Diplomarbeit, 2009
134 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Einführung in den Schifffahrtssektor
2.1 Entwicklung der deutschen Schifffahrt
2.2 Arbeitsteilung in der Schifffahrt
3 Rechtliche Rahmenbedingungen in der Seeschifffahrt
3.1 Internationale Abkommen
3.1.1 UN-Seerechtsübereinkommen
3.1.1.1 Küstenstaatliche Hoheitsgewalt
3.1.1.2 Die Verbindung zwischen Schiff und Flaggenstaat
3.1.1.3 Flaggenstaatliche Hoheitsgewalt
3.1.2 Abkommen der International Maritime Organisation (IMO)
3.1.3 Abkommen der International Labour Organisation (ILO)
3.2 Europäisches Recht
3.2.1 Hafenstaatkontrolle
3.2.2 Klassifikationsgesellschaften
3.2.3 EU-Beihilfeleitlinien
3.3 Deutsches Recht
3.3.1 Seeschiffsregister
3.3.2 Flaggenrecht
3.3.3 Deutsches Zweitregister
3.3.4 Schiffsbesetzung und Tariflöhne
4 Besteuerung und Subventionierung der Seeleute
4.1 Leitlinienvorgaben zu arbeitsbezogenen Kosten
4.2 Subventionierung der arbeitsbezogenen Kosten
4.2.1 Lohnnebenkostenzuschüsse
4.2.2 Lohnsteuereinbehalt
4.2.3 Konformität der deutschen Regelungen
4.3 Politische Absprachen
5 Besteuerung und Subventionierung der Schiffserträge
5.1 Leitlinienvorgaben zur Tonnagesteuer
5.2 Tonnagesteuer in Deutschland
5.2.1 Ausgestaltung und Berechnung der Tonnagesteuer
5.2.2 Tonnagesteuer bei der Schiffsfinanzierung
5.2.3 Konformität der deutschen Regelungen
5.3 Tonnagesteuer im internationalen Vergleich
5.4 Politische Absprachen
6 Ein Entscheidungsmodell zum Flaggenwahlproblem
6.1 Charakteristika der Flaggenstaaten
6.1.1 Nationale Register
6.1.2 Offene Register
6.1.3 Zweitregister
6.2 Empirische Untersuchungen
6.2.1 Flaggenstaaten und Sicherheit
6.2.2 Flaggenstaaten und Seeleute
6.2.3 Weitere Faktoren
6.3 Optionen der Register- und Flaggenwahl
6.4 Flaggenwahlmodell
6.4.1 Gewinnfunktion
6.4.2 Kostenfunktion
6.4.3 Operative Kosten
6.4.3.1 Personalkosten
6.4.3.2 Reparatur und Instandhaltung
6.4.3.3 Versicherungen
6.4.3.4 Administrationskosten
6.4.4 Nutzenfunktion
7 Rationale Steuer- und Subventionspolitik
7.1 Theorie des Steuerwettbewerbs
7.1.1 Basismodell pro Steuerwettbewerb (Tiebout)
7.1.2 Basismodell pro Steuerharmonisierung (MacDougall-Kemp)
7.1.3 Agglomerationseffekte im Steuerwettbewerb
7.2 Politikstile und Politikziele für die Seeschifffahrt
7.3 Wettbewerbsanalyse der Seeschifffahrt
7.3.1 Flaggenwettbewerb
7.3.2 Arbeitskräftewettbewerb
7.3.3 Standortwettbewerb
7.4 Empfehlungen für eine rationale Schifffahrtspolitik
8 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Besteuerungs- und Subventionsbestände in der Seeschifffahrt als Teil der nationalen Schifffahrtspolitik zu analysieren und zu bewerten. Dabei wird untersucht, welche fiskalischen Maßnahmen die Flaggenwahl tatsächlich beeinflussen, welchen quantitativen und qualitativen Umfang diese haben und welche Ansatzpunkte für eine effiziente Schifffahrtspolitik bestehen.
6.4.1 Gewinnfunktion
Unter der Annahme, dass Reedereien als gewerblich Tätige grundsätzlich gewinnmaximierend handeln, kann eine simple Gewinnfunktion gewählt werden. Der Gewinn einer Reederei (Π) entspricht der Summe der Gewinne der einzelnen Schiffe der Reederei. Die Zahl aller Schiffe ist n.
