Bachelorarbeit, 2011
45 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Populärkultur
2.1 Populärmusik und Jugendkultur
2.2 Pop, Jugend und Radio
2.3 Populär- und Jugendkultur in Deutschland 1920 – 1945
3. Die nachkriegsdeutsche Hörfunklandschaft
3.1 Alliierte Neuordnung
3.2 Hochkulturelle Tradition und Pop-Tabu
3.3 Ausländische Soldatensender als Gegenpole
4. BFBS – der Rundfunk der britischen Streitkräfte
4.1 Entstehungsgeschichte
4.2 Sendeauftrag
4.3 Radiosender
5. BFBS Radio Germany
5.1 Die „swinging“ Nachkriegszeit
5.2 Rock und Beat auf dem Äther – die 1950er und 60er
5.3 Der BFBS und die subkulturellen Nischen
6. Eine deutsche „Kulturrevolution“
6.1 Die „Westernisierung“ Deutschlands
6.2 Erste Pop- und Jugendformate
6.3 Der private Hörfunk und die Pop- und Jugendwellen der ARD
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss ausländischer Soldatensender, insbesondere des britischen BFBS, auf die Entwicklung der deutschen Populärkultur und Radiolandschaft nach 1945. Dabei wird analysiert, wie diese Sender für junge Hörer in Deutschland zum zentralen, unkonventionellen Bezugspunkt für internationale Popmusik wurden und somit einen entscheidenden Beitrag zur kulturellen Öffnung und Modernisierung der deutschen Gesellschaft leisteten.
4.2 Sendeauftrag
Das britische Militär fordert vom BFBS die Erfüllung spezifischer Aufgaben, die aber auch identisch mit dem Selbstanspruch des Senders sind. Es lassen sich drei Aufgabenbereiche erkennen.
Erstens soll der Militärrundfunk die britischen Soldaten, Zivilangestellten der Streitkräfte und Familienangehörige unterhalten, informieren und bilden. Der Bildung kommt bei dieser Trias, die von der traditionellen Programmideologie der BBC übernommen wurde, allerdings eine untergeordnete Stellung zu (vgl. ebd., 76). Warum die Bildung nur eine sekundäre Rolle spielt, erklären auch die anderen beiden Aufgabenbereiche.
Zweitens soll der BFBS eine Verbindung der im Ausland stationierten britischen Militärangehörigen zur Heimat sein. In dieser sozialen Fürsorge liegt der Hauptfokus der redaktionellen Arbeit. Ein englischsprachiges Medienangebot soll Vertrautheit wecken und über Ereignisse und Entwicklungen in Großbritannien informieren. Außerdem dient der BFBS mit Grußmöglichkeiten etc. als Kontaktbrücke zu den Angehörigen in der Heimat (vgl. ebd., 77f). Heutzutage muss dieser Aufgabenbereich aufgrund der neuen Fülle an Kommunikationsmöglichkeiten, wie bspw. Internet und Mobiltelefone, relativiert werden. Vielmehr schafft jede Auslandsstation des BFBS mittlerweile ein Zusammengehörigkeitsgefühl der britischen Gemeinschaft vor Ort (vgl. ebd., 110, 214).
Der dritte Aufgabenbereich des BFBS liegt im Erhalt der Truppenmoral, was auch militärstrategisch als Erhöhung einer eventuell benötigten Kampfkraft dient. Diese dritte Auftragsebene ergibt sich aus den ersten beiden. Soldaten, die mit vertrauten und populären Programmen unterhalten werden und, falls sie sich im Ausland befinden, dazu noch eine Verbindung zur Heimat haben, gelten als motivierter (vgl. ebd., 78f).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des mangelnden populärkulturellen Medienangebots in Deutschland nach 1945 ein und formuliert die These, dass Soldatensender wie der BFBS die Entwicklung der deutschen Populärkultur entscheidend mitgeprägt haben.
