Diplomarbeit, 2001
115 Seiten, Note: sehr gut
Zusammenfassung
Geschwisterkonstellation und Paarqualität
1 Die Paarbeziehung
1.1 Charakteristika enger Paarbeziehungen
1.2 Messung von Paarqualität
1.3 Determinanten der Paarqualität
1.3.1 Einfluß der Familienbeziehungen in der Kindheit
1.3.2 Austausch-und Interdependenztheorien
1.3.3 Ähnlichkeit versus Komplementarität
1.3.4 Rollentheoretische Überlegungen
1.3.5 Persönlichkeitsmerkmale des einzelnen Partners
1.3.6 Paarqualität im Licht der Alltagspsychologie
1.3.7 Zusammenfassung
2 Geschwisterkonstellation und Persönlichkeitsentwicklung
2.1 Entwicklung der Persönlichkeit
2.2 Vermittelnde Prozesse für den Einfluß der Geschwisterstellung auf Persönlichkeit
2.2.1 Einstellungen der Eltern
2.2.2 Rollenzuschreibungen der Eltern an das Kind
2.2.3 Annahmen der Eltern über die Persönlichkeit ihrer Kinder
2.2.4 Geteilte und nicht geteilte Umwelt
2.2.5 De-Identifikation
2.3 Die Eigenschaften der einzelnen Geschwisterstellungen
3 Bereits vorliegende Untersuchungen und Befunde
3.1 Überblick über bisher durchgeführte Studien
3.2 Zusammenfassung der Befunde
4 Untersuchung und Ergebnisse
4.1 Fragestellungen
4.2 Das Untersuchungsverfahren
4.2.1 Der Partnerschaftsfragebogen PFB (II)
4.2.2 Das Subjektive Familienbild - SFB (VI)
4.2.3 Das NEO-Fünf-Faktoren Inventar - NEO-FFI (VIII)
4.2.4 Die Erfassung der unabhängigen Variable (V)
4.2.5 Weitere erhobene Daten
4.3 Die Stichprobe
4.4 Datenauswertung und Ergebnisdarstellung
4.4.1 Methodischer Zugang
4.4.2 Die abhängige Variable – Paarzufriedenheit
4.4.3 Die unabhängige Variable - Geschwisterstellungen der Partner
4.4.4 Unterschiede in der Paarqualität zwischen den Kategorien
4.4.5 Einflußfaktoren auf die Glückseinschätzung
4.4.6 Vergleich der Wirkung Neurotizismus – Geschwisterstellung der Partner
4.4.7 Neurotizismus und Paarqualität in den einzelnen Untergruppen
4.4.8 Zusammenhang von Qualität der Geschwisterbeziehung und Paarqualität
4.4.9 Unterschiede in der Geschwisterbeziehungsqualität
4.4.10 Wahrnehmung von Ähnlichkeit und Ergänzung
4.4.11 Themenbereiche, in denen eine Ergänzung wahrgenommen wird
4.4.12 Bedeutung von Ähnlichkeit und Ergänzung für die Befragten
4.4.13 Geschlechtsrollenerwartung an den Partner und Paarqualität
4.4.14 Subjektive Wahrnehmung des Einflusses der Geschwisterstellung
4.4.15 Persönlichkeit und Geschwisterstellung
4.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.5.1 Vergleich der Paarqualität über die einzelnen Gruppen
4.5.2 Unterskalen des PFB und Globale Glückseinschätzung
4.5.3 Neurotizismus als Einflußvariable auf die Paarqualität
4.5.4 Geschwisterbeziehung früher und heute
4.5.5 Ähnlichkeit und Ergänzung
4.5.6 Wahrgenommener Einfluß der eigenen Geschwisterstellung und der des Partners
4.6 Diskussion
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, ob die Geschwisterkonstellation der Partner in deren jeweiligen Ursprungsfamilien einen Einfluss auf die Qualität der heutigen Paarbeziehung hat und inwiefern dieser Zusammenhang durch weitere Faktoren, wie die Qualität der frühen Geschwisterbeziehung oder Persönlichkeitsmerkmale, mediiert wird.
1.3.1 Einfluß der Familienbeziehungen in der Kindheit
In psychoanalytischen Theorien zur Partnerschaft wird die Bedeutung der individuellen Kindheitserfahrungen betont. Die Beziehungen eines Menschen zu den Mitgliedern seiner Ursprungsfamilie sollen einen großen Einfluß darauf haben, wie seine eigene Partnerschaft verlaufen wird. So nimmt Toman (1959, 1960, 1996) an, daß frühere soziale Dauerbeziehungen der Beteiligten einer Beziehung die Erwartungen und Vorstellungen von der gegenwärtigen neuen Beziehung mitbestimmen, da man nur aus dem längeren Zusammenleben mit vertrauten Personen entnehmen kann, wie man eine Beziehung im Alltag lebt. Deshalb glaubt er, daß eine soziale Beziehung unter sonst vergleichbaren Umständen umso erfolgreicher und dauerhafter ist, je mehr sie früheren und frühesten sozialen Beziehungen der Beteiligten ähnelt. (Duplikationstheorem).
