Bachelorarbeit, 2023
50 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Smart Cities im Kampf gegen den Klimawandel
2.1 Smart Cities – Definitionen
2.2 Smart Cities – Analysekriterien
2.3 Smart Cities – Abgrenzung zu anderen urbanen Modellen
3. Das Green Growth Modell
3.1 Green Growth – Ein Überblick
3.2 Green Growth – Analysekriterien
4. Multilevel Governance von Smart Cities
4.1 Grundannahmen des Multilevel Governance Ansatzes
4.2 Typ 1 - Vertikale Multilevel Governance
4.3 Typ 2 - Horizontale Multilevel Governance
4.4 Multilevel Governance als Analyserahmen
5. Ein qualitativer Vergleich von Smart City Initiativen
5.1 Barcelona
5.1.1 Überblick der Smart City Barcelona
5.1.2 Initiativen der Smart City Barcelona
5.2 Vancouver
5.2.1 Überblick der Smart City Vancouver
5.2.2 Initiativen der Smart City Vancouver
5.3 Ein Vergleich der Smart City Initiativen
6. Fazit
Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin zu untersuchen, inwieweit das Konzept der Smart City in Verknüpfung mit dem theoretischen Modell des Grünen Wachstums (Green Growth) einen wirksamen Beitrag zur Minderung des globalen Klimawandels leisten kann. Im Mittelpunkt steht die Forschungsfrage: „Das Smart City Konzept kann in Kombination mit dem Green Growth Modell zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen.“ Anhand eines theoriegeleiteten Kriterienkatalogs und der Governance-Perspektive wird analysiert, ob technologische Innovationen in Metropolen ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Prosperität tatsächlich erfolgreich miteinander verbinden.
3.1 Green Growth – Ein Überblick
Die Idee des Green Growth beruht auf der Ablehnung der grundlegenden Annahmen der derzeitigen Modelle des Wirtschaftswachstums. Hierfür werden im folgenden Abschnitt Erkenntnisse von Jänicke (2012) zusammengefasst.
Im Wesentlichen werden alle gängigen Modelle des Wirtschaftswachstums wegen ihrer nicht nachhaltigen Natur kritisiert. Nicht nur, fehlen der Erde die notwendigen Ressourcen, um den ökologischen und ökonomischen Status Quo aufrechtzuerhalten, es ist auch erwiesen, dass anhaltend hohe Wachstumsraten auf lange Sicht unerreichbar sind. Neoliberales Wachstum durch Deregulierung und Privatisierung hat sich ebenfalls als ineffektiv erwiesen, vor allem im Bereich der Klimapolitik. Die immer noch vorherrschende Vorstellung, soziale, finanzielle oder ökologische Probleme durch mehr Wachstum zu lösen, widerspricht sich durch die erwähnten Grenzen des Wachstums und verfügbaren Ressourcen. Grünes Wachstum schlägt einen anderen Ansatz vor, welcher sich auf eine nachhaltigere, langfristige Entwicklung konzentriert. Ursprünglich wurde Green Growth als Wachstum des Umweltsektors betrachtet. Das Wachstum des Umweltsektors konzentrierte sich vor allem auf technologische Lösungen für Umweltprobleme wie Abwassermanagement oder Filtersysteme für Autoabgase und wurde später auf erneuerbare Energien und schließlich auf energie- und ressourcensparende Praktiken ausgeweitet.
Bereits hier zeigen sich Möglichkeiten, Smart Cities mit Hilfe eines Green-Growth-Modells zu analysieren, da sich die Idee der Smart Cities auf die möglichst effiziente Nutzung moderner Technologien fokussiert. Wird Green Growth auf den Energiesektor ausgeweitet, konzentriert sich das Konzept auf den Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix (Jänicke, 2012). Auch hier gibt es klare Bezüge zur Idee einer Smart-City-Strategie, da die Implementation mehr moderner Technologien in der gesamten Stadt offensichtlich mehr Energie erfordert. Wird diese Energie nicht aus regenerativen Quellen gewonnen wandelt sich die Smart City von einem nachhaltigen Projekt zu einer klimaschädlichen Initiative, die vielleicht kurzfristig die Lebensqualität der Bürger*innen verbessern mag, aber ein vielfaches an Emissionen ausstößt. So würde die Smart City auch gegen das Ziel der nachhaltigen Entwicklung verstoßen. Green Growth im Energiesektor spielt also ebenfalls eine Schlüsselrolle. Zudem soll Green Growth auch den Verbrauch natürlicher Ressourcen reduzieren und alternative Wege des Konsums und der Produktion finden, welche weniger klimaschädlich oder sogar klimaneutral sind (OECD, 2013).
