende) gelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Differenz zwischen Saussures différence und Derridas différance sowie einer Darstellung der doppelten dekonstruktiven Strategie.
Die zentralen Begriffe sind unter anderem linguistic turn, Dekonstruktion, différance, Metaphysik der Präsenz und Strukturalismus.
Der Begriff bezieht sich auf die philosophische Tradition, die die Rede als präsent und unmittelbar wertet, während die Schrift oft nur als künstlicher, sekundärer Ersatz für die ursprüngliche Präsenz betrachtet wird.
Différance verweist darauf, dass Bedeutung nie vollständig präsent oder fixiert ist, sondern durch einen permanenten Prozess des Aufschubs und der Differenzierung innerhalb eines unendlichen Zeichensystems entsteht.
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