Diplomarbeit, 2003
92 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Definition Krise
2.2 Der Begriff Krisenmanagement
2.3 Abgrenzung der Begriffe Sanierung und Insolvenz
2.4 Definition Mittelstand
3 Entwicklung und Auswirkungen von Unternehmenskrisen
3.1 Allgemeine Eigenschaften von Krisen
3.2 Der Krisenverlauf als mehrstufiger Prozess
3.3 Krisenursachen
3.4 Krisenfrüherkennung
3.5 Auswirkungen von Unternehmenskrisen
4 Krisenmanagement bei Unternehmenskrisen
4.1 Das Krisenmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen
4.1.1 Die Verbindung von Risikomanagement und Krisenmanagement
4.1.2 Das funktionale Krisenmanagement
4.1.3 Das institutionelle Krisenmanagement
4.2 Der Prozess des Krisenmanagements im Unternehmen
4.2.1 Die Konzeptphase
4.2.1.1 Die Einleitung von kurzfristigen Sofortmaßnahmen
4.2.1.2 Bestandsaufnahme und Ursachenanalyse
4.2.1.3 Die Erstellung eines Konsolidierungskonzeptes
4.2.1.4 Die Beurteilung der Erfolgsaussichten des Konzeptes
4.2.2 Die Umsetzungsphase
4.2.2.1 Die Durchführung des Konsolidierungskonzeptes
4.2.2.2 Das Umsetzungscontrolling
4.3 Das Scheitern der Konsolidierung
5 Die Rolle der Banken bei Unternehmenskrisen
5.1 Das Hausbankprinzip der kleinen und mittleren Unternehmen
5.2 Das Verhalten der Banken im Prozess des Krisenmanagements
5.2.1 Der Interessenkonflikt zwischen Unternehmen und Banken
5.2.2 Maßnahmen der Banken zur Konsolidierung von Unternehmen
5.2.2.1 Kurzfristige Überbrückungsmaßnahmen
5.2.2.2 Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der Konsolidierung
5.3 Zusammenfassung der Handlungsoptionen von Banken und Unternehmen
6 Fallbeispiel: Konsolidierung eines Dachdeckereibetriebes
7 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erfolgreich durch ein handlungsfähiges Krisenmanagement eine akute Unternehmenskrise überwinden und eine Insolvenz vermeiden können. Im Fokus steht dabei die außergerichtliche Konsolidierung unter aktiver Einbindung der Banken.
4.2.1.1 Einleitung von kurzfristigen Sofortmaßnahmen
Zur Erstellung eines tragfähigen und nachhaltigen mittel- bis langfristigen Konsolidierungskonzeptes ist eine detaillierte Analyse der aktuellen Unternehmenssituation und eine Analyse der Krisenursachen erforderlich. Diese detaillierten Analysen erfordern in der Regel mehrere Wochen Zeit, die in akuten Krisensituationen nur noch sehr gering oder gar nicht mehr vorhanden ist. Akute Probleme des Unternehmens müssen aber sofort gelöst werden. Daher müssen zuerst kurzfristige Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, bevor eine anschließende konzeptionelle Analyse durchgeführt wird. Folgende Sofortmaßnahmen sind dabei zu unterscheiden:
Maßnahmen im Bereich der Liquidität
Maßnahmen zu Erhöhung des Kreditspielraumes
Maßnahmen zur Gewährleistung der Handlungsfähigkeit
Maßnahmen im Bereich der Kommunikation und Information
Die Maßnahmen im Liquiditätsbereich lassen sich darüber hinaus weiter unterteilen in Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität und in Maßnahmen zur Vermeidung des Liquiditätsabflusses. Als Beispiele im Bereich der Liquiditätserhöhung sind die Bareinzahlungen der Gesellschafter zu nennen, die entweder in der Form einer Erhöhung des EK (Haftungskapitals) oder des FK mittels Gesellschafterdarlehen erfolgen. Weitere Möglichkeiten zur Liquiditätserhöhung sind die Liquidierung von nicht betriebsnotwendigen Vermögensgegenständen (z.B. hohe Lagerbestände), die Beschleunigung des Zahlungseingangs von Debitoren (z.B. durch die Gewährung von Skonto oder eine schnellere Rechnungserstellung), die Reduzierung von offenen Forderungen (z.B. durch Factoring), die Nutzung des sog. „Sale and lease back“-Verfahrens oder die Generierung von Liquidität durch Preisveränderungen (z.B. durch Preiserhöhungen). Die Maßnahmen zur Vermeidung des Liquiditätsabflusses sind besonders im innerbetrieblichen Bereich umzusetzen. Beispiele aus diesem Bereich sind zum einem der Investitionsstopp bzw. die Investitionsverschiebung, eine restriktive Materialbeschaffung (keine Beschaffung auf Vorrat), die restriktive Personaleinstellung und die Einführung einer organisatorischen Überwachung, z.B. durch den Leiter der Controlling Abteilung (wenn dieser vorhanden ist) oder durch die Unternehmensführung, damit unkontrollierter Liquiditätsabfluss vermieden wird.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedrohung von KMU durch Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2003 und begründet die Notwendigkeit der Untersuchung.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Krise und Krisenmanagement und grenzt diese von verwandten Phänomenen wie Konflikten oder Insolvenz ab.
