Masterarbeit, 2025
79 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
1.1 Relevanz des IFRS 18
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Normative Analyse der Erneuerungen des IFRS 18
2.1 Grundlagen und Zielsetzung des IFRS 18
2.2 Erstanwendung und Übergangsbestimmungen
2.3 Neue Strukturvorgaben für Gewinn- und Verlustrechnung
2.3.1 Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung
2.3.2 Kategorisierung von Aufwendungen und Erträge
2.3.2.1 Spezifische Hauptgeschäftstätigkeiten
2.3.2.2 Betriebskategorie und Darstellung betrieblicher Aufwendungen
2.3.2.3 Investitionskategorie
2.3.2.4 Finanzierungskategorie
2.3.2.5 Zuordnung von spezifischen Erträgen und Aufwendungen
2.4 Aggregation und Disaggregation von Abschlussposten
2.5 Management-Defined Performance Measures
2.5.1 Ausgangslage und Herausforderungen
2.5.2 Kriterien von Management-Defined Performance Measures
2.5.3 Offenlegungspflichten im Anhang
2.5.4 Wechselwirkung bestehender Regularien
2.5.5 Kritische Würdigung
2.6 Auswirkungen auf die Kapitalflussrechnung (IAS 7)
2.7 Praktische Implikationen für Abschlussersteller
3 Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns
3.1 Konzept der Wertrelevanz
3.2 Forschungsüberblick
3.2.1 Wertrelevanz von Non-GAAP-Measures
3.2.2 Wertrelevanz von IFRS-Abschlüssen und IFRS-Earnings
3.3 Hypothesen
3.4 Forschungsdesign
3.4.1 Stichprobe und Untersuchungszeitraum
3.4.2 Preis- und Renditemodell
3.4.3 Definition der Variablen
3.4.4 Antizipierte empirische Ergebnisse und Interpretation
3.4.5 Limitationen
4 Fazit
4.1 Erkenntnisse der normativen Analyse
4.2 Zusammenfassung des empirischen Forschungskonzepts
Das primäre Ziel der Arbeit besteht in der zweistufigen Untersuchung der Einführung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 18 „Darstellung und Angaben im Abschluss“, welcher den bisherigen Standard IAS 1 ablöst. Im Zentrum stehen dabei einerseits die Beantwortung der normativen Fragestellung, welche grundlegenden materiellen Änderungen und organisatorischen Auswirkungen sich für Abschlussersteller im Vergleich zu IAS 1 ergeben, und andererseits die methodische Beantwortung der Frage, mit welchem empirischen Forschungsdesign die tatsächliche Zielerreichung des IASB bezüglich der Wertrelevanz der neuen Zwischensummen am Kapitalmarkt überprüft werden kann.
2.3.1 Zwischensummen in der Gewinn- und Verlustrechnung
Der IAS 1.85-89 hat außer der Darstellung des Gewinns/Verlusts als Gesamtstumme keine Vorgaben zum Ausweis oder Darstellung von Zwischensummen in der GuV festgelegt, da landes- und branchenspezifische Vorgaben existieren. Trotz Aufforderungen sinnvoller GuV-Strukturierungen fehlten deshalb konkrete Gliederungsvorgaben. Dementsprechend bot der IAS 1 große Freiheitsgrade, was in der Praxis zu uneinheitlichen GuV-Darstellungen und zu unternehmensindividuellen Anpassungen führte. Mangels fehlendem Konsens etablierten sich in der Praxis diverse Berichterstattungspraktiken. Beispielsweise bei der Ermittlung und des Earnings Before Interest and Taxes (EBIT) als zentrale Zwischensumme der GuV. Dies führte zu Interpretationsschwierigkeiten, da sich die Zusammensetzung und Berechnung erheblich zwischen Unternehmen unterscheidet, was die Vergleichbarkeit einschränkte. Darüber hinaus wurde das EBIT teils in der GuV, teils im Anhang oder sogar außerhalb des IFRS-Abschlusses offengelegt. Für kennzahlengestützte Vergleichs- und Ertragsanalysen waren deshalb aufwändige Umgliederungen notwendig. Auch in der digitalen Finanzberichterstattung wurden Zwischensummen unterschiedlich gekennzeichnet, was Analysen erschwerte, da gleiche (unterschiedliche) Taxonomie-Elemente für nicht vergleichbare (identische) Daten verwendet wurden. Insgesamt führte der IAS 1 zu unterschiedlichen GuV-Strukturen, Detaillierungsgraden und Bezeichnungen von Zwischensummen, was die Verständlichkeit und den Informationsnutzen reduzierten.
Um die GuV-Darstellung zu standardisieren, werden mit IFRS 18.69 zwei neue verpflichtende Zwischensummen eingeführt. Neben dem bereits ausgewiesenen Gewinn/Verlust muss künftig sowohl ein Betriebsergebnis als auch ein Ergebnis vor Finanzierung und Ertragssteuern ausgewiesen werden. Unternehmen können zusätzliche Zwischensummen ausweisen, sofern diese eine nützliche strukturierte Zusammenfassung fördern und eindeutig bzw. wahrheitsgetrau bezeichnet werden. Das IASB verwarf die Einführung einer vierten Zwischensumme, die eine Unterscheidung zwischen „integralen“ und „nicht integralen“ Assoziierten Unternehmen (AU) und Gemeinschaftsunternehmen (GU) gefordert hätte.
