Diplomarbeit, 2003
78 Seiten, Note: gut
0 Einleitung
0.1 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
0.2 Materialbasis
1 Gesundheitsleistungen und staatliche Rahmenbedingungen
1.1 Gesundheitsgüter und ihre Charakteristika
1.2 Steuerungsmöglichkeiten des Staates
1.3 Originäre staatliche Rahmenbedingungen der deutschen Krankenhausgesetzgebung
1.4 Das sozialrechtliche Dreieck
1.5 Zusammenfassung
2 Veränderte staatliche Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung
2.1 Die Abschaffung des Selbstkostendeckungsprinzips
2.2 Leistungsgerechte Entgelte
2.2.1 Das Mischsystem aus Fallpauschalen, Pflegesätzen und Soderentgelten
2.2.2 Die Diagnosis Related Groups
2.2.2.1 Definition
2.2.2.2 Die Zuordnung eines Behandlungsfalles auf eine DRG
2.2.2.3 Die Kostenermittlung der DRG´s
2.2.2.4 Die DRG- Adaptation in Deutschland
2.2.2.5 Anreiz und Verteilungswirkungen durch das DRG-System und Qualitätsmanagement
2.3 Zusammenfassung
3 Ausgangssituation der Pflege unter den veränderten Rahmenbedingungen
3.1 Die Anwendung der PPR und deren Aussetzung
3.2 DRGs und die Berücksichtigung des Pflegeaufwandes
3.3 Homogenitätsprobleme von DRGs
3.4 Anstehende Leistungsverdichtung durch Verweildauerreduzierung und aktuelle Personalsituation in der Pflege
3.5 Pflege in der Rolle des medizinischen Assistenten
3.6 Zusammenfassung
4 Verdrängtes humanistisches Pflegeverständnis und Möglichkeiten der Reaktivierung
4.1 Originäre Aufgaben der Pflege
4.2 Ethik als Weg zur Reflexion über berufliche Werte der Pflege
4.2.1 Die Relevanz ethischer Prinzipien
4.2.2 Aussagen des Ethikkodex des ICN
4.3 Annäherungen an einen pflegerischen Qualitätsbegriff
4.4 Zusammenfassung
5 Zukünftige Anforderungen an das Pflegemanagement unter ökonomischer Fixierung und humanistischer Selbstverpflichtung
5.1 Werteorientierung
5.1.1 Werteorientierte Mitarbeiterführung
5.1.2 Leistungsdefinition der Pflege unter Berücksichtigung berufseigener Werte
5.2 Primary Nursing - ein organisatorisches Rahmenkonzept für eine humanistische Pflege
6 Zusammenfassende Betrachtung
Die Arbeit untersucht, wie sich das Pflegemanagement im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen durch das DRG-Fallpauschalensystem und ethischen Anforderungen behaupten kann. Ziel ist es, einen erweiterten Pflegebegriff zu definieren, der über zweckrationales Handeln hinausgeht und professionelle Werte sowie pflegewissenschaftliche Erkenntnisse integriert.
Die Zuordnung eines Behandlungsfalles auf eine DRG
Die Zuordnung des Krankheitsfalles vollzieht sich zunächst über die Bildung einer Hauptkategorie durch die Zuweisung einer Hauptdiagnose. Es gibt 25 Hauptkategorien, die primär nach den wichtigsten Organsystemen geordnet sind. Darauf folgt die Bestimmung der Basis- DRG durch die wichtigste Prozedur bei chirurgischen Patienten bzw. aufgrund der Hauptdiagnose bei medizinischen Patienten. Durch die Zuweisung des Schweregrades aufgrund der Nebendiagnosen soll ein erhöhter Pflege – Zeit und Kostenaufwand Berücksichtigung finden. Schließlich erfolgt die Bestimmung der DRG durch Kombination von Basis- DRG, Schweregrad und (evtl.) Altersstufe.
Da während des Behandlungszeitraums unterschiedliche Diagnosen eine Hauptdiagnose darstellen können, wird sie erst bei der Entlassung des Patienten vom Arzt vorgenommen.
