Fachbuch, 2011
109 Seiten
1. ZIELSETZUNGEN DER ARBEIT
2. WEITERE EPIGRAPHISCHE ZEUGNISSE
2.1. AE 1983, 867 (= AE 1979, 520) (Drobeta)
2.2. AE 1991, 1619 ( = AE 2005, 1662) (Al-Khums/ Lebdah/ Lepcis Magna)
2.3. AE 1994, 1065 (Satabis)
2.4. AE 2005, 301 (Ostia)
2.5. AE 2007, 614 (Treviso)
3. BAUDENKMÄLER
3.1. DIE CRYPTOPORTICUS ALS SUBSTRUKTIONSGANG IN TERRASSENANLAGEN
3.1.1. Die Cryptoporticus an der Terrassenkante
3.1.2. Die Cryptoporticus an zwei Seiten der Terrasse
3.1.3. Die Cryptoporticus an drei Seiten der Terrasse
3.1.4. Die Cryptoporticus, ein Podium an vier Seiten umschließend
3.2. DIE CRYPTOPORTICUS ALS DREIFLÜGELIGE GARTENEINFASSUNG
3.3. DIE OBERIRDISCHE CRYPTOPORTICUS
3.3.1. Die Cryptoporticus an der Rückseite einer Porticus
3.3.2. Die freistehende Cryptoporticus
3.4. DIE KREISSEGMENT- CRYPTOPORTICUS
3.5. CRYPTOPORTICUS TRIPLEX
3.6. SONDERFORMEN DER CRYPTOPORTICUS
3.7. DIE CRYPTOPORTICUS IN UNBEKANNTEM BAULICHEN UMFELD
Das Buch dient als wissenschaftliches Supplement zur Entwicklungsgeschichte des Baukörpers Cryptoporticus. Ziel ist die umfassende Dokumentation und architektonische Einordnung neuer Befunde sowie die detaillierte Analyse bislang unzureichend ausgewerteter Baudenkmäler und epigraphischer Zeugnisse innerhalb der westlichen europäischen Provinzen des Römischen Reiches.
KatNr. 54: Ercolano, Ins. Or. II, 4, “Palaestra” (Abb. 48)
Die Anlage der Palaestra wurde bereits im 18. Jht. das erste Mal untersucht, doch erst von A. Maiuri ausführlich dokumentiert. Die Südseite wurde bis heute nicht ergraben. Das Hofareal mit zwei Wasserbecken war ursprünglich als Park gestaltet und an drei Seiten von einer Säulenhalle umgeben. An der Nordostseite verläuft eine Cryptoporticus, welche gleichzeitig eine Terrasse für die darüber liegende, mit Arkaden versehene Loggia bildete. Der Garten ist von diesem Gang aus nicht direkt betretbar. Im Halbsäulenprospekt der Fassade wechselt je ein Fenster mit einer kleinen kreisrunden Öffnung, die sich nach innen trichterförmig erweitert. Die Innenausstattung war einfach gehalten und bestand in grauem Verputz über einer Sockelzone. Der Boden weist keine Spuren von Belag auf. Der 6.85 Meter breite Gang war mit einem Tonnengewölbe versehen. In der hangseitigen Mauer schließt zumindest ein weiterer Raum an, der bislang noch nicht freigelegt wurde. Eventuell war von hier aus der Zugang zum höher gelegenen Stockwerk möglich. A. Maiuri glaubte an der Cryptoporticus zwei Bauphasen identifizieren zu können.
1. ZIELSETZUNGEN DER ARBEIT: Einleitung in die Thematik der Materialsammlung, Begründung des Supplements und Vorstellung der methodischen Kriterien zur Katalogisierung der Bauwerke.
2. WEITERE EPIGRAPHISCHE ZEUGNISSE: Untersuchung von Inschriften, die auf die Existenz von "crypta"-Bauten hinweisen, und deren Zuweisung zu architektonischen Kontexten wie Thermen oder öffentlichen Stiftungen.
3. BAUDENKMÄLER: Der Hauptteil, der die architektonischen Befunde nach Bautypen und funktionaler Verwendung gliedert, von Substruktionen bis hin zu oberirdischen Sonderformen.
Cryptoporticus, Römische Architektur, Substruktion, Villenbau, Terrassenanlage, opus reticulatum, Archäologie, Baukörper, Wandmalerei, Antike, Stifterinschrift, Gartenarchitektur, Ausgrabungen, Siedlungsarchäologie, Podium.
Die Arbeit untersucht die Entwicklungsgeschichte der Cryptoporticus als multifunktionalen Baukörper in römischen Villen und städtischen Anlagen.
Im Zentrum stehen die architektonische Typologie, die Funktion der Bauten als Stütze oder Verbindungselement sowie deren Einbettung in den landschaftlichen und sozialen Kontext.
Es handelt sich primär um eine Materialsammlung und Aktualisierung des Forschungsstandes, um neue Befunde aus der Zeit nach 2002 zu katalogisieren.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Katalogisierung archäologischer Denkmäler, vergleichende Bauanalyse und die Auswertung epigraphischer Zeugnisse.
Dort werden zahlreiche Baudenkmäler (KatNr. 1-78) kategorisiert nach ihrem baulichen Kontext – z.B. als Substruktionsgang, Garteneinfassung oder oberirdische Konstruktion – detailliert beschrieben.
Wichtige Begriffe sind Cryptoporticus, römische Architektur, Terrassenarchitektur, opus reticulatum und Villenanlagen.
Sie liefert wertvolle Belege für die Stiftungspraxis und zeigt, dass eine Cryptoporticus im öffentlichen Kontext als Teil von Stiftungen für den Kaiserkult auftreten konnte.
Sie gilt als eines der besterhaltenen Beispiele für die Nutzung als Terrassierung, zeigt aber auch, wie diese Bauten im Laufe der Zeit durch Umbauten wie Türme funktional verändert wurden.
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