Doktorarbeit / Dissertation, 2004
251 Seiten, Note: (1) Magna Cum Laude
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
I. EINLEITUNG. DIE FRAGE NACH DER BEGRÜNDUNG DER MORAL UND DIE WIEDERKEHR REALISTISCHER ANTWORTSVERSUCHE
1. Wiederkehrende Aspekte einer Begründung der Moral. Erörterung einer realistischen Perspektive
2. Neuere Versuche einer realistischen Begründung der Moral. Zum Gegenstand dieser Untersuchung
3. Das sprachphilosophische Verständnis einer realistischen Begründung moralischer Überzeugungen
4. Der Debatte um den Moralischen Realismus in der gegenwärtigen Philosophie
II. KONSEQUENZEN DER POSTEMPIRISTISCHEN SPRACHPHILOSOPHIE FÜR DIE METAETHISCHE DISKUSSION
KAPITEL I. HISTORISCHER RÜCKBLICK: DER ÜBERGANG VON EINER POSITIVISTISCHEN ZU EINER PRAGMATISCH-PHÄNOMENOLOGISCHEN WELTSICHT
1.1. The ‚Bluring of Boundaries‘ – Die Preisgabe des modernen Projektes einer auf der sinnlichen Erfahrung basierenden Demarkation unseres Wissens
1.2. Der Übergang von einem starken zu einem schwachen Verifikationismus
KAPITEL II. ZENTRALE ARGUMENTE FÜR DEN MORALISCHEN KOGNITIVISMUS
2.1. ERSTES ARGUMENT: DER LOGISCH_SYNKTAKTISCHE GEBRAUCH MORALISCHER AUSSAGEN
2.2. ZWEITES ARGUMENT: `MORALISCHES REGELFOLGEN´
III. DIE FRAGE NACH DER WAHRHEIT DICHTER MORALISCHER AUSSAGEN
KAPITEL III. DIE IDEE PERSPEKTIVISTISCHEN MORALISCHEN WISSENS. BERNARD WILLIAMS UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN NATURWISSENSCHAFTLICHEM UND MORALISCHEM WISSEN UND WAHRHEIT
3.1. WILLIAMS `NON-OBJEKTIVISTISCHER´ KOGNITIVISMUS
3.2. PUTNAM KRITIK AN WILLIAMS
KAPITEL IV. HABERMAS AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN "POSTWITTGENSTEINIANISCHEN UND NEOARISTOTELISCHEN ANSÄTZE
4.1. HABERMAS ÜBER DIE OBJEKTIVITÄT MORALISCHES WISSENS
4.2. PUTNAMS KRITIK AN HABERMAS VERSTÄNDNIS ETHISCHER WERTURTEILE
4.3. WIE SOLL DANN DICHTE BEGRIFFE UND DEREN GEBRAUCH VERSTEHEN
4.4. ZURÜCK ZU PUTNAMS KRITIK AN HABERMAS
4.5. INWIEFERN IST DANN PUTNAMS KRITIK AN HABERMAS’ POSITION ZUTREFFEND?
IV. KONDENSETHIK, MORALISCHE NORMEN UND DIE FRAGE NACH DER BEGRÜNDUNG DER MORAL
KAPITEL V. VON DER WAHRHEIT DICHTER MORALISCHER AUSSAGEN ZU DER RICHTIGKEIT MORALISCHER NORMEN
5.1. HABERMAS VERSTÄNDNIS MORALISCHER RICHTIGKEIT
5.2. ZWEI INTERPRETATIONSMODELLE DER ABHÄNGIGKEITSVERHÄLTNISSE ZWISCHEN MORALISCHEN NORMEN UND MORALISCHEN WERTAUSSAGEN
5.3. WELCHEN STELLENWERT HAT FÜR HABERMAS DIE RICHTIGKEIT MORALISCHER NORMEN
KAPITEL VI. REALISTISCHE UND ANTI-REALISTISCHE AUFFASSUNGEN DER RICHTIGKEIT MORALISCHER NORMEN
6.1. HABERMAS AUSEINANDERSETZUNG MIT DER REALISTISCHEN LEKTÜRE DER DISKURSETHIK VON C. LAFONT
6.2. ÜBERTRAGUNG AUF DEN MORALISCHEN FALL
KAPITEL VII. DIE FRAGE NACH DER RICHTIGKEIT MORALISCHER NORMEN UND DER ANSPRUCH AUF EINE REALISTISCHE BEGRÜNDUNG DER MORAL
7.1. DAS PROBLEM DER BEGRÜNDUNGSRICHTUNG
7.2. RICHTIG IN MORALISCHEN SINNE UND DIE NORMATIVE FRAGE NACH DER RICHTIGKEIT MORALISCHER NORMEN
7.3. ERGEBNISSE
Die Arbeit befasst sich mit der metaethischen Frage nach einer Begründung der Moral im Kontext der postempiristischen Sprachphilosophie. Ziel der Untersuchung ist es, zu klären, ob realistische Ansätze zur Begründung moralischer Überzeugungen angesichts der sprachpragmatischen Wende der Philosophie haltbar sind und wie moralische Werte und Normen sprachphilosophisch fundiert werden können.
