Magisterarbeit, 2010
84 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Furcht und Angst
3. Identität und Moderne
4. Fokussierung auf psychische Vorgänge
4.1 Die psychoanalytische Methode S. Freuds
4.2 Ich, Es und Über-Ich
4.3 Neurosen
4.3.1 Die Angstneurose
4.4 Sigmund Freud und die Dichter
5. Grundängste und literarische Beispiele
5.1 Die Angst vor Selbsthingabe und Ich-Verlust
5.1.1 A. Schnitzler: Flucht in die Finsternis
5.1.2 S. Zweig: Buchmendel
5.1.3 F. Kafka: Das Urteil
5.2 Die Angst vor Selbstwerdung und Isolation
5.2.1 T. Storm: Schweigen
5.2.2 S. Zweig: Angst
5.2.3 A. Schnitzler: Fräulein Else
5.3 Die Angst vor Wandlung und Vergänglichkeit
5.3.1 S. Zweig: Buchmendel
5.3.2 A. Schnitzler: Ich
5.4 Die Angst vor Notwendigkeit und Unfreiheit
5.4.1 S. Zweig: Der Amokläufer
6. Schlussbetrachtung
7. Literaturverzeichnis
7.1 Primärliteratur
7.2 Wissenschaftliche Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung und Bewältigung existentieller Ängste in Novellen der frühen Moderne, wobei sie insbesondere die Auswirkungen gesellschaftlicher Identitätskrisen auf das psychische Befinden der Figuren analysiert.
5.1.1 A. Schnitzler: Flucht in die Finsternis
Im Zentrum von Arthur Schnitzlers 1931 erschienener Erzählung Flucht in die Finsternis steht der zunehmende Realitätsverlust des Protagonisten Robert. Zu Beginn der Erzählung kehrt der 43-jährige Sektionsrat Robert in der Hoffnung „vollkommene[r] Genesung […] von einer sechsmonatigen zerstreuenden Reise“ nach Wien zurück. Robert sah sich zu dieser Reise genötigt, da
er sich im letzten Frühling gezwungen sah, jeder Beschäftigung zu entsagen, weil sein Gedächtnis versagte […], ihn die gleichgültigsten Orte ärgerlich oder gar schmerzlich berührten, als er sogar sein geliebtes Klavierspiel aufgeben mu[ss]te, weil es ihn selbst manchmal zu Tränen rühren konnte, deren er sich dann schämte.
Eine Vorausdeutung auf Roberts künftiges Schicksal findet sich bereits zu Beginn der Erzählung, als er sich an einen früheren Bekannten erinnert, der „unheilbarem Wahnsinn verfallen“ gewesen sei. Hier zeichnet sich bereits das Ende von Roberts eigener Entwicklung ab, der am Schluss der Erzählung, seinem Wahn verfallen, seinen Bruder Otto und sich selbst töten wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Angstbewältigung in der Literatur der frühen Moderne ein und verknüpft gesellschaftliche Umwälzungen mit psychischen Identitätskrisen.
2. Furcht und Angst: Dieses Kapitel arbeitet die wesentliche Unterscheidung zwischen Furcht als objektorientiertem und Angst als diffusem, unbestimmtem Gefühl heraus.
3. Identität und Moderne: Es wird dargelegt, wie die industrielle Revolution stabile soziale Strukturen auflöste und damit eine Identitätskrise beim Individuum auslöste.
4. Fokussierung auf psychische Vorgänge: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte der Psychoanalyse Sigmund Freuds, einschließlich der Instanzenmodell-Theorie und der Ätiologie von Neurosen.
5. Grundängste und literarische Beispiele: Der Hauptteil analysiert verschiedene Angstformen anhand spezifischer Novellen, wobei die Unfähigkeit zur Integration verdrängter Anteile im Mittelpunkt steht.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit resümiert, dass die dargestellten Ich-Krisen ein Resultat moderner Unsicherheit sind und das Scheitern der Angstbewältigung oft im psychischen oder physischen Verfall mündet.
7. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur aufgelistet.
Angstbewältigung, Identitätskrise, Literatur der frühen Moderne, Psychoanalyse, Sigmund Freud, schizoide Persönlichkeit, depressive Persönlichkeit, Zwanghaftigkeit, Hysterie, Selbsthingabe, Isolation, Individuation, Novelle, Realitätsverlust, Triebpsychologie.
Die Arbeit untersucht, wie literarische Figuren in Novellen der frühen Moderne mit existenziellen Ängsten und Identitätskrisen umgehen, die durch den gesellschaftlichen Wandel des Industriezeitalters ausgelöst wurden.
Die Arbeit fokussiert sich auf Themen wie Angst, Identitätsbildung, die Einflüsse psychoanalytischer Theorien auf die Literatur sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Normen auf das Individuum.
Es wird untersucht, wie Figuren Ängste wahrnehmen, ob bestimmte Voraussetzungen für die Angstbewältigung existieren und welche katastrophalen Folgen das Scheitern dieses Prozesses für die Charaktere hat.
Die Arbeit nutzt die psychoanalytische Methodik von Sigmund Freud sowie tiefenpsychologische Ansätze (insbesondere von Fritz Riemann), um die psychischen Vorgänge und Persönlichkeitsstrukturen der literarischen Protagonisten zu kategorisieren.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Angstkategorien (wie Angst vor Selbsthingabe, Selbstwerdung, Wandlung oder Notwendigkeit) und analysiert diese an ausgewählten Beispielen von Autoren wie Schnitzler, Zweig, Kafka und Storm.
Neben Begriffen wie Angstbewältigung und Identitätskrise sind psychoanalytische Fachtermini wie Ich, Es, Über-Ich, Verdrängung sowie die genannten Persönlichkeitstypen für die Arbeit zentral.
Roberts Scheitern wird auf seine schizoide Persönlichkeitsstruktur und seine extreme Ich-Fixierung zurückgeführt, die ihn daran hindern, eine gesunde Interaktion mit seiner Umwelt aufzubauen.
Die Arbeit stellt fest, dass Protagonisten ohne solche stabilen Identifikationsfiguren meist nicht in der Lage sind, ihre verdrängten Ängste zu integrieren, was zwangsläufig zum Scheitern und oft zum Tod führt.
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