Diplomarbeit, 2003
74 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs Einkaufskooperation
2.2 Erscheinungsformen und Bedeutung von Einkaufskooperationen
2.3 Wettbewerbstheoretischer Hintergrund
3. Die ökonomische Wirkung von Einkaufskooperationen
3.1 Auswirkungen auf den Austauschprozess
3.1.1 Auswirkungen in Käufermärkten
3.1.1.1 Wirkung von Verhandlungs- und Bestellgemeinschaften
3.1.1.2 Wirkung von Marktinformationsgemeinschaften
3.1.2 Auswirkungen in Verkäufermärkten
3.1.3 Auswirkung auf die Wettbewerbsfunktionen im Austauschprozess
3.1.4 Fazit der Wirkung auf den Austauschprozess
3.2 Auswirkungen auf den Wettbewerbsprozess
3.2.1 Auswirkungen auf den Nachfragewettbewerb
3.2.2 Auswirkungen auf den Angebotswettbewerb
3.2.3 Auswirkungen auf die Wettbewerbsfunktionen im Wettbewerbsprozess
3.2.4 Fazit der Auswirkung auf den Wettbewerbsprozess
3.3 Auswirkungen auf den Verbraucher
3.4 Fazit der ökonomischen Wirkung von Einkaufskooperationen
4. Einkaufskooperationen und Kartellrecht
4.1 Einkaufskooperationen im deutschen Kartellrecht
4.1.1 Die Anwendung des § 1 als Tatbestandsmerkmal
4.1.2 Vereinbarungen und Beschlüsse zum gemeinsamen Einkauf von Waren als Tatbestandsmerkmal
4.1.3 Gewerbliche Leistungen als Tatbestandsmerkmal
4.1.4 Der Bezugszwang als Tatbestandsmerkmal
4.1.5 Die Wettbewerbsbeschränkung als Tatbestandsmerkmal
4.1.6 Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit als Tatbestandsmerkmal
4.1.7 Kleine und mittelständische Unternehmen als Tatbestandsmerkmal
4.1.8 Freistellung und Kontrolle durch andere Normen
4.2 Einkaufskooperationen im Europäischen Kartellrecht
4.2.1 Die Anwendung von Art. 81
4.2.2 Die Anwendung von Leitlinien
4.3 Aktuelle Gesetzesvorhaben
4.4 Abschließende Bemerkungen
5. Die ökonomische Würdigung der kartellrechtlichen Normen
5.1 Die Grundsatzdiskussion über die Freistellung von Einkaufskooperationen
5.2 Die Beurteilung des Regelwerks auf den Austauschprozess
5.3 Die Beurteilung des Regelwerks auf den Wettbewerbsprozess
5.4 Die Beurteilung des Regelwerks auf den Konsumenten
6. Fazit
Die Arbeit untersucht aus ökonomischer Sicht die gesetzgeberischen Bemühungen zur Regulierung von Einkaufskooperationen im deutschen Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB). Ziel ist es zu beantworten, ob es dem Gesetzgeber gelungen ist, die positiven ökonomischen Wirkungen dieser Kooperationen zu fördern und gleichzeitig negative wettbewerbliche Effekte zu unterbinden.
3.1.1.1 Wirkung von Verhandlungs- und Bestellgemeinschaften
Ein Ziel einer Einkaufskooperation ist die Reduzierung der Gütereinstandspreise durch die Konzentration der nachgefragten Menge auf einen Anbieter. Dieser ist in der Lage durch die gestiegene Ausbringungsmenge, Skaleneffekte zu realisieren und die nachgefragten Güter zu einem günstigeren Preis anzubieten. Sinkende Stückkosten sind der Grund für die der Einkaufskooperation angebotenen niedrigeren Stückpreise.
Dieses Verhalten stellt noch keine Behinderung der Funktionen des Wettbewerbs durch Einkaufskooperationen dar. Insbesondere beeinträchtigen sie die Einkommensverteilung nach Marktleistung nicht. Zwar erhöhen die an der Einkaufskooperation beteiligten Unternehmen ihren Gewinn aufgrund gesunkener Kosten. Dies geschieht aber nicht zu Lasten einer Gewinnreduzierung auf der Anbieterseite, da sich auch gleichzeitig deren Kosten reduzieren.