0 Einleitung: Beschreibt den Wandel im Gesundheitswesen und die zunehmende Ökonomisierung der Krankenhäuser durch neue Gesetzeslagen wie das DRG-System.
1 Gesundheitsleistungen und staatliche Rahmenbedingungen: Analysiert die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe im Gesundheitsmarkt aufgrund der besonderen Eigenschaften von Gesundheitsgütern.
2 Veränderte staatliche Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung: Erläutert den Übergang vom Selbstkostendeckungsprinzip zu leistungsgerechten Entgelten und die Funktionsweise von DRGs.
3 Ausgangssituation der Pflege unter den veränderten Rahmenbedingungen: Beleuchtet die schwierige Integration pflegerischer Leistungen in das DRG-System und die personelle Belastungssituation.
4 Verdrängtes humanistisches Pflegeverständnis und Möglichkeiten der Reaktivierung: Diskutiert die Notwendigkeit einer ethischen Rückbesinnung auf originäre Pflegeaufgaben.
5 Zukünftige Anforderungen an das Pflegemanagement unter ökonomischer Fixierung und humanistischer Selbstverpflichtung: Zeigt Wege für eine werteorientierte Mitarbeiterführung und moderne Pflegeorganisation wie Primary Nursing auf.
6 Zusammenfassende Betrachtung: Fasst die Notwendigkeit zusammen, den Blickwinkel des Pflegemanagements für humanistische Aufgaben zu öffnen.
Pflegemanagement, DRG, Fallpauschalen, Krankenhausfinanzierung, Pflegeethik, Humanistische Pflege, Primary Nursing, Ökonomisierung, Patientenwohl, Pflegequalität, Berufsethos, Leistungsdefinition, Personalbedarf, Gesundheitswesen, Profession Pflege
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für das Pflegemanagement im Kontext der Einführung des DRG-Fallpauschalensystems, insbesondere den Konflikt zwischen ökonomischen Effizienzanforderungen und dem humanistischen Anspruch der Pflege.
Zentrale Themen sind die Krankenhausfinanzierung, die Auswirkungen von DRGs auf die pflegerische Arbeit, ethische Aspekte der Pflege, Möglichkeiten der Qualitätssteigerung und die zukünftige Ausrichtung des Pflegemanagements.
Die zentrale Frage ist, wie sich das Pflegemanagement positionieren muss, um sich zwischen ethischen Anforderungen und ökonomischen Determinanten im Zeichen der Fallpauschale erfolgreich zu behaupten.
Es wurde eine deskriptive Herangehensweise gewählt, die auf einer Literaturrecherche und der Analyse von Fachliteratur aus den Bereichen Pflege, Gesundheitsökonomie und Krankenhausbetriebswirtschaft basiert, ergänzt durch Gespräche und Diskussionen mit Pflegenden aus der Praxis.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der staatlichen Rahmenbedingungen, der Ausgangssituation der Pflege unter DRGs, der ethischen Fundierung des Pflegeverständnisses und konkreten Anforderungen an das Pflegemanagement, inklusive Organisationsmodellen wie Primary Nursing.
Wichtige Schlüsselwörter sind Pflegemanagement, DRG, Fallpauschalen, Pflegeethik, Humanistische Pflege, Primary Nursing, Ökonomisierung und Pflegequalität.
Die PPR wird als ein Beispiel für den Versuch einer leistungsorientierten Personalbedarfsermittlung diskutiert, deren Aussetzung das Pflegemanagement vor die Herausforderung stellt, Pflegeleistungen ohne ein verbindliches Erfassungssystem in den neuen Entgeltstrukturen abzubilden.
Primary Nursing wird als ein organisatorisches Rahmenkonzept vorgestellt, das durch die Zuweisung von Verantwortung für eine feste Patientengruppe die Pflegeautonomie stärkt und somit den entmenschlichten Aspekten der Krankenhauspflege entgegenwirken kann.
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