Diplomarbeit, 2011
154 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Abgrenzung und aktueller Forschungsstand
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Die Logistikwirtschaft in Deutschland
2.1 Definition
2.2 Zur Bedeutung der Logistik in Deutschland
2.3 Entwicklung der Logistikwirtschaft
2.4 Die Logistik bestimmende Rahmenbedingungen
2.4.1 Globalisierung von Produktionsnetzen und Lieferverflechtungen
2.4.2 Deregulierung und Liberalisierung der Märkte
2.4.3 Zunehmende Dynamik der Weltwirtschaft
2.4.4 Technologischer Fortschritt
2.4.5 Konzentration auf Kernkompetenzen und Outsourcing
3 Die Luftfrachtbranche in Deutschland
3.1 Definition Luftfrachtmarkt
3.2 Markt- und Wettbewerbsumfeld
3.3 Klassische Luftfracht
3.4 Schnittstellenproblematik in der klassischen Luftfracht
3.4.1 Der Speditionsverkehr ohne Selbsteintritt
3.4.2 Der Speditionsverkehr im Selbsteintritt
3.4.3 Die Rolle der Integratoren
3.5 Netzkonfigurationen
3.5.1 Vollständiges Netz (Point-to-Point)
3.5.2 Nabe-Speiche-System (Hub-and-Spoke)
3.6 Zentren der deutschen Luftfracht
3.6.1 Luftfrachtaufkommen der deutschen Flughäfen
4 Standorttheorien und Ansätze der Standortanalyse
4.1 Der Standort
4.1.1 Standort: Definition und Bedeutung
4.1.2 Standortfaktoren: Definition und Bedeutung
4.2 Standorttheorien
4.2.1 Reine Standortbestimmungstheorie
4.2.2 Empirisch-realistische Standortbestimmungslehre
4.2.3 Geometrische Standortbestimmungslehre
4.3 Ansätze der Standortanalyse
4.3.1 Der neoklassische Ansatz
4.3.2 Der behavioristische Ansatz
4.3.3 Der strukturelle bzw. institutionelle Ansatz
4.4 Ebenen der Standortwahl
4.5 Anlässe für neue Standortentscheidungen
4.6 Arten von Standortentscheidungen
4.7 Arten des Markteintritts
4.8 Phasen des Standortentscheidungsprozesses
4.9 Methoden zur Standortbestimmung
4.9.1 Qualitative Verfahren
4.9.2 Quantitative Verfahren
5 Standortentscheidungen von Logistikunternehmen
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.1.1 Gegenstand der Untersuchung
5.1.2 Ansatz der Unternehmensbefragung
5.1.3 Aufbau des Fragebogens und der Onlineumfrage
5.1.4 Anschreiben und Durchführung der Befragung
5.1.5 Datenauswertung
5.2 Ergebnisse der empirischen Erhebung
5.2.1 Angaben zum Unternehmen
5.2.2 Standortanforderungen
5.2.3 Kooperationen
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Standortwahlverhalten von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen und analysiert die dabei relevanten Einflussfaktoren und Anforderungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Faktoren die Ansiedlung von Luftfrachtdienstleistern an bestimmten Flughafenstandorten begünstigen und wie die Zufriedenheit der Unternehmen mit den vorgefundenen Bedingungen bewertet wird.
3.5.2 Nabe-Speiche-System (Hub-and-Spoke)
Die Unwirtschaftlichkeit eines als Rasterstruktur bestehenden logistischen Netzwerks, in welchem direkte und ungehinderte Transportvorgänge zwischen einer Quelle und einer Senke wahrgenommen werden, machte die kosteneffizientere Realisierung des Gütertransports unabdingbar. Entscheidende Impulse zur Lösung dieses Problems ergaben sich im Zuge der Deregulierung und des Wegfalls staatlicher Eingriffe im Luftverkehrsmarkt in den USA. Mit der Einführung des Hub-and-Spoke-Systems durch den Federal-Express-Gründer Frederick Smith im Jahre 1973, konnte erstmalig der Kostenproblematik und Komplexität des Rastersystems effektiv begegnet werden.
