Diplomarbeit, 2004
92 Seiten
1 Einführung
2 Grundlagen der Mensch-Maschine-Systeme
2.1 Beschreibendes Modell für Mensch-Maschine-Systeme
2.1.1 Teilsystem Mensch
2.1.2 Teilsystem Maschine
2.1.3 Die Mensch-Maschine-Schnittstelle
2.2 Aufgaben und Beschäftigungen des Fahrers von Kraftfahrzeugen
2.3 Menschliche Informationsverarbeitung
2.3.1 Informationsaufnahme
2.3.2 Multimodalität in der Mensch-Maschine-Interaktion
2.3.3 Inhaltliche Informationsverarbeitung
2.3.4 Kognition und Komplexität
2.4 Benutzbarkeit
2.4.1 Intuitivität
2.4.2 Psychische Belastung und Beanspruchung
3 Aktuelle Schnittstellenkomponenten
3.1 Analoge und digitale Informationsübertragung
3.1.1 Analoge und digitale Ausgabe
3.1.2 Analoge und digitale Eingabe
3.2 Möglichkeiten der Informationsausgabe durch das System
3.2.1 Grafische Displays
3.2.2 Ton- und Sprachausgabe
3.2.3 Haptische Ausgabeelemente
3.3 Bewertung von Eingabeelementen
3.3.1 Kriterien der Intuitivität
3.3.2 Kriterien zu den sekundären Anwendungsbedingungen von Eingabeelementen
3.4 Eingabeelemente der Menünavigation
3.4.1 Computermouse und Trackball
3.4.2 Cursortastenfeld
3.4.3 Dreh-Drück-Steller
3.4.4 Handrad bzw. Tastenrad
3.4.5 Steuerknüppel bzw. Joystick
3.4.6 Bildschirmbezugtasten
3.4.7 Touchscreen
3.4.8 Sprachinterface
3.4.9 Gestikinterface
3.5 Eingabe von Text und Ziffern
4 Aktuelle Interaktionsstrukturen von Benutzerinterfaces
4.1 Übertragungsleistung und Erwartungskonformität von DDS
4.1.1 Rahmenbedingungen der Analyse
4.1.2 Menü- und Bewegungskonzepte der untersuchten Systeme
4.1.3 Übertragungsleistung vom DDS zur Cursorbewegung im Menü
4.2 Weitere typische Interaktionsmuster aktueller Systeme
4.2.1 Auswahl des Bedienelementes
4.2.2 Cursorsprung an Menuerändern
4.2.3 Eingabe von Text bzw. Navigationszielen
4.3 Beanspruchungsindex Nebenbeschäftigung
4.3.1 Beispiel für den Zusammenhang von Kauverhalten und Beanspruchung
4.3.2 Das Kauverhalten als Merkmal für die Untersuchung von Beanspruchung
5 Entwicklung intuitiver Interaktionsstrukturen
5.1 Strategien zur Verwendung von Wissen
5.1.1 Aktive Interaktionsstrategie
5.1.2 Passive Interaktionsstrategie
5.1.3 Bedeutung der Interaktionsstrategien für Mensch-Maschine-Systeme
5.2 Das Stimulusketten-Konzept
5.3 Realisierung der Stimulusketten in Mensch-Maschine-Schnittstellen
5.3.1 Zielkonflikt
5.3.2 Gestaltungskonsequenzen für Mensch-Maschine-Interaktionsstrukturen
5.4 Weitere Ansätze zur Gestaltung intuitiver Interaktionsstrukturen
6 Gestaltung intuitiver Eingabe- und Ausgabeelemente
6.1 Ausgabeelemente
6.2 Navigationselemente
6.2.1 Anforderungen an Navigationselemente
6.2.2 Gestaltungskonzept
6.2.3 Konstruktiver Realisierungsansatz einer mechanischen Trackballfesselung
6.3 Elemente für die Dateneingabe und Direktzugriffe
6.3.1 Sprachinterfaces
6.3.2 Tastaturen für die Texteingabe
6.4 Kombination und Positionierung von Schnittstellenelementen
7 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Gestaltung intuitiver Benutzerschnittstellen (Infotainmentsysteme) im Kraftfahrzeug, um die kognitive Beanspruchung des Fahrers bei der Bedienung von Sekundärfunktionen zu minimieren und die Fahrsicherheit zu erhöhen.