2. Populärkultur: Das Kapitel definiert Populärkultur im Kontext des gesellschaftlichen Lebens, grenzt sie von der Hochkultur ab und erläutert die Bedeutung von Popmusik und Jugendkulturen für die soziale Identitätsbildung.
3. Die nachkriegsdeutsche Hörfunklandschaft: Hier wird die Etablierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems in Deutschland nach 1945 beschrieben und die konservative Haltung gegenüber Populärkultur sowie die Funktion der Soldatensender als Kontrapunkt beleuchtet.
4. BFBS – der Rundfunk der britischen Streitkräfte: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehungsgeschichte, dem spezifischen Sendeauftrag und der Struktur des BFBS, der ursprünglich zur Unterhaltung britischer Truppen gegründet wurde.
5. BFBS Radio Germany: Eine detaillierte Analyse, wie der BFBS durch Musikangebote (von Swing bis Rock'n'Roll) und Nischenprogramme als popkulturelles Medium für ein deutsches Publikum fungierte.
6. Eine deutsche „Kulturrevolution“: Das Kapitel beschreibt den gesellschaftlichen Diskurs über die „Westernisierung“ Deutschlands und die verzögerte Reaktion der deutschen Medien, die schließlich zur Etablierung eigener Pop- und Jugendformate führte.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der BFBS eine wesentliche Rolle als „Kulturvermittler“ spielte und trotz seines Status als Militärsender maßgeblich zur kulturellen Öffnung und Differenzierung der deutschen Radiolandschaft beitrug.
Populärkultur, BFBS, Soldatensender, Popmusik, Jugendkultur, Mediengeschichte, Rundfunk, Besatzungszeit, Westallierte, Radio, Cultural Studies, Deutschland, Nachkriegszeit, Formatradio, Spartenprogramm.
Die Arbeit untersucht, wie westalliierte Soldatensender wie der BFBS nach dem Zweiten Weltkrieg als unvorhergesehene, aber prägende Quelle für populäre Musik und Kultur für deutsche Jugendliche fungierten und damit das deutsche Rundfunksystem langfristig beeinflussten.
Die zentralen Themen umfassen die Nachkriegsgeschichte der deutschen Hörfunklandschaft, die Definition und Bedeutung von Populärkultur, die Rolle von Soldatensendern als alternative Medien sowie die Entwicklung und Etablierung moderner Pop- und Jugendformate im deutschen Fernsehen und Radio.
Das Ziel ist die Verifizierung der These, dass der BFBS und ähnliche Soldatensender einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der deutschen Populärkultur sowie der Transformation der deutschen Radiolandschaft nach 1945 hatten.
Es handelt sich um eine mediengeschichtliche Auseinandersetzung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Primärquellen sowie persönlichen Korrespondenzen (Interviews) mit BFBS-Experten und Archivaren basiert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des britischen Militärfunks, die Programmgestaltung des BFBS und dessen Bedeutung für deutsche Hörer, den gesellschaftlichen Diskurs über „Westernisierung“ sowie die nachfolgende Etablierung deutscher Popformate als Reaktion auf die Konkurrenz durch diese Sender.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Populärkultur, BFBS, Soldatensender, Rundfunkgeschichte, Jugendkultur und Nachkriegsdeutschland charakterisieren.
Der BFBS bot im Gegensatz zu den seriös-hoch- oder volkstümlich ausgerichteten deutschen Sendern aktuelle Popmusik, legere Moderationen und einen inhaltlich direkten, am jungen Publikum orientierten Stil, der in Deutschland lange Zeit fehlte.
Obwohl der Sender offiziell nur für britische Streitkräfte bestimmt war, wurde das deutsche Publikum inoffiziell geduldet. Moderatoren berücksichtigten Musikwünsche deutscher Hörer, indem sie Namen anglisierten oder direkte Interaktion ermöglichten, um dem Bedürfnis nach populärer Musik und Kultur gerecht zu werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