Zu diesem Zweck errichtete die amerikanische Firma FedEx am Flughafen Memphis einen zentralen Hauptumschlagspunkt (Hub bzw. Nabe), an dem sich die gesamten Umschlagsoperationen der USA bündelten. An diesem, auch als Kulminationspunkt zu beziffernden zentralen Standort, treffen alle Flugzeuge und die mitgebrachte Fracht aus den Endpunktdepots (Spokes bzw. Speichen) ein, von wo aus sie mittels hoch effizienter automatischer Sortieranlagen verteilt und zu den Bestimmungsorten weitergeflogen werden. Grundsätzlich gilt es in diesem Zusammenhang Passagierhubs von Frachthubs strikt zu trennen. Während erstere weitaus häufiger anzutreffen sind, existieren von den Frachthubs nur einige wenige weltweit.
Das Grundmuster des Hubsystems besteht aus untereinander über ein zentrales Drehkreuz (Hub) verbundenen Netzknoten (Spokes), und damit im Wiederspruch zu den direkten Verknüpfungen in einem Rastersystem. Der Vorteil dieser Netzstruktur ist die Bündelung des gesamten Güteraufkommens in einer Zielstation, in welcher eine Umsortierung aller eintreffenden Sendungen für den weiteren Transport stattfindet, um letztendlich in einem weiteren Hauptlauf der vorbestimmten Destination zugestellt zu werden.
Der gesamte Transportvorgang setzt sich somit aus nur zwei Teilstücken zusammen, des Transports von der Speiche zur Nabe und anschließend umgekehrt. Dieser Vorgang impliziert unter Umständen beachtliche Umwege für die Fracht, welche jedoch vernachlässigt werden können, vorausgesetzt, die Zustellung des Transportobjektes erfolgt zeitgerecht.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Logistik- und Luftfrachtbranche in Deutschland ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Standortwahl von Logistikunternehmen.
2 Die Logistikwirtschaft in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Logistikbegriff, erläutert die Bedeutung der Branche für den Standort Deutschland und analysiert die Rahmenbedingungen wie Globalisierung und Deregulierung.
3 Die Luftfrachtbranche in Deutschland: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung des Luftfrachtmarktes, der Wettbewerbsstrukturen und der logistischen Netzkonfigurationen sowie der Konzentration auf wenige deutsche Hauptstandorte.
4 Standorttheorien und Ansätze der Standortanalyse: Hier werden theoretische Grundlagen und Modelle zur Standortwahl sowie Methoden zur Standortbestimmung ausführlich dargestellt.
5 Standortentscheidungen von Logistikunternehmen: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise der eigenen empirischen Erhebung sowie die gewonnenen Ergebnisse zur Standortwahl, Anforderungen und Kooperationen.
6 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Interpretation der Ergebnisse zur Standortattraktivität deutscher Flughäfen und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Logistik, Luftfracht, Standortwahl, Flughafen, Hub-and-Spoke, Standortfaktoren, Deutschland, Supply Chain Management, Unternehmensbefragung, Infrastruktur, Kontraktlogistik, Globalisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Verkehrsflughäfen, Standortanalyse
Die Arbeit analysiert die Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen und beleuchtet die dabei ausschlaggebenden Faktoren für die Wahl eines Standorts.
Die zentralen Themen sind die Logistikwirtschaft in Deutschland, die Struktur der Luftfrachtbranche, Standorttheorien, Analysemethoden und die empirische Untersuchung von Anforderungen an Flughafenstandorte.
Das primäre Ziel ist eine umfassende Darstellung der Luftfrachtbranche und der Standortmuster deutscher Logistikzentren sowie die empirische Bestimmung relevanter Standortfaktoren für Logistikdienstleister.
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse, sekundärstatistischer Analyse von Branchendaten und einer eigenen empirischen Unternehmensbefragung (schriftlich, online und Experteninterviews) durchgeführt.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Standortwahl, die Charakteristika der deutschen Luftfrachtinfrastruktur sowie die Auswertung der empirischen Daten zu Unternehmensanforderungen.
Wichtige Begriffe sind Luftfracht, Standortwahl, Flughafen, Standortfaktoren, Logistikstandorte, Hub-and-Spoke und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit analysiert vertieft die fünf führenden Standorte Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München und Frankfurt-Hahn.
Die Ergebnisse zeigen, dass die öffentliche Verwaltung eine eher untergeordnete Rolle spielt, wobei Faktoren wie Planungssicherheit und Stadtmarketing als Entscheidungshilfen an Bedeutung gewinnen können.
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