Bachelorarbeit, 2009
97 Seiten, Note: 1,3
I. EINLEITUNG
I.1 EINLEITUNG
I.2 DEFINITION: ARBEIT UND ERWERBSTÄTIGKEIT
II. KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN LATENTEN UND MANIFESTEN FUNKTIONEN DER ARBEIT NACH JAHODA
II.1 AUSWIRKUNGEN DER ERWERBSARBEIT AUF DAS ZEITERLEBNIS DER MENSCHEN
II.2 ERWEITERUNG DES SOZIALEN HORIZONTS
II.3 EFFEKTIVITÄT IM KOLLEKTIV
II.4 SOZIALE IDENTITÄT: DER PLATZ IN DER GESELLSCHAFT
II.4.1 Determinanten des Erfolgs und der Anerkennung
II.4.2 Status, Prestige und die informellen Regeln der Gesellschaft
II.4.3 Beeinflussung der sozialen Beziehungen
II.4.4 Kategorisierung der Individuen und die Einordnung in die Gesellschaft
II.4.5 Erwerbsarbeit zwischen der Quelle des Selbstwertgefühls und bösem Übel?
II.4.6 Identifikation mit der Arbeit und Kontrolle über das eigene Leben
Exkurs: Erwerbsarbeit als Selbstzweck
II.5 DIE BINDUNG AN DIE SOZIALE REALITÄT
II.5.1 Erwerbsarbeit: Entwicklung oder Unterdrückung der eigenen Fähigkeiten
II.5.2 Der gesellschaftliche Nutzen
II.6 BEURTEILUNG: MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DES JAHODA’SCHEN ANSATZES
III. FUNKTIONEN DER ARBEIT AUS DER PERSPEKTIVE DER ARBEITSLOSIGKEIT
III.1 EINLEITUNG
III.2 RÜCKSCHLÜSSE AUF JAHODAS FUNKTIONEN DER ERWERBSARBEIT ANHAND DER AUSWIRKUNGEN VON ERWERBSLOSIGKEIT
III.2.1 Zeitstruktur
III.2.2 Selbstwertgefühl
III.2.3 Soziale Kontakte
III.3 DER EINFLUSS DER GESELLSCHAFTLICH ERWARTETEN ERWERBSBIOGRAPHIE AUF DAS LEBEN DES MENSCHEN
III.4 DAS BILD DES ERWERBSLOSEN IN DER GESELLSCHAFT - EIN „SOZIALER SCHMAROTZER“?
III.5 ALTERNATIVEN ZUR ERWERBSARBEIT
III.5.1 Bereiche der Schattenwirtschaft: Darstellung und Statistik
III.5.2 Schwarzarbeit – ein Ausweg?
III.6 FAZIT
IV. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Funktionen von Erwerbsarbeit für den Menschen in der modernen Gesellschaft, basierend auf dem klassischen theoretischen Ansatz von Marie Jahoda. Dabei wird analysiert, inwiefern Erwerbsarbeit über die reine materielle Sicherung des Lebensunterhalts hinaus identitätsstiftende und strukturierende Aufgaben erfüllt und wie sich der Wegfall dieser Arbeit durch Erwerbslosigkeit auf die psychische Gesundheit und das soziale Gefüge des Individuums auswirkt.
II.1 Auswirkungen der Erwerbsarbeit auf das Zeiterlebnis der Menschen
Eines der Erlebnisse, die der Mensch durch die Arbeit erfährt, ist nach Jahoda die Festlegung einer Zeitstruktur. Durch die Teilung bestimmter Perioden in regelmäßige und festgelegte Abschnitte erhält die Periode eine geplante Struktur. So wird diese (beispielsweise der Tag, die Woche oder das Jahr) in Arbeitszeit und Freizeit aufgeteilt und gibt somit eine genaue Planung des Tages vor, an die sich der Mensch halten kann bzw. muss. Arbeit zwingt den Menschen automatisch zu einem strukturierten Tagesablauf und bewirkt eine Einteilung des Tages. Erwerbsarbeit bindet den Menschen in den Rhythmus der Gesellschaft ein, was von den meisten Arbeitnehmern vorbehaltlos angenommen wird. Inwiefern diese Fremdbestimmung als hilfreich oder einschränkend angesehen werden kann, wird im Folgenden näher erläutert.
