Fachbuch, 2011
86 Seiten
Das Moustérien
Neandertal im Jahre 1835
Diese Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über das Moustérien als bedeutendste Kulturstufe der Neanderthaler. Sie beleuchtet die klimatischen Rahmenbedingungen, die Lebensweise der Jäger, ihre Werkzeugtechnologien sowie wissenschaftliche Erkenntnisse über Fundstätten, Bestattungsriten und den frühen Umgang mit den Entdeckungen dieser Menschenform.
Das Moustérien
Als die bedeutendste und fundreichste Kulturstufe der Neanderthaler in der mittleren Altsteinzeit gilt das Moustérien vor etwa 125.000 bis 40.000 Jahren, das in Europa, im Mittelmeergebiet und in Mittelasien sehr verbreitet war. Der Begriff Moustérien wurde 1869 von dem französischen Prähistoriker Gabriel de Mortillet (1821–1898) aus Saint-Germain bei Paris nach den Funden aus der Höhle von Le Moustier bei Les Eyzies-de-Tayac im Departement Dordogne geprägt. Auch in Deutschland hat man zahlreiche Hinterlassenschaften aus dem Moustérien entdeckt.
Die ersten 10.000 Jahre des Moustérien entsprachen der Eem-Warmzeit vor etwa 125.000 bis 115.000 Jahren. Während dieser Zeit herrschte in ganz Deutschland zumeist ein sehr mildes Klima. Daher konnten sich viele klimatisch anspruchsvolle Pflanzen und Tiere behaupten. Der ins Eem fallende Teil des Moustérien wird als warmes »Moustérien« bezeichnet.
Die restliche Zeit des Moustérien fiel in die Abkühlungsphase der frühen norddeutschen Weichsel-Eiszeit bzw. der süddeutschen Würm-Eiszeit. Auch in dieser Eiszeit gab es wiederholt einen Wechsel von Kalt- und Warmphasen, die jeweils die Zusammensetzung der Pflanzen- und Tierwelt beeinflussten. So lebten in den Kaltphasen vor allem Mammute, Fellnashörner, Rentiere und Moschusochsen. In den Warmphasen traten Höhlenlöwen, Höhlenhyänen, Höhlenbären, Wild-
Das Moustérien: Dieses Kapitel definiert die zeitliche und geographische Einordnung des Moustérien und beschreibt die klimatischen Bedingungen während der Eem-Warmzeit und der nachfolgenden Eiszeiten.
Neandertal im Jahre 1835: Dieser Abschnitt behandelt die historische Namensgebung des Neandertals und die lokale Entstehungsgeschichte des Tals vor dem Hintergrund der frühen wissenschaftlichen Funde.
Moustérien, Neanderthaler, Altsteinzeit, Höhlenfunde, Steingeräte, Paläoanthropologie, Johann Carl Fuhlrott, Kleine Feldhofer Grotte, Eiszeit, Bestattungen, Kannibalismus, Schädelkult, Jagdbeute, Archäologie, Menschheitsgeschichte
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen und materiellen Hinterlassenschaft der Neanderthaler in der mittleren Altsteinzeit, insbesondere während der Periode des Moustérien.
Zu den zentralen Themen gehören die klimatischen Lebensbedingungen, die Werkzeugtechnologie, die Jagdweise sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung von Skelettfunden in Europa.
Ziel ist es, ein detailliertes Bild der Lebenswelt der Neanderthaler zu zeichnen und die Entwicklung der wissenschaftlichen Anerkennung dieser Menschenform nachzuvollziehen.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Auswertung archäologischer Fundberichte, geologischer Datierungen und historischer Dokumentationen zur Entdeckungsgeschichte der Skelette.
Der Hauptteil widmet sich der Fundgeschichte, der Rekonstruktion des Neanderthaler-Lebens, der Untersuchung von Bestattungspraktiken und der Analyse der Fundstellen in Deutschland.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Moustérien, Neanderthaler, Altsteinzeit, Steingeräte, Skelettfunde und wissenschaftliche Anthropologie.
Sie gilt als weltweit berühmtester Fundort, an dem 1856 die ersten bedeutenden Skelettreste entdeckt wurden, die schließlich als fossile Menschen anerkannt wurden.
Einige Forscher diskutierten aufgrund spezieller Anordnungen von Höhlenbärenknochen in Nischen die Existenz kultischer Praktiken, wobei diese Annahme in der Fachwelt stark umstritten bleibt.
Der Autor stellt dar, dass frühere Interpretationen von Schnittspuren als Beweis für Kannibalismus oft revidiert wurden, da solche Spuren teilweise auch auf natürliche Einwirkungen, etwa durch Hyänen, zurückzuführen sind.
Das Micoquien wird als zeitgleiche Kulturstufe eingeführt, deren Steinartefakte eine spezifische Bearbeitungstechnik aufweisen und deren Funde oft in räumlicher Nähe zu Moustérien-Fundschichten auftreten.
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