Die von Bierhoff und Grau (1999) sowie Weiland-Heil (1993) genannten Charakteristika romantischer Paarbeziehungen sind den Charakteristika einer Geschwisterbeziehung recht ähnlich (vgl. Abschnitt 2.1). Eine Paarbeziehung ähnelt einer Geschwisterbeziehung außerdem in der Fülle gemeinsam genutzter Lebensbereiche. Hinzu kommt die ähnliche Altersstruktur von Paar- und Geschwisterbeziehung. Aufgrund dieser Ähnlichkeit bezieht sich Tomans Duplikationstheorem vor allem auf die Wiederholung des Verhältnisses zum Geschwister. Er geht davon aus, daß die befriedigendste Partnerschaft diejenige ist, in der sowohl das Geschlecht als auch die Geschwisterstellung eines früheren Geschwisters mit dem des jetzigen Partners übereinstimmen. In diesen Partnerschaften kommt es kaum zu Konflikten über die Rollenaufteilung zwischen den Partnern. Wenn beispielsweise eine älteste Schwester, die es von Kindheit an gewohnt ist, sich um andere zu sorgen und Verantwortung zu übernehmen, mit einem jüngsten Bruder zusammentrifft, der immer umsorgt wurde und gern die Verantwortung abgibt, so werden beide schnell ihre jeweiligen Rollen in der Partnerschaft gefunden haben. Eine solche Partnerschaft nennt Toman „komplementär“, da die beiden Partner einander in ihrer Rollenaufteilung ergänzen.
1 Die Paarbeziehung: Dieses Kapitel erarbeitet die Merkmale enger Partnerschaften, diskutiert die Problematik der Messung von Paarqualität und führt theoretische Einflüsse wie das Duplikationstheorem ein.
2 Geschwisterkonstellation und Persönlichkeitsentwicklung: Hier werden die Faktoren erläutert, die die Persönlichkeitsentwicklung im Kontext der Herkunftsfamilie formen, wobei ein Fokus auf Geschwisterpositionen und familiären Prozessen liegt.
3 Bereits vorliegende Untersuchungen und Befunde: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über bisherige internationale empirische Studien zum Thema Geschwisterkonstellation und Paarqualität.
4 Untersuchung und Ergebnisse: Der empirische Hauptteil der Arbeit stellt Fragestellungen, Methodik, Durchführung und die Ergebnisse der explorativen Datenanalyse der selbst erhobenen Stichprobe dar.
Geschwisterkonstellation, Paarqualität, Paarzufriedenheit, Ursprungsfamilie, Duplikationstheorem, Komplementarität, Neurotizismus, Explorative Datenanalyse, Rollentheorie, Geschwisterbeziehung, Partnerschaftsfragebogen, Persönlichkeitsentwicklung, Ähnlichkeit, Ergänzung.
Die Arbeit untersucht den empirischen Zusammenhang zwischen der Geschwisterstellung von Partnern in deren jeweiligen Ursprungsfamilien und dem Erfolg bzw. der Qualität ihrer heutigen Partnerschaft.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition und Messung von Paarqualität, psychoanalytische Theorien zur Partnerwahl, die Bedeutung der Geschwisterposition für die Persönlichkeitsentwicklung sowie Konzepte der sozialen Ergänzung.
Das Hauptziel ist es, zu prüfen, ob sich Paare, die bestimmte Geschwisterkonstellationen wiederholen, in ihrer Paarzufriedenheit signifikant von anderen Paaren unterscheiden.
Es wurde eine explorative Datenanalyse (EDA) auf Basis eines standardisierten, leicht modifizierten Fragebogens durchgeführt, der unter anderem Daten zu Paarzufriedenheit, Neurotizismus und Familienbildern erfasste.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Partnerwahl und Persönlichkeit sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten von 104 Personen in festen Partnerschaften.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Geschwisterkonstellation, Paarqualität, Duplikationstheorem, Komplementarität und Persönlichkeitsentwicklung kennzeichnen.
Komplementäre Paare sind jene, bei denen ein Partner in seiner Ursprungsfamilie als ältestes Kind aufwuchs und der andere als jüngstes Kind, wodurch sich typische Rollenmuster der Kindheit in der Beziehung ergänzen.
Neurotizismus wurde als Prädiktor für Paarzufriedenheit einbezogen, um zu prüfen, ob die Geschwisterkonstellation eine stärkere oder schwächere Auswirkung auf die Paarqualität hat als die individuelle emotionale Stabilität.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