In Zusammenhang mit der Funktion der vorgegebenen Zeitstruktur können zwei Probleme auftreten. Bei dem ersten geht es um die Qualität der Zeitstruktur, die einen negativen Einfluss auf die Personen haben kann. Illich schreibt zum Beispiel, dass Erwerbstätigkeit eine Institution sei, von deren „destruktive[n][r] Umklammerung“ die Menschen befreit werden müsste. Hiermit ist gemeint, dass die Arbeit als negative Determinante wirkt und demnach abgeschafft werden muss. Diese radikale Ansicht wird auch von einigen anderen in ähnlicher Form vertreten. Im Fall Illichs wäre eine Nennung der Alternativen zur Arbeit sinnvoll. Dies entfällt jedoch. Die Frage, wovon der einzelne Mensch sein Leben finanzieren soll, wird weder gestellt noch beantwortet. Die durch die Arbeit festgelegte Zeitstruktur, wie Jahoda sie nennt, würde Illich als Fesseln des Menschen sehen, die es abzustreifen gilt, während Jahoda diese als positive Funktion sieht.
I. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der Funktionen von Arbeit und Definition des Arbeitsbegriffs.
II. KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN LATENTEN UND MANIFESTEN FUNKTIONEN DER ARBEIT NACH JAHODA: Detaillierte Darstellung von Jahodas fünf latenten Funktionen und kritische Reflexion ihrer Übertragbarkeit.
III. FUNKTIONEN DER ARBEIT AUS DER PERSPEKTIVE DER ARBEITSLOSIGKEIT: Untersuchung der Folgen von Arbeitslosigkeit, um Rückschlüsse auf die Bedeutung der Arbeit zu ziehen, sowie Diskussion von Alternativen.
IV. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Rolle der Erwerbsarbeit als zentraler Identitätsfaktor in der modernen Gesellschaft.
Erwerbsarbeit, Marie Jahoda, Arbeitslosigkeit, Sozialpsychologie, Zeitstruktur, Soziale Identität, Arbeitsgesellschaft, Schattenwirtschaft, Schwarzarbeit, Lebensunterhalt, Selbstwertgefühl, Identitätsbildung, Soziale Integration, Erwerbsbiografie, Fremdbestimmung.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Erwerbsarbeit für den Menschen und analysiert, welche psychologischen und sozialen Funktionen diese erfüllt.
Zentrale Themen sind die Arbeitstheorie nach Marie Jahoda, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die psychische Verfassung, das gesellschaftliche Ansehen von Erwerbslosen und die Analyse von Erwerbsersatzstrukturen.
Ziel ist es, die Funktionen der Erwerbsarbeit durch die Brille der Arbeitslosigkeit kritisch zu prüfen und zu untersuchen, ob diese Funktionen zwingend an eine klassische Erwerbstätigkeit gebunden sind.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Klassiker, insbesondere Marie Jahoda, mit aktuellerer Literatur und Studien vergleicht und kritisch hinterfragt.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Auseinandersetzung mit Jahodas Funktionsmodell (Zeitstruktur, soziale Kontakte etc.) und eine anschließende Prüfung dieser Funktionen im Kontext von Erwerbslosigkeit und Schattenwirtschaft.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Erwerbsarbeit, Identität, Sozialpsychologie, Arbeitsgesellschaft, Zeitstruktur und Selbstwertgefühl.
Marie Jahoda gilt als die bekannteste Soziologin auf dem Gebiet der Arbeitsforschung. Ihre Marienthal-Studie bildet das Fundament für das Verständnis, wie Arbeit den Menschen strukturiert.
Die Schattenwirtschaft wird als Bereich untersucht, in dem Tätigkeiten außerhalb der klassischen Erwerbsarbeit stattfinden, um zu prüfen, ob sie als Ersatzfunktionen für die Erwerbsarbeit fungieren können.
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