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Dringlichkeit der globalen Klimakrise ein, verdeutlicht die wachsende Bedeutung von Städten als zentrale Akteure und formuliert die leitende Forschungsfrage zur Verknüpfung von Smart Cities und Green Growth.
2. Smart Cities im Kampf gegen den Klimawandel: Es werden gängige Definitionen und Kriterien von Smart Cities dargelegt und das Konzept von verwandten Ansätzen wie Sustainable Cities und Eco Cities abgegrenzt.
3. Das Green Growth Modell: Das Kapitel erläutert die Grundzüge des Konzepts des grünen Wachstums, definiert Analysekriterien wie Ressourceneffizienz, Effizienzgewinne und Innovationsförderung und beleuchtet das Risiko von Rebound-Effekten.
4. Multilevel Governance von Smart Cities: Vorgestellt werden die Grundannahmen der Mehrebenenverflechtung sowie die Unterscheidung zwischen vertikaler (Typ 1) und horizontaler Governance (Typ 2) als analytischer Erklärungsrahmen für städtische Initiativen.
5. Ein qualitativer Vergleich von Smart City Initiativen: Anhand von Fallstudien zu Barcelona (u. a. 22@ Viertel, Districlima, Superblocks) und Vancouver (u. a. autonomer Verkehr, NEU Fernwärme) werden konkrete Projekte verglichen, Governance-Dynamiken nachgezeichnet und Emissions- sowie Wirtschaftsdaten gegenübergestellt.
6. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert Herausforderungen wie Datenverfügbarkeit, mangelnde Kausalitätsnachweise und Bürgerakzeptanz und gibt Handlungsempfehlungen sowie einen Ausblick auf künftige Forschungsfelder.
Smart City, Green Growth, Klimawandel, Multilevel Governance, Ressourceneffizienz, Dekarbonisierung, Barcelona, Vancouver, Nachhaltigkeit, Urban Governance, Superblocks, Treibhausgasemissionen, Rebound-Effekt, Innovation
Die Arbeit befasst sich mit dem Potenzial von Smart Cities, mithilfe technologiebasierter Innovationen und nachhaltiger Wachstumsansätze aktiv zur Bewältigung der weltweiten Klimakrise beizutragen.
Zentrale Themenfelder sind urbane Klimapolitik, Konzepte des grünen Wirtschaftswachstums (Green Growth), institutionelle Steuerung auf multiplen Ebenen (Multilevel Governance) sowie vergleichende Stadtentwicklungsanalysen.
Hauptziel ist die Überprüfung der These, inwieweit moderne Smart-City-Konzepte in Verbindung mit dem Green-Growth-Modell eine wirksame Senkung städtischer Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Sicherung der Lebensqualität ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literatur- und Dokumentenanalyse, kombiniert mit einer qualitativen Vergleichsfallstudie zwischen ausgewählten Initiativen der Städte Barcelona und Vancouver über einen Zehnjahreszeitraum.
Im Hauptteil werden theoretische Kriterien für Smart Cities und Green Growth aufgestellt, die Funktionsweise von Mehrebenen-Governance erläutert und sechs konkrete städtische Teilprojekte aus Barcelona und Vancouver detailreich bezüglich ihrer Umsetzung und Zielerreichung verglichen.
Prägende Kernbegriffe sind Smart City, Green Growth, Klimaschutz, Multilevel Governance, Ressourceneffizienz, urbane Transformation und öffentlich-private Partnerschaften.
Während Barcelona einen ganzheitlichen, stark wirtschafts- und innovationsgetriebenen Ansatz verfolgt, fokussierte sich die offizielle Smart-City-Bewerbung Vancouvers vorrangig auf intelligente Mobilität und Sicherheit, während umfassendere Klimaziele in getrennten Plänen wie dem Greenest City Action Plan verankert sind.
Sowohl vertikale Unterstützung (Finanzmittel und rechtliche Rahmenbedingungen von Bund oder Region) als auch horizontale Kooperationen (öffentlich-private Partnerschaften) sind essenziell; mangelnde Abstimmung zwischen den Ebenen oder unzureichende Einbindung der Bürgerschaft führten in den Fallbeispielen hingegen zu Projektverzögerungen oder -abbrüchen.
Smart Cities können wesentliche Beiträge leisten, reichen allein jedoch nicht aus; zudem lässt sich die gemessene Reduktion städtischer Emissionen selten rein kausal auf die Digitalisierungs- und Smart-City-Projekte zurückführen, da zahlreiche parallele Klimamaßnahmen und externe Faktoren hineinspielen.
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