Magisterarbeit, 2002
160 Seiten, Note: sehr gut
1. Vorwort.
2. Synästhesie ein Begriff mit 11 Buchstaben.
2.2. Erklärungsmodelle.
2.3. Über die Häufigkeit des Auftretens von Synästhesie.
2.4. Synästhesie ist (k)eine Krankheit.
3. Audiovisuelle Wahrnehmung, Synästhesie und Gesamtkunstwerk.
3.1. Film, Gesamtkunstwerk und Synästhesie.
3.2. Synästhesie, intermodale Analogie und Paradigma.
3.3. Audiovisualität.
4. Die Synmodalästhetik.
4.1. Zur Standortbestimmung einer Synmodalästhetik.
5. Die Ästhetik der Atmosphären.
5.1. Subjekt und Objekt in der Atmosphäre.
5.2. Subjektiv, Objektiv, Synjektiv.
5.3. Synästhet und Synästhetiker.
5.4. Die Eigenschaft eines Objekts als dessen Bestimmung.
5.5. Die Wahrnehmung der ästhetischen Atmosphären.
5.6. Musik und Atmosphäre.
5.7. Kommunikative Atmosphären.
6. Resümee.
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Grundlagen einer sogenannten "Synmodalästhetik" zu erarbeiten, um die menschliche Wahrnehmung in rezeptiven Situationen (wie einem Opernbesuch) ganzheitlich – über die traditionell getrennten Sinne hinaus – zu erfassen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwiefern eine solche Wahrnehmungsästhetik die Konstitution von "Atmosphäre" integrieren kann, um eine Verbindung zwischen Musikpsychologie, Wahrnehmungstheorie und Kunstbetrachtung zu schlagen.
Die Synmodalästhetik
Was bedeutet Synmodalästhetik? Ist ein solcher Terminus notwendig? Er wurde in der Einsicht konstruiert, daß, plakativ ausgedrückt, man in der Oper, im Kino nicht aufhört zu riechen, zu schmecken, die Temperatur zu fühlen. Demzufolge möchte er im Sinne einer ganzheitlich sinnlichen Wahrnehmung all jene Sinne mit in die Betrachtung einfließen lassen, die in der aktuell rezeptiven Situation eigentlich nicht mit angesprochen werden sollen. Auch die Tatsache, daß im Bereich von Unbewußtsein und Vorbewußtsein wahrgenommen wird, dies aber nicht in die Sphäre der rationalen Repräsentation gelangt, macht ein Konstrukt der Synmodalität notwendig. Denn das Riechen ist in der Oper genau so vorhanden wie der eigentlich aktivierte Sinn des Auditiven und Visuellen. Das adjektivische Kompositum, welches aus dem definierenden Prädikat, der A-Konstituente, ‚synmodal’ zusammengesetzt wurde, will diesen Umstand der, überspitzt formuliert, immerwährenden Wahrnehmung durch alle Sinne bezeichnen.
In diesem Sinn soll die B-Konstituente ‚-ästhetik’ auch in seiner ursprünglich griechischen Bedeutung von ‚(leiblichen) empfinden’ verstanden werden. Ausdrücklich soll an dieser Stelle vermerkt sein, daß dieser Terminus nicht auf ein tertium comparationis hinauslaufen will. Er stellt keinen Vergleichspunkt dar, der das Gemeinsame zweier verschiedener, miteinander verglichener Gegenstände oder Sachverhalte, in diesem Fall Sinneswahrnehmungen, zu verbinden vermag. Ein solcher analytischer Zugang benötigte normative Forderungen.
1. Vorwort.: Einführung in die Thematik der menschlichen Wahrnehmung am Beispiel eines Opernbesuches.
2. Synästhesie ein Begriff mit 11 Buchstaben.: Untersuchung der unterschiedlichen Begriffsdefinitionen und Erklärungsmodelle für Synästhesie in der wissenschaftlichen Literatur.
2.2. Erklärungsmodelle.: Kurzvorstellung verschiedener Ansätze zur Entstehung von synästhetischen Wahrnehmungsmodi.
2.3. Über die Häufigkeit des Auftretens von Synästhesie.: Diskussion statistischer Angaben und Schwierigkeiten bei der Erfassung der Prävalenz von Synästhesie.
2.4. Synästhesie ist (k)eine Krankheit.: Historische Einordnung der Synästhesie hinsichtlich der Kategorisierung als pathologischer Zustand.