1. Wiederkehrende Aspekte einer Begründung der Moral. Erörterung einer realistischen Perspektive
Ein gutes Beispiel für die Tendenz die unterschiedlichen Begründungsmodi der Moral als konkurrierende Antworten auf die gleiche Frage darzustellen, liefert Christine Korsgaard vieldiskutiertes Buch The Sources of Normativity. Nach Korsgaard lassen sich die ”Quellen der Normativität” in Begriffen von Voluntarismus, menschlicher Autonomie, affirmativer Natur (”Reflektive Endorsement”) und Realismus beschreiben.
Diese vier Positionen sollen unterschiedliche Erklärungen des Ursprungs moralischer Normativität entsprechen. Auf diese Weise wird das Problem der Begründung in Korsgaards Termini ”the seek of a philosophical foundation” hauptsächlich zum Problem des Ursprungs von Normativität, also dem verpflichtenden Charakter bzw. der Autorität moralischer Normen. Es ist auch im Hinblick auf die Frage, daß sie diese vier verschiedenen historischen Antworten ausfindig macht. Ihrer Darstellung nach wurde in der Moderne der zwingende Appell moralischer Normen entweder auf die Autorität Gottes oder die eines Legislators auf die unausweichliche Autorität der eigenen Vernunft, auf die reflexive Akzeptanz der Beschaffenheit bzw. Dispositionen der eigenen Natur oder auf die Realität zurückgeführt. Der Versuch, die entsprechenden ethischen Positionen, die hiermit gemeint sind, d. h. Voluntarismus und Kontraktualismus, Kantianismus, Projektivismus à la Hume und Realismus als alternative parallele Antworten auf dieselbe Frage zu verstehen, scheint mir jedoch etwas gezwungen.
I. EINLEITUNG. DIE FRAGE NACH DER BEGRÜNDUNG DER MORAL UND DIE WIEDERKEHR REALISTISCHER ANTWORTSVERSUCHE: Einführung in die thematische Problematik, die die Moral als wiederkehrende philosophische Frage und das erneute Aufkommen realistischer Begründungsmuster beleuchtet.
II. KONSEQUENZEN DER POSTEMPIRISTISCHEN SPRACHPHILOSOPHIE FÜR DIE METAETHISCHE DISKUSSION: Analyse der sprachphilosophischen Wende und deren Auswirkungen auf die metaethische Debatte, insbesondere der Übergang zu kognitivistischen Positionen.
III. DIE FRAGE NACH DER WAHRHEIT DICHTER MORALISCHER AUSSAGEN: Diskussion über Wahrheit und Wissensansprüche in der Moral unter besonderer Berücksichtigung der Ansätze von Williams und Putnam.
IV. KONDENSETHIK, MORALISCHE NORMEN UND DIE FRAGE NACH DER BEGRÜNDUNG DER MORAL: Untersuchung von Habermas' Diskursethik im Hinblick auf die Begründung moralischer Normen und die Unterscheidung zu ethischen Wertaussagen.
Moralischer Realismus, Metaethik, Sprachphilosophie, Normativität, Kognitivismus, Diskursethik, Wahrheit, Richtigkeit, Rechtfertigung, Postempirismus, Moralische Überzeugungen, Werte, Objektivität, Regelfolgen.
Die Arbeit untersucht die metaethische Debatte über die Begründung von Moral, insbesondere vor dem Hintergrund der postempiristischen Sprachphilosophie und der Wiederkehr des moralischen Realismus.
Im Zentrum stehen die Fragen nach dem Ursprung moralischer Normativität, der kognitiven Struktur moralischer Aussagen und dem Status von Wahrheit und Richtigkeit in ethischen Diskursen.
Das primäre Ziel ist zu klären, ob moralische Einsichten in realistischen Termini begründet werden können oder ob alternative Begründungsmodelle, etwa durch prozedurale Ansätze wie die Diskursethik, überlegen sind.
Die Arbeit nutzt die philosophische Analyse und Rekonstruktion zeitgenössischer metaethischer Theorien, insbesondere unter Einbezug sprachphilosophischer Argumente.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung sprachphilosophischer Ansätze, Argumente für den Kognitivismus, die Debatte um die Wahrheit moralischer Aussagen und Habermas' Auseinandersetzung mit realistischen und neo-aristotelischen Positionen.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem der moralische Realismus, der Kognitivismus, die Diskursethik sowie Konzepte wie Wahrheit, Richtigkeit und Rechtfertigung.
Die Autorin folgt hier Habermas: Moralische Normen beanspruchen universelle Gültigkeit, während ethische Werte eher partikularistische, an Lebensformen gebundene Sichtweisen darstellen.
Die Ansätze von McDowell und Blackburn dienen als zentrale Gegenüberstellungen, um die Debatte zwischen Realisten und Anti-Realisten bezüglich moralischer Urteile und Regelfolgen zu verdeutlichen.
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