Die einheitliche Ermittlung der neuen Zwischensummen wird durch die Zuordnung von Erträgen und Aufwendungen in eine von fünf Kategorien sichergestellt: Betriebs-, Investitions-, Finanzierungs-, Ertragssteuerkategorie und eine Kategorie für aufgegebene Geschäftsbereiche. Dadurch resultieren im IFRS 18 drei Hauptkategorien (Betrieb-, Investition- und Finanzierung) und zwei Nebenkategorien (Ertragssteuern und aufgegebene Geschäftsbereiche), die jedoch bereits nach IAS 1 als separate Posten darzustellen waren. Die Nebenkategorien unterliegen nicht den allgemeinen Klassifizierungsanforderungen der Hauptkategorien. Zudem sind für diese wie nach IAS 1 Zwischensummen wie Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) oder Ergebnis vor aufgegebenen Geschäftsbereichen auszuweisen.
1 Einleitung: Das Kapitel führt in die hohe Relevanz des im April 2024 verabschiedeten IFRS 18 ein, skizziert die bisherigen Schwachstellen von IAS 1 und legt die normative sowie empirische Zielsetzung der Arbeit dar.
2 Normative Analyse der Erneuerungen des IFRS 18: In diesem Kapitel werden systematisch alle materiellen Neuerungen des Standards im Vergleich zu IAS 1 analysiert, insbesondere die neuen GuV-Kategorien, verpflichtende Zwischensummen, Disaggregationsprinzipien, die Regulierung von MPMs sowie Änderungen an IAS 7 und die daraus resultierenden Implementierungsherausforderungen.
3 Konzeption eines empirischen Forschungsdesigns: Auf Basis des theoretischen Wertrelevanzkonzepts und bisheriger Studien zu Non-GAAP-Kennzahlen konzipiert das Kapitel ein methodisches Untersuchungsdesign mit Preis- und Renditemodellen (Ohlson-Modell) zur Messung des Informationsgehalts der neuen IFRS 18-Zwischensummen.
4 Fazit: Das Schlusskapitel bündelt die zentralen Erkenntnisse der normativen Analyse bezüglich Transparenz und Vergleichbarkeit, resümiert das vorgeschlagene empirische Forschungskonzept und verweist auf verbleibende Restriktionen sowie zukünftigen Forschungsbedarf.
IFRS 18, IAS 1, Betriebsergebnis, Ergebnis vor Finanzierung und Ertragssteuern, Gewinn- und Verlustrechnung, Management-Defined Performance Measures, Kapitalflussrechnung, Aggregation und Disaggregation, Wertrelevanz, Ohlson-Modell, Preismodell, Renditemodell, Entscheidungsnützlichkeit, Non-GAAP-Measures
Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Reform der internationalen Rechnungslegung durch die Einführung des IFRS 18, der den etablierten Standard IAS 1 ablöst, und untersucht sowohl dessen regulatorische Neuerungen als auch methodische Ansätze zur Messung seiner Kapitalmarktwirkung.
Zu den thematischen Schwerpunkten zählen die neue Strukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung in fünf Kategorien, verbindliche Zwischensummen, strenge Prinzipien zur Aggregation und Disaggregation, die Einbindung von Management-Defined Performance Measures in den Anhang, Folgewirkungen auf IAS 7 sowie die empirische Wertrelevanzforschung.
Das primäre Ziel ist zweigeteilt: Zum einen wird untersucht, welche materiellen und praktischen Änderungen sich durch IFRS 18 für Abschlussersteller ergeben; zum anderen wird beantwortet, wie über ein empirisches Wertrelevanzdesign überprüft werden kann, ob der Standard tatsächlich zu entscheidungsnützlicheren Informationen für Investoren führt.
Die Arbeit verbindet eine qualitative normative Analyse des Standardwerkes und relevanter Fachliteratur mit der ökonometrischen Modellierung eines empirischen Forschungsdesigns, welches auf dem Ohlson-Residualgewinnmodell sowie multivariaten Preis- und Renditeregressionen basiert.
Der Hauptteil analysiert im zweiten Kapitel die materiellen Neuregelungen von IFRS 18 im Detail (u. a. Definition von Betriebsergebnis, Zuordnungskriterien der Kategorien, Wahlrechte bei der Aufwandsgliederung, MPM-Offenlegung) und entwickelt im dritten Kapitel das methodische Regressionsdesign samt Hypothesenableitung, Variablenoperationalisierung und Stichprobenabgrenzung.
Zentrale Begriffe sind IFRS 18, IAS 1, Zwischensummen, Betriebsergebnis, Management-Defined Performance Measures (MPM), Wertrelevanz, Ohlson-Modell, GuV-Kategorisierung und Entscheidungsnützlichkeit.
Gemäß IFRS 18 ist künftig bei der indirekten Ermittlung des operativen Cashflows zwingend das neu definierte Betriebsergebnis der GuV als einheitlicher Ausgangspunkt vorgegeben, während unter IAS 1 häufig der Periodengewinn/-verlust oder uneinheitliche Zwischensalden genutzt wurden.
Eine Kennzahl gilt als MPM, wenn sie eine Zwischensumme von Erträgen und Aufwendungen darstellt, vom Management öffentlich außerhalb des Abschlusses kommuniziert wird, die Managementperspektive auf die finanzielle Gesamtleistung widerspiegelt und nicht bereits anderweitig normativ im IFRS-Regelwerk vorgeschrieben ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