3. Audiovisuelle Wahrnehmung, Synästhesie und Gesamtkunstwerk.: Auseinandersetzung mit der Begriffsverwendung von Synästhesie und Gesamtkunstwerk im Kontext der Kunsttheorie.
3.1. Film, Gesamtkunstwerk und Synästhesie.: Analyse des Films als gattungstheoretische Realisation des Gesamtkunstwerks und Abgrenzung zu tatsächlicher Synästhesie.
3.2. Synästhesie, intermodale Analogie und Paradigma.: Kritische Betrachtung der Synästhesie als ästhetisches Paradigma.
3.3. Audiovisualität.: Betrachtung der wachsenden Bedeutung multimodaler Wahrnehmung und deren ökonomische Nutzung.
4. Die Synmodalästhetik.: Einführung und theoretische Konstruktion des Konzepts der Synmodalästhetik.
4.1. Zur Standortbestimmung einer Synmodalästhetik.: Verortung der Synmodalästhetik außerhalb der traditionellen Philosophie im Rahmen der Psychologie.
5. Die Ästhetik der Atmosphären.: Philosophische Grundlegung und Anwendung des Atmosphärenbegriffs in der Ästhetik.
5.1. Subjekt und Objekt in der Atmosphäre.: Erörterung der Beziehung zwischen Subjekt und Objekt innerhalb einer Atmosphäre.
5.2. Subjektiv, Objektiv, Synjektiv.: Einführung des Begriffs "Synjektiv" als dynamische Korrelation von Subjekt und Objekt.
5.3. Synästhet und Synästhetiker.: Differenzierung zwischen den Begriffen Synästhet und Synästhetiker im Kontext der Wahrnehmung.
5.4. Die Eigenschaft eines Objekts als dessen Bestimmung.: Untersuchung der Bestimmung eines Objekts gegenüber seiner bloßen Eigenschaft.
5.5. Die Wahrnehmung der ästhetischen Atmosphären.: Analyse der Wahrnehmungsprozesse als zentrales Element der ästhetischen Atmosphäre.
5.6. Musik und Atmosphäre.: Diskussion der Rolle von Musik bei der Erzeugung und Gestaltung von Atmosphäre.
5.7. Kommunikative Atmosphären.: Analyse der Rolle von Kommunikation und Sprache bei der Etablierung zwischenmenschlicher Atmosphären.
6. Resümee.: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und des Potenzials der Synmodalästhetik.
Synmodalästhetik, Synästhesie, Atmosphäre, Wahrnehmung, Musikpsychologie, Gesamtkunstwerk, Ästhetik, Subjekt-Objekt-Relation, Multimodalität, Synjektiv, Wahrnehmungsästhetik, Raumgestalt, Erkenntnistheorie
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen für eine Ästhetik, die Wahrnehmung nicht als isolierte, rein visuelle oder auditive Prozesse begreift, sondern als ganzheitliches, körperlich verankertes Erleben – die Synmodalästhetik.
Die zentralen Felder sind die Definition und Einordnung von Synästhesie, die kritische Diskussion des Begriffs "Gesamtkunstwerk" sowie die philosophische und psychologische Fundierung der sogenannten "Ästhetik der Atmosphären".
Das Ziel ist es, eine neue ästhetische Theorie zu entwerfen, die in der Musikpsychologie verortet ist und die Trennung von Subjekt und Objekt durch eine integrale Wahrnehmung (Synmodalität) überwindet.
Die Arbeit bedient sich einer interdisziplinären Herangehensweise, die musikwissenschaftliche Analysen mit erkenntnistheoretischen Exkursen und psychologischen Forschungsberichten verknüpft, um das Phänomen der Atmosphäre zu erschließen.
Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der Synmodalästhetik, der Differenzierung von Subjekt und Objekt durch das neue Konzept des "Synjektivs" und der Untersuchung der Wirkung von Musik und Kommunikation im Kontext räumlicher und atmosphärischer Bedingungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Synmodalästhetik, Atmosphäre, Wahrnehmung, Musikpsychologie und Synjektiv charakterisiert.
Der Begriff "Synjektiv" beschreibt die unauflösliche, dynamische Korrelation zwischen Subjekt und Objekt in der Erfahrung von Atmosphäre – er dient als Integral, um das alte Dualismus-Problem der Ästhetik zu lösen.
Der Autor schlägt eine Differenzierung vor: Der Synästhetiker zeigt die klinisch/physiologische Besonderheit der Synästhesie, während der Synästhet das Individuum bezeichnet, das sich einer bewussten, ganzheitlichen Kunstbetrachtung im Sinne der neuen Synmodalästhetik unterzieht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

