Bachelorarbeit, 2009
118 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND
3. VON DER „GUILDHALL“ ZUM „STALHOF“ – DIE GRUNDLAGEN DER DEUTSCH-ENGLISCHEN HANDELSBEZIEHUNGEN
3.1. DIE DEUTSCHEN HANSEN IN ENGLAND
3.1.1. Herkunft und Privilegierung der frühen Hansen
3.1.2. Rechtsstatus und Aufenthalt in England
3.2. DIE ENTSTEHUNG DES KONTORS – AUFBAU UND BEGRIFF
3.2.1. Die kölnische „Guildhall“
3.2.2. Der hanseatische „Stalhof“
4. DIE ADMINISTRATION DES LONDONER KONTORS (1282-1598)
4.1. DIE VOLLVERSAMMLUNG DER KAUFLEUTE
4.1.1. Aufnahme und Ausschluss
4.1.2. Rechte und Pflichten des Kaufmanns
4.2. DER VORSTAND DES KONTORS
4.2.1. Ältermänner und Zwölferrat
4.2.2. Aufgaben und Kompetenzen des Vorstands
4.2.3. Bestimmung der Amtsinhaber
4.2.4 Sonstige Ämter im Kontor
4.3. DIE KONTORORDNUNGEN
4.3.1. Durchsetzung des hansischen Rechts
4.3.2. Aussetzung der Statuten
4.4 EXTERNE EINFLÜSSE AUF DIE KONTORORDNUNG
4.4.1. Einfluss durch die anderen Niederlassungen in England
4.4.2. Mitsprache der Hanse- und Städtetage
4.4.3 Positionen des englischen Königs und des Parlaments
5. SCHLUSSTEIL UND AUSBLICK
Diese Arbeit analysiert die Organisation und Administration des Londoner Hansekontors, dem Stalhof, im Zeitraum von 1282 bis 1598. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die interne Verwaltung durch Statuten geregelt, durchgesetzt und durch externe politische Einflüsse, insbesondere durch das englische Parlament und die Hanseführung, geprägt wurde.
3.2. Die Entstehung des Kontors – Aufbau und Begriff
Die kölnische Gildhalle bildete den organisatorischen Kern des späteren Stalhofs und war auch das erste Gebäude, das von den Deutschen erworben wurde. Sie lag im südlichen London, an einem Flussarm der Themse, im Bezirk „Dowgate“. Die Kölner hatten sich etwas oberhalb der Brücke niedergelassen, in einem Stadtteil, in dem der Weinhandel bereits im 12. Jahrhundert florierte. In diesem hafennahen Bereich ließen sich viele Handwerker und Händler nieder, u. a. zahlreiche Weinhändler aus Frankreich, aus England bzw. London Wollhändler und Seiler, später vermehrt Tuchhändler. Bereits im 13. Jahrhundert wurde das Gebiet jedoch zu großen Teilen von Deutschen bewohnt.
In Bezug auf die Architektur und Nutzbarkeit der Gildhalle konnte Derek Keene aufgrund des Vergleichs archäologischer Arbeiten mit historischen Quellen umfassende Erkenntnisse gewinnen. Demnach lag die Halle zum Zeitpunkt des Erwerbs durch die Kaufleute nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Im Laufe des späten 12.- und 13. Jahrhunderts wurde dieser Bezirk rasch trocken gelegt und durch neue Kais erweitert. Laut Keene betrug der Landgewinn zwischen den Jahren 1100 und 1300 gut 70 Meter von Nord nach Süd. Die rasche Ausdehnung des Viertels lässt auf eine rege Betriebsamkeit und eine dichte Besiedelung schließen.
Das Gebäude selbst maß 30 Meter in der Länge und 10,3 Meter in der Breite, so dass es höchstwahrscheinlich auch die volle Breite des deutschen Grundstücks einnahm. Im Erdgeschoss befanden sich Lagerräume sowie ein Durchgang zum Fluss.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung bettet das Thema in das mittelalterliche Gesellschaftsmodell ein und skizziert die Fragestellung zur Administration des Londoner Hansekontors.
2. QUELLENLAGE UND FORSCHUNGSSTAND: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die verwendeten Quelleneditionen und bewertet kritisch die bestehende Forschungsliteratur zum Stalhof.
3. VON DER „GUILDHALL“ ZUM „STALHOF“ – DIE GRUNDLAGEN DER DEUTSCH-ENGLISCHEN HANDELSBEZIEHUNGEN: Hier werden die historischen Ursprünge der deutschen Kaufleute in London, ihre Privilegierung sowie die bauliche Entwicklung von der ersten Gildhalle zum Stalhof untersucht.
4. DIE ADMINISTRATION DES LONDONER KONTORS (1282-1598): Der Hauptteil analysiert die Verwaltungsstrukturen, von der Vollversammlung über den Kontorvorstand bis hin zu den Kontorordnungen und externen Einflussfaktoren.
5. SCHLUSSTEIL UND AUSBLICK: Das Fazit resümiert die drei administrativen Entwicklungsphasen des Kontors und bewertet die Ambivalenz zwischen Anspruch und Realität der hansischen Selbstverwaltung.
Hanse, Londoner Kontor, Stalhof, Administration, Kontorordnung, Englandhandel, Privilegien, Ältermann, hansische Kaufleute, Wirtschaftsgeschichte, Fernhandel, Merchant Adventures, Mittelalter, Verwaltung, Kontorverfassung.
Die Arbeit befasst sich mit der Organisation und dem täglichen Leben im Londoner Hansekontor, dem Stalhof, im Zeitraum von 1282 bis 1598.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die rechtlichen Grundlagen der Handelsbeziehungen, die innere Verwaltung des Kontors sowie die Interaktion mit den englischen Behörden und dem Hansebund.
Das Ziel ist es, zu klären, wie die Administration des Hansekontors organisiert war, wer deren Urheber waren und wie die Statuten in der Praxis durchgesetzt wurden.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Quelleneditionen und der modernen Forschungsliteratur zur Geschichte der Hanse und der englisch-hansischen Beziehungen.
Im Hauptteil werden die Vollversammlung, der Kontorvorstand, die Kontorordnungen sowie externe Einflüsse durch Hansetage und englische Politik analysiert.
Hanse, Stalhof, London, Administration, Kontorordnung, Ältermann, Handelsbeziehungen und Privilegien.
Dieses Amt war einzigartig, da der englische Ältermann als neutraler Vermittler zwischen den deutschen Kaufleuten, der englischen Krone und der Londoner Stadtverwaltung fungierte und als Rechtsbeistand diente.
Die Einteilung in Drittel sollte eine ausgewogene Interessenvertretung der verschiedenen hansischen Herkunftsgebiete innerhalb des Kontorvorstands sicherstellen.
Die Kontrollversuche scheiterten oft an der internen Konkurrenz und den Sonderinteressen der Kaufleute, die ihre persönliche Freiheit und ihren Profit über die strikte Befolgung der Statuten stellten.
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