3.4.1 Computermouse und Trackball
Das bedeutendste und vielleicht auch leistungsfähigste Universalbedienelemente für die vielfältigen komplexen und bildschirmunterstützten Benutzeroberflächen der Anwendungen an Computerarbeitsplätzen ist die Computermouse (Maus). Aufgrund ihrer hohen Verbreitung und der daher zu erwartenden hohen Akzeptanz und Geübtheit der Benutzer erscheint es zunächst naheliegend, diese auch für die Bedienung integrierter Elektroniksysteme in Fahrzeugen einzusetzen. Allerdings ist die Flexibilität der Maus in einem solchen Maße ausgeprägt, dass sie nicht „blind“ zu bedienen ist. Das bedeutet, dass ein Mauszeiger bzw. Cursor auf dem Bildschirm sehr genau beobachtet werden muss, um die gewünschten auf dem Bildschirm dargestellten Funktionsfelder auszuwählen. In dieser Eigenschaft ist ein Trackball der Maus sehr ähnlich. Er unterscheidet sich von der Maus jedoch im wesentlichen darin, dass er nicht auf der Bewegung des gesamten Gerätes gegenüber einer Auflagefläche (Mousepad) basiert, sondern die Kugel als Bewegungsgeber direkt manuell bewegt wird, wodurch der Platzbedarf auf die äußeren Abmessungen des Gehäuses begrenzt ist und eine feste Installation als Voraussetzung für eine Verwendung in beschleunigten Umgebungen wie Kraftfahrzeugen ohne weiteres denkbar wäre. In Zusammenhang mit Onlineanwendungen sind Maus und Trackball als uneingeschränkt geeignet anzusehen, was nicht überrascht, da die Entwicklung von Onlinediensten vorwiegend auf Computerarbeitsplätze ausgerichtet sein dürfte.
1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Fahrerverhaltens bei der Bedienung von Infotainmentsystemen und deren Auswirkungen auf die aktive Sicherheit im Straßenverkehr.
2 Grundlagen der Mensch-Maschine-Systeme: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Modellbildung für MMS, der menschlichen Informationsverarbeitung und der Kriterien für Benutzbarkeit.
3 Aktuelle Schnittstellenkomponenten: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung und Bewertung verschiedener Eingabe- und Ausgabeelemente für die Menünavigation in komplexen Systemen.
4 Aktuelle Interaktionsstrukturen von Benutzerinterfaces: Das Kapitel analysiert die Übertragungsleistung von Systemen wie dem Dreh-Drück-Steller und beleuchtet Zusammenhänge zwischen Bedienprozessen und mentaler Beanspruchung.
5 Entwicklung intuitiver Interaktionsstrukturen: Hier wird das "Stimulusketten-Konzept" als neuer gestalterischer Ansatz eingeführt, um intuitive Interaktionsstrukturen für Infotainmentsysteme zu entwerfen.
6 Gestaltung intuitiver Eingabe- und Ausgabeelemente: Aufbauend auf den Analysen werden konkrete Gestaltungsvorgaben und ein Konzept für ein neues Navigationsbedienelement (Trackball-Fesselung) abgeleitet.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Untersuchungsergebnisse und gibt einen Ausblick auf zukünftige Anforderungen an die Systementwicklung.
Mensch-Maschine-System, Infotainmentsystem, Intuitivität, Benutzbarkeit, kognitive Beanspruchung, Stimuluskette, Interaktionsstruktur, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Bedienung, Navigationssystem, Mensch-Maschine-Interaktion, Haptik, kognitive Komplexität, Usability, Fahrerassistenz.
Die Arbeit analysiert die Mensch-Maschine-Interaktion im Kontext von Infotainmentsystemen in Kraftfahrzeugen und untersucht, wie diese so intuitiv gestaltet werden können, dass die kognitive Beanspruchung des Fahrers minimiert wird.
Die zentralen Felder sind die psychologischen Grundlagen menschlicher Informationsverarbeitung, die Bewertung von Bedienkonzepten (wie dem Dreh-Drück-Steller) und die Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für zukünftige Schnittstellen.
Das primäre Ziel ist es, durch eine intuitive Gestaltung der Eingabe- und Ausgabeelemente die Aufmerksamkeit des Fahrers stärker auf die Primäraufgabe der Fahrzeugführung zu lenken und somit die Sicherheit zu erhöhen.
Der Autor verwendet eine phänomenologisch-analytische Betrachtung, wertet Videomaterial von Fahrversuchen aus und führt eine Expertenbefragung zur Bewertung verschiedener Bedienelemente durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die Modellierung des Mensch-Maschine-Systems, die Analyse bestehender Schnittstellenkomponenten, die Untersuchung von Interaktionsstrukturen und die Entwicklung neuer Ansätze wie des Stimulusketten-Konzepts.
Wichtige Begriffe sind Mensch-Maschine-System, Intuitivität, kognitive Beanspruchung, Infotainmentsystem, Benutzbarkeit und Interaktionsstruktur.
Es handelt sich um ein Gestaltungskonzept für Interaktionsstrukturen, bei dem Reiz-Handlungs-Verknüpfungen so dargeboten werden, dass sie eine intuitive und spontane Bedienhandlung auslösen, ohne dass der Fahrer ein komplexes mentales Modell des Systems aktiv nutzen muss.
Der Autor nutzt das Kaugummikauen als Indikator für einen "Beanspruchungsindex": Bei hoher mentaler Beanspruchung durch eine Sekundäraufgabe (wie die Bedienung des Navigationssystems) verlangsamt sich diese unbewusste Tätigkeit oder setzt kurzzeitig aus.
Der Autor bemängelt häufig eine mangelnde Erwartungskonformität und geringe Übertragungsleistung, da die Zuordnung von Drehbewegung zu Cursorbewegung oft inkonsistent oder schwer erlernbar ist.
Der Autor schlägt ein Konzept vor, das auf einem Trackball mit mechanischer Fesselung (Fesselmodus) und einem integrierten Scrollring basiert, um eine ergonomische und intuitive Navigation ohne Umgreifen zu ermöglichen.
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