Magisterarbeit, 2011
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Corporate Governance
2.1 Interne und externe Corporate Governance
2.2 Enge oder weite Perspektive
2.3 Pfadabhängigkeit und Systemhaftigkeit
3. Die Principal-Agent-Theorie
3.1 Das Menschenbild der Principal-Agent-Theorie
3.2 Der Principal-Agent-Konflikt
3.3 Die Principal-Agent-Theorie in der Wirtschaft
3.4 Notwendigkeit von Corporate Governance
3.5 Gute und schlechte Corporate Governance
4. Die Debatte um Corporate Governance
4.1 Der Deutsche Corporate Governance Kodex
4.1.1 Vorbilder und Vorläufer
4.1.2 Entstehungsgeschichte
4.1.3 Inhaltsübersicht
4.1.4 Die Funktionen des Deutschen Corporate Governance Kodex
4.1.5 § 161 AktG und die Entsprechenserklärung
4.1.5.1 Wissenserklärung, Absichtserklärung und Aktualisierungserklärung
4.1.5.2 Entsprechenserklärung als Element der Regelberichterstattung
4.2 Haftungsrisiken durch den Kodex
4.3 Rechtsqualität der Kodexempfehlungen
4.4 Kritik am Corporate Governance Kodex
5. Befolgung der Kodexempfehlungen: ein Überblick
6. Die wesentlichen Änderungen des Kodex
7. Kodexempfehlungen und Gesetzgebung
8. Kodexänderungen und Gesetzgebung
8.1 Gestrichene Empfehlungen
8.1.1 VorstOG (2006)
8.1.2 TUG (2007)
8.1.3 BilMoG und VorstAG (2009)
8.1.4 ARUG (2010)
8.1.5 Zwischenfazit
8.2 Weitere neuralgische Empfehlungen
8.3 Der Faktor Vielfalt in den Empfehlungen des Kodex
9. Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die Hypothese, ob der Deutsche Corporate Governance Kodex lediglich als Ideengeber für den Gesetzgeber fungiert. Dabei wird analysiert, wie oft Empfehlungen in Gesetze transformiert wurden, welche Gründe für diese Aufwertung sprachen und welche Aussagen über die Befolgungsquoten dieser verrechtlichten Empfehlungen getroffen werden können.
3.1 Das Menschenbild der Principal-Agent-Theorie
Der Informationsvorsprung des Agenten bietet nun die Grundlage für den eigentlichen Konflikt mit dem Principal. Bevor dieser allerdings weiter ausgeführt werden kann, soll zunächst ein kompakter Überblick über das implizite Menschenbild der Principal-Agent-Theorie gegeben werden, der es sodann erleichtert den Konflikt zu verstehen.
Das Menschenbild der Principal-Agent-Theorie ist pessimistisch. Der Mensch ist zwar ein rationales Wesen. Richter und Furubotn stellen aber auch klar: „Somit lassen sich Menschen zwar als der Intention nach rational auffassen, sie sind aber nicht hyperrational“. Neben der Rationalität ist der Egoismus ein zentrales Wesensmerkmal des Menschen. Dementsprechend verfolgt er in erster Linie seine eigenen Ziele. Er handelt also stets eigennützig und dabei auch noch nutzenmaximierend. Richter und Furubotn bezeichnen den Menschen demnach als Maximand. Weiterhin lässt sich der Mensch noch als risikoavers bezeichnen. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die Principal-Agent-Theorie den Menschen als rationalen und risikoaversen Nutzenmaximierer versteht. Williamson geht noch einen Schritt weiter und unterstellt dem Menschen die „Verfolgung des Eigeninteresses unter Zuhilfenahme von List“; dabei nehmen sie durchaus auch die Schädigung anderer Personen in Kauf.
