Bachelorarbeit, 2023
64 Seiten, Note: 1.3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 UEFA-Regelungsumfeld
2.1 Vorschriften zur Klublizenzierung
2.2 Vorschriften zum Klub-Monitoring
2.2.1 Monitoring-Verfahren und Verfahrensbeteiligte
2.2.2 Financial Fairplay Reglement
2.2.2.1 Break-Even-Vorschrift
2.2.2.2 Sonstige Monitoring-Vorschriften
2.2.2.3 Forschungsüberblick
2.2.2.4 Reformbedürftigkeit
2.2.3 Financial Sustainability Reglement
2.2.3.1 Solvenzanforderungen
2.2.3.2 Stabilitätsanforderungen
2.2.3.3 Kostenkontrollanforderungen
3 Empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine
3.1 Grundgesamtheit, Datenerhebung und Vorgehensweise
3.2 Analyse der Stabilitätsanforderungen
3.2.1 IFRS-Sample
3.2.2 Nationales GAAP-Sample
3.3 Analyse der Kostenkontrollanforderungen
3.3.1 IFRS-Sample
3.3.2 Nationales GAAP-Sample
4 Fazit, Limitation und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, das von der UEFA neu verabschiedete Financial Sustainability Reglement (FSR) als Nachfolger des bisherigen Financial Fairplay Reglements (FFPR) empirisch anhand der Geschäftsberichte europäischer Fußballklubs zu analysieren. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine Status-Quo-Analyse, die der Frage nachgeht, inwieweit europäische Profivereine die neuen regulatorischen Kernanforderungen – insbesondere die Stabilitäts- und Kostenkontrollanforderungen – bereits heute erfüllen, welche finanziellen Konsequenzen bei Verstößen drohen und welcher betriebswirtschaftliche Handlungsbedarf für das Klubmanagement daraus resultiert.
2.2.3.3 Kostenkontrollanforderungen
In dem neuen UEFA-Reglement müssen die Lizenznehmer neben den überarbeiteten Stabilitätsanforderungen und Solvenzanforderungen zusätzlich neue Kostenkontrollanforderungen einhalten, um an den UEFA-Wettbewerben teilzunehmen. Die UEFA strebt durch die Anforderungen an, eine bessere Kostenkontrolle der Fußballklubs zu bezwecken und diese zu fördern. Somit wird auch der Empfehlung aus der Wissenschaft nachgekommen, die hohen Spielerausgaben und die zusammenhängende Kostenkontrolle zu regulieren. Die Kostenkontrollanforderungen beschränken die Aufwendungen für Spieler- und Trainergehälter, Transfers und die Agentenkosten auf ein relatives Höchstmaß der generierten fußballbezogenen Erträge. Dies erfolgt im Zentralen durch das Kaderkostenverhältnis, welches nach Artikel 93.01 für die lizenzierte Spielzeit die festgelegte Obergrenze von 70% nicht übersteigen darf. Das Verhältnis wird betriebswirtschaftlich unpassend als Kaderkostenverhältnis bezeichnet, da es sich hierbei um Aufwendungen und nicht Kosten handelt. Daher wird im Folgenden analog zu WEBER (2022) die betriebswirtschaftliche korrekte Bezeichnung der Kaderaufwandsquote (KAQ) verwendet.
Der Zähler besteht aus dem Kaderaufwand, der sich aus dem Personalaufwand und den Aufwendungen für die Amortisation und Wertberichtigung für relevante Personen zusammensetzt. Unter relevanten Personen versteht das UEFA-Reglement alle Berufsspieler und Cheftrainer in der relevanten Periode, die für den Fußballklub registriert bzw. tätig waren und für die Personalaufwand angefallen ist. Hinzu kommen im Zähler angefallene Aufwendungen für Agenten, Spielerberater und verbundene Parteien, die an keiner anderen Stelle im Personalaufwand oder Amortisation/Wertberichtigung enthalten sind. Die Spielerberater handeln bei Transfers als intermediäre Instanzen und erhalten mittlerweile im europäischen Transfergeschäft hohe Vergütungen bzw. Provisionszahlungen.