Dennoch kann in der Realität festgestellt werden, dass Einkaufskooperationen häufig Konditionen verlangen, bei denen gesunkene Kosten allein nicht die niedrigeren Preise rechtfertigen. Grund dafür kann die durch die Einkaufskooperation erlangte Markt- oder Partnermacht sein.
1. Einführung: Umreißt die Ambivalenz der ökonomischen Wirkungen von Einkaufskooperationen und stellt die Forschungsfrage bezüglich ihrer kartellrechtlichen Bewertung unter ökonomischen Gesichtspunkten.
2. Theoretischer Rahmen: Definiert den Begriff der Einkaufskooperation, typisiert diese nach verschiedenen Merkmalen und legt den wettbewerbstheoretischen Analyseansatz fest.
3. Die ökonomische Wirkung von Einkaufskooperationen: Analysiert die direkten Auswirkungen auf Austausch- und Wettbewerbsprozesse sowie auf Konsumenten, wobei insbesondere die Entstehung von Markt- und Partnermacht untersucht wird.
4. Einkaufskooperationen und Kartellrecht: Erläutert die Einbettung der Einkaufskooperationen in das deutsche und europäische Kartellrecht und analysiert die Tatbestandsmerkmale des § 4(2) GWB.
5. Die ökonomische Würdigung der kartellrechtlichen Normen: Bewertet die Wirksamkeit des rechtlichen Regelwerks hinsichtlich der Förderung positiver und der Begrenzung negativer Wirkungen von Einkaufskooperationen.
6. Fazit: Fasst zusammen, dass das Regelwerk die positiven Aspekte fördert, jedoch Schwierigkeiten bei der Erfassung und Verhinderung indirekter negativer Wirkungen auf Zulieferer und Konsumenten bestehen.
Einkaufskooperation, Wettbewerb, Kartellrecht, Nachfragemacht, GWB, Partnermacht, Austauschprozess, Wettbewerbsprozess, Konzentration, Marktzutritt, Handelskooperation, Mittelstandsschutz, Preiskonditionen, Innovationshemmung, Wettbewerbsfunktionen.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Wirkungen von Einkaufskooperationen und deren Behandlung im deutschen sowie europäischen Kartellrecht.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Auswirkungen auf Austausch- und Wettbewerbsprozesse, die Entstehung von Nachfragemacht sowie den rechtlichen Schutz von kleinen und mittleren Unternehmen.
Es wird überprüft, ob es dem Gesetzgeber durch das bestehende Regelwerk gelungen ist, die ökonomisch positiven Aspekte von Einkaufskooperationen zu fördern und gleichzeitig deren negative wettbewerbliche Auswirkungen zu minimieren.
Die Arbeit nutzt einen wettbewerbstheoretischen Analyseansatz, insbesondere unter Anwendung der Theorie des dynamischen Wettbewerbs und der Auswertung bestehender kartellrechtlicher Normen.
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Wirkungsanalyse (Kapitel 3), die kartellrechtliche Einordnung (Kapitel 4) und die ökonomische Würdigung der Normen (Kapitel 5).
Zentrale Begriffe sind Einkaufskooperation, Nachfragemacht, GWB, Wettbewerb, Kartellrecht und Mittelstandsschutz.
In Käufermärkten führt die Kooperation primär zu einer besseren Verhandlungsposition. In Verkäufermärkten ist die Macht der Anbieter größer, weshalb der Aufbau einer „Gegenmacht“ durch Einkaufskooperationen dort schwieriger und für den Erhalt von Unternehmen wichtiger ist.
Der Autor kritisiert die häufige Einstufung als „ungefährlich“; Marktinformationsgemeinschaften können ebenso wie andere Formen der Kooperation durch indirekte Auswirkungen den Wettbewerb negativ beeinflussen.
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