Dieses Menschenbild wird durchaus kritisiert. So bezeichnet von Werder es als self fulfilling prophecy und nicht realitätsgerecht. Nippa und Grigoleit sehen das Menschenbild als Teufelskreis, der immer neues Misstrauen hervorruft. Ein optimistischeres Menschenbild würde dahingegen von Loyalität und kooperativen Verhalten ausgehen, mithin Vertrauen statt Misstrauen vermitteln.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Corporate Governance und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Kodex-Kommission als Ideenlieferant für den Gesetzgeber.
2. Corporate Governance: Erörterung des Corporate Governance-Begriffs, der Unterscheidung zwischen interner und externer Perspektive sowie pfadabhängiger und systemhafter Merkmale.
3. Die Principal-Agent-Theorie: Darstellung der agency-theoretischen Grundlagen, des Menschenbildes, der Informationsasymmetrien und der daraus resultierenden Notwendigkeit von Kontrollmechanismen.
4. Die Debatte um Corporate Governance: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Debatte, die Einbettung des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie Analyse seiner Funktionen und der Entsprechenserklärung.
5. Befolgung der Kodexempfehlungen: ein Überblick: Auswertung der Befolgungsquoten basierend auf Sekundärdaten und Analyse der Akzeptanzunterschiede zwischen den Börsensegmenten.
6. Die wesentlichen Änderungen des Kodex: Skizzierung der wichtigsten Anpassungen des Kodex seit seiner Institutionalisierung im Jahr 2002.
7. Kodexempfehlungen und Gesetzgebung: Synthese der Ergebnisse zur Interdependenz von Kodexempfehlungen und legislatorischen Prozessen.
8. Kodexänderungen und Gesetzgebung: Detaillierte Untersuchung gestrichener Empfehlungen, neuralgischer Punkte und der Berücksichtigung von Vielfalt (Diversity) in Führungspositionen.
9. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangshypothese und Ausblick auf die weitere wissenschaftliche und politische Relevanz der Thematik.
Corporate Governance, Principal-Agent-Theorie, Deutscher Corporate Governance Kodex, Entsprechenserklärung, § 161 AktG, Selbstregulierung, Transparenz, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Kodex-Kommission, Gesetzgebung, Befolgungsquote, Stakeholder, Shareholder, Vorstandsvergütung.
Die Arbeit analysiert die Rolle des Deutschen Corporate Governance Kodex in Deutschland und überprüft die kritische These, dass dieser lediglich als Ideengeber für den Gesetzgeber dient.
Neben den theoretischen Grundlagen (Principal-Agent-Theorie) fokussiert sich die Arbeit auf die Entstehung, Funktion und Befolgung des Kodex sowie auf die Interaktion zwischen Selbstregulierung und Gesetzgebung.
Die Untersuchung geht der Frage nach, wie oft Empfehlungen des Kodex in zwingendes Recht transformiert wurden und ob die Befolgungsquoten dieser Empfehlungen ein solches Vorgehen rechtfertigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer systematischen Auswertung von Sekundärdaten, insbesondere der jährlichen Kodex-Reports zur Befolgung der Empfehlungen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Fundamente, die historische Debatte um Corporate Governance, die Funktionen des Kodex sowie eine detaillierte Analyse der Kodexänderungen im Kontext neuer Gesetze.
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Principal-Agent-Theorie, Entsprechenserklärung, § 161 AktG, Selbstregulierung und die Dynamik zwischen Wirtschaftskodex und Gesetzgebung.
Der Autor stellt fest, dass das Prinzip zwar Flexibilität bietet, aber die "Drohung" einer gesetzlichen Verrechtlichung bei niedrigen Befolgungsquoten als legitimes Druckmittel (Schatten der Hierarchie) fungiert.
Der Autor beleuchtet die Aufnahme von Vielfalt, insbesondere der Berücksichtigung von Frauen in Führungspositionen, als aktuelles Thema, bei dem der Gesetzgeber trotz vorhandener Kodex-Empfehlungen potenziell aktiv werden könnte.
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