Examensarbeit, 2010
25 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung, Entstehung und Herkunft
2. Heuristiken
2.1 Heuristiken der Komplexitätsreduzierung
2.1.1 Das Mental Accounting
2.1.2 Vereinfachen von Sachverhalten
2.1.3 Verfügbarkeitsheuristiken
2.1.4 Vernachlässigung von Informationen
Selektive Wahrnehmung
Selektives Entscheiden
2.2 Heuristiken der Schnelle Urteilsfindung
2.2.1 Anchoring
2.2.2 Repräsentativitätsheuristik
2.2.2.1 Überschätzen von Wahrscheinlichkeiten
3. Gruppendynamik
4. Bezugspunkte und abnehmende Sensitivität, die Prospect-Theorie
4.1 Dispositionseffekt
5. Harmonie
5.1 Kognitive Dissonanz und die Verstärkung durch gesteigertes Commitment
6. Kritische Würdigung
Die vorliegende Arbeit untersucht das irrationale Verhalten von Privatanlegern im Finanzkontext, indem sie psychologische Einflüsse analysiert, die den klassischen "Homo oeconomicus" in der Praxis widerlegen. Ziel ist es, dem Anleger ein besseres Verständnis für seine eigene Entscheidungsfindung sowie die Dynamiken an den Märkten zu vermitteln, um suboptimale Anlageentscheidungen zu reduzieren.
2.1.1 Das Mental Accounting
„Rational heißt nicht unbedingt glücklich und irrational zu sein verschafft uns die seltene Gelegenheit eines ‚kostenlosen‘ Drinks.“ Mental Accounting beschreibt das Führen verschiedener geistiger Konten. Je nach Ausgaben verbucht man den gezahlten Geldwert auf der Minusseite und einen dazugehörenden emotionalen Wert auf der Plusseite des geistig geführten Kontos. Dabei ist es entscheidend mit welchem Konto man gewisse Ausgaben assoziiert. Ein in der Fachliteratur oft wiedergegebenes Beispiel von Tversky und Kahnemann soll auch hier zur Verdeutlichung herangezogen werden.
„Sie haben an der Abendkasse des Theaters eine Eintrittskarte für 10 Euro reservieren lassen. Dort angekommen, stellen sie fest, dass Sie die 10 Euro verloren haben, die Sie für den Kauf der Eintrittskarte vorgesehen hatten. Kaufen Sie dennoch einer Karte für 10 Euro?“ Das Ergebnis dieser Umfrage war, dass 88% weitere 10 Euro ausgeben würden um die Eintrittskarte zu Kaufen.
Die zweite Variante lautet folgendermaßen. „ Sie haben vor wenigen Tagen eine Eintrittskarte fürs Theater am Ticket-Counter für 10 Euro erworben. Vor dem Theater angekommen bemerken Sie, dass Sie ihre Karte verloren haben. Kaufen sie eine neue Eintrittskarte für 10 Euro?“ Das Ergebnis war das bei diesem Szenario nur 46% eine weitere Karte kaufen und somit weiter 10 Euro ausgeben würden.
1. Einleitung, Entstehung und Herkunft: Vorstellung der Behavioral Finance als Gegenentwurf zum Homo oeconomicus, um das suboptimale Verhalten von Anlegern wissenschaftlich zu erforschen.
2. Heuristiken: Erklärung einfacher mentaler Regeln, die zur Komplexitätsreduzierung und schnellen Urteilsfindung dienen, aber oft in kognitive Trugschlüsse münden.
3. Gruppendynamik: Untersuchung der Einflüsse von sozialem Druck und Herdenverhalten auf individuelle Investmententscheidungen an den Finanzmärkten.
4. Bezugspunkte und abnehmende Sensitivität, die Prospect-Theorie: Analyse, wie Anleger Gewinne und Verluste relativ zu einem persönlichen Bezugspunkt bewerten und warum sie Verluste länger aussitzen als Gewinne.
5. Harmonie: Erörterung der Rolle von kognitiver Dissonanz und emotionalem Commitment bei dem Wunsch des Anlegers, ein positives Selbstbild durch ignorieren widersprüchlicher Informationen aufrechtzuerhalten.
6. Kritische Würdigung: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen für Anleger, um durch bewusstes Handeln und den Einsatz von Stoppkurs-Strategien psychologische Verzerrungen zu überwinden.
Behavioral Finance, Homo oeconomicus, Heuristiken, Mental Accounting, Verfügbarkeitsheuristik, Selektive Wahrnehmung, Gruppendynamik, Herdenverhalten, Prospect-Theorie, Dispositionseffekt, Kognitive Dissonanz, Commitment, Kapitalmarktanalyse, Anlageverhalten, Anlegerpsychologie.
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Disziplin der Behavioral Finance und untersucht, warum Anleger an der Börse häufig irrational handeln, anstatt rational Gewinne zu maximieren.
Zentrale Themen sind psychologische Heuristiken, der Einfluss von Gruppenzugehörigkeit, die subjektive Wahrnehmung von Gewinnen und Verlusten sowie die Vermeidung psychischer Dissonanzen beim Investieren.
Das Ziel ist es, dem privaten Anleger ein tieferes Verständnis für die eigenen psychologischen Fehlentscheidungen zu vermitteln, um zukünftig objektiver und erfolgreicher an den Märkten agieren zu können.
Die Arbeit basiert auf Theorien und Methoden aus der Ökonomie und Psychologie, insbesondere den Forschungsarbeiten von Kahneman und Tversky zur Prospect-Theorie und zu Entscheidungsheuristiken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Heuristiken (Mental Accounting, Anchoring, Repräsentativität), die Gruppendynamik (Herdentrieb), die Bewertungsmissverständnisse gemäß Prospect-Theorie sowie das Harmoniebedürfnis des Anlegers.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behavioral Finance, Heuristiken, Dispositionseffekt, kognitive Dissonanz und Mentale Konten geprägt.
Sie führt dazu, dass Menschen fälschlicherweise Wahrscheinlichkeiten basierend auf Mustern oder Erfahrungen schätzen, statt auf statistische Fakten zu vertrauen (z.B. bei der "Gambler's fallacy").
Der Autor schlägt den Einsatz von Stoppkurs-Strategien vor, um Emotionen zu minimieren und eine objektive Trennung von verlustbringenden Anlagen bei einem Wertverlust von etwa 10% bis 15% sicherzustellen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

