Magisterarbeit, 2002
68 Seiten, Note: 1,8
A Einführung
A.1 Was bedeutet ‚fremd‘ in der Wortbildung des Deutschen?
A.2 Schwierigkeiten bei der Wortbildung mit fremden Suffixen
A.3 Vorgehensweise der Arbeit
B Forschungsüberblick: Deutsche Fremdwortbildung
B.1 Kategorisierung fremdsprachlicher Elemente
B.1.1 Konfixe
B.1.2 Fremde Suffixe
B.2 Analyse von Fremdwortbildungen
B.2.1 Stammorientierte versus wortorientierte Analyse
B.2.2 Lexembasierte versus zeichenbasierte Analyse
B.3 Bildung von Stammparadigmen
C Entwicklung einer eigenen Methode
C.1 Die Formvarianz des Suffixes –(at)ion
C.1.1 Die Analysen von Wellmann und Dittmer
C.1.2 Überprüfung der Ergebnisse von Wellmann und Dittmer
C.2 Methodische Grundlagen für eine alternative Analyse
C.3 Stammparadigmen-Diskussion
C.3.1 Widersprüche in Fuhrhops Konzeption
C.3.2 Modifiziertes Stammparadiga
D Ergebnisse der Untersuchung
D.1 Funktion des modifizierten Stammparadigmas
D.2 Nominale und verbale Derivationsstammformenbildung
D.3 Form und Funktion fremder Suffixe
E Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wortbildung mit fremden Suffixen im Gegenwartsdeutschen unter synchronen Aspekten. Ziel ist es, durch eine formal-morphologische Analyse und die Anwendung von Stammparadigmen, die bisher unzureichende und intransparente Beschreibung der Suffixvarianten zu verbessern und den Wortbildungsprozess methodisch transparenter darzustellen.
C.1.1 Die Analysen von Wellmann und Dittmer
Wellmann formuliert im DW-Band zur Substantivableitung das Ableitungsmuster folgendermaßen: „Aus Nomina werden Substantive durch -ion (devot > Devotion), aus Verben meistens durch -ation abgeleitet; die Verbalendung -ier-(en) wird wie bei der Derivation mit –(at)eur und –(at)or regelmäßig getilgt.“ Trotz dieser generellen Regel führt Wellmann drei deverbale Suffixvarianten: –ion, –ition und –tion auf. Die Allomorphe gelten als morphologische Abwandlungen des Suffixes –ation und sind von der jeweiligen Verbbasis aus bestimmbar. Zusätzlich führt er zu jeder Suffixvariante bis zu neun morphologische oder besser formuliert morphophonologische Zusatzregeln für Konsonantenalternationen in der Basis auf: beispielsweise unter –tion die Zusatzregel [h] > [k] für Bildungen wie subtrahieren > Subtraktion. Insgesamt ergeben sich also fünf syntaktisch und morphologisch unterscheidbare Formen.
Die Ableitungsrichtung ist in 97 Prozent der Fälle Verb > Substantiv, wobei nach Wellmann das verbale Suffix getilgt wird. An anderer Stelle zum gleichen Ableitungsmuster spricht er von Suffixtausch oder Suffixwechsel zwischen Verb und Substantiv. Anscheinend gebraucht er hier die Begriffe Tilgung, Tausch bzw. Wechsel synonym, obwohl er ansonsten zwischen subtraktiven (reduktiven) und substitutiven Wortbildungsprozessen unterscheidet.
Dittmer kritisiert an Wellmanns Analyse, dass vom Verb aus nicht die richtige Suffixvariante voraussagbar ist: „Warum führt invest- zu Investition, demonstr- dagegen zu Demonstration?“ Anstatt wie Wellmann einseitig nach Vorbild semantisch ähnlicher, einheimischer deverbaler Ableitungen vorzugehen (umgeben > Umgebung), schlägt er vor, das Substantiv als Basis zu nehmen.
A Einführung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand und klärt das Verständnis von „fremd“ in der Wortbildung, bevor sie die methodische Herangehensweise erläutert.
B Forschungsüberblick: Deutsche Fremdwortbildung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Stand der Forschung, kategorisiert fremdsprachliche Elemente und diskutiert verschiedene Analyseansätze.
C Entwicklung einer eigenen Methode: Hier werden die methodischen Grundlagen für einen alternativen Analyseansatz erarbeitet und die Stammparadigmenbildung kritisch diskutiert.
D Ergebnisse der Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse und validiert den modifizierten Ansatz der Derivationsstammformenbildung.
E Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse und einem Ausblick auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten ab.
Fremdwortbildung, Fremdsuffixe, Stammparadigmen, Derivation, Stammform, Morphologie, Wortbildung, Suffixvarianten, Modifiziertes Stammparadigma, Sprachstruktur, Synchronie, Derivationsstammform, Wellmann, Dittmer, Fuhrhop.
Die Arbeit analysiert die Wortbildung mit fremden Suffixen im heutigen Deutsch unter formal-morphologischen Gesichtspunkten, um die Struktur dieser Bildungen transparenter darzustellen.
Die Themen umfassen die Kategorisierung von Fremdwortelementen, die Analyse der Suffixvarianten (insb. am Beispiel von -(at)ion) sowie die methodische Diskussion von Stammmodellen.
Das Hauptziel ist es, einen eigenen Analyseansatz zu entwickeln, der Suffixvarianten durch die Bildung von Stammparadigmen reduziert und eine transparentere Segmentierung ermöglicht.
Die Autorin kombiniert syntagmatisch-wortinterne und paradigmatisch-wortexterne morphologische Ansätze, basierend auf einer kritischen Weiterentwicklung der Stammparadigmen von Fuhrhop und Eisenberg.
Der Hauptteil erörtert die methodischen Grundlagen, diskutiert die konkurrierenden Ansätze von Wellmann und Dittmer und stellt ein modifiziertes Modell der Stammparadigmen vor.
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Fremdwortbildung, Stammparadigmen, Suffixvarianten, Derivation und morphologische Transparenz.
Die Autorin diskutiert die Inkonsistenzen in Fuhrhops Konzeption, insbesondere hinsichtlich der Abgrenzung von Suffixerweiterungen und Interfixen, und korrigiert diese durch eine modifizierte Definition.
Es ermöglicht die Trennung von verbalen und nominalen Derivationsstammformen, wodurch Suffixvarianten besser aufgelöst und die morphologische Struktur transparenter abgebildet werden kann.
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