3 Entwicklung und Auswirkungen von Unternehmenskrisen: Hier werden die Phasenmodelle von Unternehmenskrisen, ihre Ursachen sowie typische Warnsignale und Auswirkungen auf das Unternehmen detailliert beschrieben.
4 Krisenmanagement bei Unternehmenskrisen: Das Kernstück der Arbeit erläutert den Prozess des Krisenmanagements, unterteilt in Konzept- und Umsetzungsphase, speziell für inhabergeführte KMU.
5 Die Rolle der Banken bei Unternehmenskrisen: Es wird analysiert, wie Banken das Krisenmanagement unterstützen, wo Interessenkonflikte liegen und welche Handlungsoptionen den Kreditinstituten zur Verfügung stehen.
6 Fallbeispiel: Konsolidierung eines Dachdeckereibetriebes: Ein praktisches Fallbeispiel veranschaulicht die Anwendung der theoretischen Konzepte bei der Sanierung eines kleinen Handwerksunternehmens.
7 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Bedeutung eines proaktiven Krisenmanagements für das Überleben im Mittelstand.
Krisenmanagement, Mittelstand, KMU, Unternehmenskrise, Konsolidierung, Sanierung, Insolvenz, Liquidität, Hausbank, Sanierungskonzept, Risikomanagement, Sofortmaßnahmen, Frühwarnsystem, Fortführungsprognose, Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in einer Krise gegenüberstehen, und erarbeitet Strategien, wie diese durch ein systematisches Krisenmanagement und Unterstützung der Banken bewältigt werden können.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Krisenmanagements, der prozessuale Verlauf von Unternehmenskrisen, die spezifische Sanierungskonzeption für KMU sowie die Rolle der finanzierenden Hausbank.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie KMU durch rechtzeitige Diagnose und professionelle Konsolidierungsmaßnahmen eine drohende Insolvenz abwenden können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Fallstudienmethode, um die theoretischen Erkenntnisse an einem konkreten Beispiel der Unternehmenspraxis zu validieren.
Im Hauptteil werden die Phasen der Krise, die operative und strategische Sanierung, die notwendigen Sofortmaßnahmen und die verschiedenen Handlungsoptionen der Banken (vom Stillhalten bis zur Sanierungskreditvergabe) detailliert erörtert.
Schlüsselbegriffe sind Krisenmanagement, Konsolidierung, Mittelstand, Liquiditätssicherung und Sanierungsfähigkeit.
KMU verfügen meist nicht über direkten Kapitalmarktzugang und sind stark von Krediten einer einzigen Hausbank abhängig; deren Verhalten bei Krisen entscheidet daher oft über das Überleben des Unternehmens.
Das repulsive Krisenmanagement verfolgt das Ziel der unternehmenserhaltenden Sanierung, während das liquidative Krisenmanagement auf die geordnete Abwicklung und Liquidation des Unternehmens abzielt.
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