Bachelorarbeit, 2011
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: der Film- und der Körperschnitt
2. Forschungsüberblick
3. Beschreibung der Performances „Psyché“ und „Discours mou et mat“
4. Die Selbstverletzung von Gina Pane: Eine Antwort auf das Bild der Frau
4.a. Der Körper als Objekt in der Body-Art
4.b. Die Selbstverletzung am weiblichen Körper
5. Die Wiederaneignung des weiblichen Körpers
6. Die neue Vermittlungsmöglichkeit der Frau
6.a. Die Wunde als Zeichen
6.b. Die Bildhaftigkeit der Wunde
7. Bilder auf den Spiegeln – Gegenbilder auf Panes Körper
7.a. Das Gesicht als Äußerung der Individualität
7.b. Die maskierte Frau
7.c. Die Demaskierung als Befreiung der Frau
7.d. Das Gegenbild bei Discours mou et mat
7.e. Das Gegenbild bei Psyché
8. Die Selbstverletzung als eine Annäherung an das weibliche Selbst
9. Das Bild der Frau als „Die Eine“
10. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die Selbstverletzungs-Performances von Gina Pane aus den 1970er Jahren. Dabei wird analysiert, inwiefern Pane durch den bewussten Einsatz von Schnitten in die eigene Haut als künstlerisches Mittel tradierte Rollenbilder der Frau dekonstruiert und eine neue Form der weiblichen Selbstdarstellung und Kommunikation etabliert.
Die Wunde als Zeichen
In den 1970er Jahren forderten die “New French Feminists”, dass die Frau eine eigene Sprache benötige, um sich aus der männlichen Unterdrückung zu befreien. Eine bedeutende Vertreterin war Lucy Irigaray, die nach Susan Rubin Suleiman in ihrem Werk „Ce Sexe qui n’en est pas un“ (1977) verlangte, dass “the feminine discourse must struggle to speak otherwise”, um sich aus der sexuellen Unterdrückung der Männer zu befreien und um eine eigene Geschichte schreiben zu können, die nicht mit der traditionellen Sprache der Männer wie in der Vergangenheit verfasst wird: „Si nous continuons à parler le même, si nous parlons comme se parlent les hommes depuis des siècles, comme on nous a appris a parler, nous nous manquerons“ . („Falls wir weiterhin das Gleiche reden, wenn wir so sprechen, wie sich die Männer seit Jahrhunderten sprechen, wie man uns gelehrt hat zu sprechen, dann werden wir uns verfehlen“).
Dass Pane mit ihrer Deutung der Selbstverletzung und der Wunde ein ähnliches Ziel wie das von Lucy Irigaray verfolgt, wird an folgender Aussage von Pane deutlich: „In the end it wasn’t the amount of pain which concerned me but the language of these signs. My real problem was in constructing a language through this wound which became sign”. Ferner deutet Pane die Wunde als ein Zeichen einer Sprache, die sie als „eine neue Sprache, die von Frauen“ beschreibt.
1. Einleitung: der Film- und der Körperschnitt: Die Einleitung vergleicht filmische Schnitte mit Gina Panes körperlichen Verletzungsperformances und leitet zur Fragestellung über, wie Pane mit ihrem Körper neue Aspekte über die Frau vermittelt.
2. Forschungsüberblick: Dieses Kapitel fasst die wissenschaftliche Rezeption zu Gina Pane zusammen, insbesondere die Deutung ihrer Arbeiten durch Francois Pluchart, Silvia Eiblmayr und Anja Zimmermann.
3. Beschreibung der Performances „Psyché“ und „Discours mou et mat“: Es folgt eine detaillierte deskriptive Analyse des Ablaufs und der Inszenierung der beiden ausgewählten Performances der Künstlerin.
4. Die Selbstverletzung von Gina Pane: Eine Antwort auf das Bild der Frau: Dieses Kapitel verortet Panes Wirken im Kontext der Body-Art und untersucht die Umdeutung des Frauenkörpers vom passiven Objekt zum aktiven Subjekt.
5. Die Wiederaneignung des weiblichen Körpers: Hier wird die Spaltung des Körpers in Subjekt und Objekt analysiert und als Rekuperation des weiblichen Selbst interpretiert.
6. Die neue Vermittlungsmöglichkeit der Frau: Das Kapitel widmet sich der Wunde als nicht-linguistisches Zeichensystem und der Frage nach ihrer Bildhaftigkeit im Vergleich zu Lucio Fontanas Schnitt-Kunst.
7. Bilder auf den Spiegeln – Gegenbilder auf Panes Körper: Der Fokus liegt auf der psychologischen Wirkung des Gesichts als Vermittlungsfläche und der Befreiung von der kosmetischen Maske durch die blutige Wunde.
8. Die Selbstverletzung als eine Annäherung an das weibliche Selbst: Diese Analyse setzt Panes Vorgehen in Analogie zu literarischen Demaskierungsprozessen und verdeutlicht die bewusste Rückführung auf das innere Selbst.
9. Das Bild der Frau als „Die Eine“: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kontrastiert das neue, vielschichtige Frauenbild bei Pane mit Simone de Beauvoirs Theorie der Frau als „Die Andere“.
Gina Pane, Body-Art, Selbstverletzung, Performance-Kunst, Weiblicher Körper, Wunde als Zeichen, Bildhaftigkeit, Demaskierung, Simone de Beauvoir, Frauenbild, Aktive Frau, Subjekt, Objekt, Identität, Körper als Kunstobjekt.
Die Arbeit untersucht, wie Gina Pane in ihren Performances der 1970er Jahre durch gezielte Selbstverletzung ihren Körper als Medium nutzt, um ein neues, von männlichen Projektionen befreites Frauenbild zu entwerfen.
Die Arbeit befasst sich mit der Body-Art, der feministischen Kunstgeschichte, der Rolle des weiblichen Körpers als Objekt sowie der Bedeutung von Wunden als Kommunikationsmittel und Identitätsträger.
Das Ziel ist es zu ergründen, inwiefern die spezifische Verwendung von Schnittverletzungen in Gina Panes Performances es ihr ermöglicht, den weiblichen Körper aus einer passiven Objektrolle in eine aktive Subjektrolle zu überführen und so tradierte gesellschaftliche Bilder zu überwinden.
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, die die Performances im Kontext aktueller Forschungsliteratur interpretiert und dabei Vergleiche zu filmischen, literarischen und anderen künstlerischen Werken zieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Performances „Psyché“ und „Discours mou et mat“, die theoretische Verortung der Selbstverletzung, die Analyse der Wunde als visuelles Zeichen und die abschließende philosophische Einordnung als Befreiung von Kategorisierungen.
Wichtige Schlagworte sind Body-Art, Gina Pane, Selbstverletzung, Identität, Demaskierung und das neue Bild der Frau als „Die Eine“.
Während Fontanas Schnitte die Leinwand als zweidimensionalen Bildträger zerstören, ist die Wunde bei Pane untrennbar mit dem menschlichen Körper verbunden und fungiert als Signatur der aktiven Frau, die aus ihrem Inneren heraus entsteht.
Das Gesicht dient traditionell als Spiegel der Individualität. Durch das Aufmalen einer Maske mit Kosmetika zeigt Pane die Uniformierung der Frau auf; die Verletzung dieses Bereiches bricht die Maske auf und lässt eine authentische Selbstdarstellung jenseits externer Schönheitsideale zu.
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