Π = Π1 + Π2 + Π3 + ... + Πn = Σ Πi (i=1 bis n)
Der Gewinn des Schiffes 1 (Π1) ist positiv, wenn die Chartererlöse (R1) die Kosten (C1) übersteigen.
Π1 = R1 - C1
In der Literatur wird die Flagge auch als approximativer Parameter für die Qualität eines Schiffes genannt. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die Flagge einen Einfluss auf die Chartereinnahmen, zumindest aber auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit eines Schiffes haben kann. Für dieses Modell wird dennoch angenommen, dass eine Reederei die Höhe der Einnahmen für ein bestimmtes Schiff nicht beeinflussen kann, so dass die exogen gegebenen Chartererlöse bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Flagge keine Rolle spielen. Im Weiteren wird daher die Kostenfunktion näher analysiert.
1 Einleitung: Die Einleitung verortet die Schifffahrt als „Rückgrat der Globalisierung“ und legt die Forschungsfrage zur Steuer- und Subventionspolitik dar.
2 Einführung in den Schifffahrtssektor: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der deutschen Schifffahrtsflotte und erklärt die funktionale Arbeitsteilung zwischen Reedern, Charterern und Schiffsbesitzgesellschaften.
3 Rechtliche Rahmenbedingungen in der Seeschifffahrt: Hier werden die komplexen internationalen (UNCLOS, IMO, ILO) und europäischen Rechtsvorgaben sowie die nationale Umsetzung in Deutschland detailliert erläutert.
4 Besteuerung und Subventionierung der Seeleute: Das Kapitel befasst sich mit den Fördermaßnahmen für arbeitsbezogene Kosten, insbesondere Lohnnebenkostenzuschüssen und dem Lohnsteuereinbehalt.
5 Besteuerung und Subventionierung der Schiffserträge: Fokus dieses Kapitels ist die Tonnagesteuer als pauschale Gewinnermittlungsmethode und deren Rolle bei der Schiffsfinanzierung im deutschen Kontext.
6 Ein Entscheidungsmodell zum Flaggenwahlproblem: Ein mikroökonomisches Modell wird hergeleitet, das Kosten- und Nutzenfaktoren der Flaggenwahl für Reedereien formalisiert und empirisch untermauert.
7 Rationale Steuer- und Subventionspolitik: Dieses Kapitel analysiert die Politik aus einer makroökonomischen Perspektive, diskutiert Steuerwettbewerb und Clustereffekte und gibt politische Empfehlungen.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit von staatlichen Eingriffen bei Marktversagen im Bereich der Schiffssicherheit und des Umweltschutzes.
Seeschifffahrt, Tonnagesteuer, Flaggenwahl, Subventionen, Lohnnebenkosten, Steuerwettbewerb, Schiffsfinanzierung, Schifffahrtspolitik, Klassifikationsgesellschaften, Wettbewerbsanalyse, Arbeitsmarkt, Schiffsregister, Clusterpolitik, ökonomische Analyse, Seerechtsübereinkommen.
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen von Steuersystemen und staatlichen Subventionen auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seeschifffahrt.
Die zentralen Felder sind die Besteuerung von Seeleuten, die Tonnagesteuer für Unternehmen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Schiffsregistrierung sowie die Modellierung der Flaggenwahl.
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen nationaler Schifffahrtspolitik und dem Standortverhalten von Reedereien zu verstehen, um Handlungsempfehlungen für eine rationale Politik abzuleiten.
Neben einer ökonomischen Analyse der Rahmenbedingungen wird ein mathematisches mikroökonomisches Entscheidungsmodell (Flaggenwahlmodell) auf Basis von Cobb-Douglas-Nutzenfunktionen verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der rechtlichen Grundlagen, die detaillierte Darstellung der steuerlichen Förderinstrumente und die ökonomische Modellierung der Standortentscheidung.
Es handelt sich um eine finanzwissenschaftliche und ordnungspolitische Arbeit, die insbesondere die Standortpolitik im globalen Wettbewerb der Schifffahrtsnationen beleuchtet.
Der Begriff beschreibt das völkerrechtliche Erfordernis einer substanziellen Verbindung zwischen einem Schiff und seinem Flaggenstaat, das in der Praxis jedoch oft durch Ausflaggungen verwässert wird.
Die Kritik entzündet sich meist an der fehlenden Effizienz der Maßnahmen, den hohen Mitnahmeeffekten und dem Risiko, dass durch die pauschale Förderung keine zusätzlichen Arbeitsplätze für deutsche Seeleute entstehen.
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