Die fußballbezogenen Erträge im Nenner setzen sich aus den relevanten Erträgen der Stabilitätsanforderungen und dem Nettoergebnis aus der Veräußerung von Registrierungen relevanter Personen zusammen. Der letzte Bestandteil wird als einziger nicht periodengerecht berücksichtigt, da ein Durchschnitt für die letzten drei Berichtsperioden gebildet werden muss. Durch die nicht periodengerechte Berücksichtigung reguliert die UEFA die hohen Transferausgaben der Fußballvereine, da hohe Investitionen in Spielerregistrierungen zu einem negativen Nettoergebnis führen würden. Folglich reduziert sich der Nenner, was bei unveränderlichen Kaderaufwand die KAQ erhöhen würde.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die ökonomischen Besonderheiten des europäischen Profifußballs ein, skizziert die durch exogene Krisen wie Covid-19 verstärkte finanzielle Instabilität und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 UEFA-Regelungsumfeld: Das Kapitel erläutert den Aufbau der UEFA-Regulierung, vergleicht das historische Financial Fairplay Reglement inklusive dessen Reformbedürftigkeit mit dem neuen Financial Sustainability Reglement und legt die drei Säulen Solvenz, Stabilität und Kostenkontrolle detailliert dar.
3 Empirische Analyse des Status Quo europäischer Fußballvereine: Auf Basis von Geschäftsberichten von 43 Klubs wird empirisch untersucht, in welchem Maße börsennotierte und nicht börsennotierte Vereine die Vorgaben zu den Football Earnings sowie zur Kaderaufwandsquote einhalten und welche Sanktionen drohen.
4 Fazit, Limitation und Ausblick: Das Schlusskapitel fasst die zentralen empirischen Befunde zusammen, diskutiert methodische Limitationen der Rechnungslegungsdaten und gibt Handlungsempfehlungen sowie einen Ausblick auf die zukünftige Wirksamkeit des Reglements.
UEFA, Financial Fair Play, Financial Sustainability Reglement, Kaderaufwandsquote, Football Earnings, Break-Even-Vorschrift, Klublizenzierung, Klub-Monitoring, Solvenzanforderungen, Kostenkontrolle, IFRS, Nationales GAAP, Bilanzanalyse, Fußballökonomie, Disziplinarmaßnahmen
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und regulatorischen Bewertung des UEFA Financial Sustainability Reglements (FSR) und analysiert empirisch anhand veröffentlichter Finanzberichte europäischer Fußballvereine, wie gut diese auf die neuen Vorgaben vorbereitet sind.
Zu den Kernbereichen zählen die historische Entwicklung und Kritik des bisherigen Financial Fair Play, die neuen Regulierungsschilder der UEFA (Solvenz-, Stabilitäts- und Kostenkontrollanforderungen) sowie die empirische Bilanzanalyse anhand von IFRS- und nationalen Rechnungslegungsstandards.
Ziel ist es herauszufinden, welchen Status quo europäische Spitzenklubs im Hinblick auf die Einhaltung der neuen Stabilitäts- und Kaderaufwandsanforderungen aufweisen und vor welchen finanziellen Konsequenzen, Sanktionen und Managementherausforderungen sie stehen.
Es wird eine quantitative und deskriptive Bilanz- und Kennzahlenanalyse auf Basis veröffentlichter Jahres- und Konzernabschlüsse von insgesamt 43 europäischen Fußballvereinen durchgeführt, differenziert nach einem IFRS-Sample (11 Klubs) und einem nationalen GAAP-Sample (32 Klubs).
Im Hauptteil werden die Kennzahlen der Stabilitätsanforderungen (aggregierte Football Earnings, Eigenkapitalquote, Liquidität 2. Grades, Schuldennachhaltigkeitsindikator) sowie der Kostenkontrollanforderungen (Kaderaufwandsquote) für beide Teilstichproben ermittelt, verglichen und bezüglich möglicher Strafzahlungen bewertet.
Schlagwörter wie Financial Fair Play, Financial Sustainability, Football Earnings, Kaderaufwandsquote, annehmbare Abweichung, Going-Concern, FKKK-Monitoring und Disziplinarmaßnahmen prägen die Arbeit.
Während das bisherige FFPR primär auf ein aggregiertes Break-Even-Ergebnis abstellte, führt das FSR mit der Kaderaufwandsquote eine relative Obergrenze ein, wonach die Ausgaben für Spieler- und Trainergehälter, Transfers und Beraterhonorare maximal 70 % der fußballbezogenen Erträge betragen dürfen.
Die Mehrheit der untersuchten Vereine – darunter 64 % im IFRS-Sample und 84 % im nationalen GAAP-Sample – überschreitet die vorgegebene Obergrenze von 70 %, wobei insbesondere Klubs aus der französischen Ligue 1 und der italienischen Serie A teils erhebliche Abweichungen und damit drohende Disziplinarstrafen aufweisen.
Investorengeführte Klubs können erweiterte Abweichungsstufen von den Defizitgrenzen leichter durch Kapitalzuführungen der Eigner ausgleichen, was Klubs ohne vermögende Investoren oder in Ligen mit Regulierungen wie der deutschen 50+1-Regel strukturell benachteiligen kann.
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