Wissenschaftliche Studie, 2011
89 Seiten
I Vorwort
Teil 1
II Hochbegabung
II.1 Problematik der Definition und Definitionsklassen
II.2 Modelle der Hochbegabung
II.2.1 Drei-Ringe-Modell von Renzulli (1978)
II.2.2 Das Triadische Interdependenzmodell von Mönks (1990)
II.2.3 Das Differenzierte Begabungs- und Talentmodell von Gagné (1993)
II.2.4 Das Münchner Multifaktorielle Begabungsmodell (Heller und Hany)
II.2.5 Das Marburger Hochbegabtenprojekt
II.2.6 Fazit
III Familienbegriff
III.1 Der soziologische Familienbegriff
III.2 Der psychologische Familienbegriff
III.3 Der systematische Familienbegriff
III.4 Das Familiensystem
IV Wie kann der Zusammenhang zwischen familiärer Umwelt und kognitiver Fähigkeit des Kindes bestimmt werden?
IV.1. Bestimmung des kognitiven Entwicklungsniveaus durch Erforschung der familiären Strukturvariablen und des Einflusses familiärer Prozessvariablen
IV.1.1 Der Einfluss familiärer Strukturvariablen: Familiengröße, Geburtsposition und Altersabstand zu den Geschwistern
IV.1.2 Der Einfluss familiärer Prozessvariablen: Erziehungsstile
V Familien mit hochbegabten Kindern
V.1 Das Familiensystem in Familien mit Hochbegabten
V.2 Ausbildung, Beruf und Alter der Eltern
V.3 Überblick über die Beziehungsforschung bei Hochbegabtenfamilien
V.4 Familien mit „underachiever“
V.5 Das hochbegabte Kind als Haushaltsvorstand der Familie
VI Familien mit hochbegabten Kindern vs. Durchschnittsfamilien
VII Geschwister
VII.1 Definition des Begriffes „Geschwisterbeziehung“
VII.2 Überblick über die Geschwisterforschung
VII.3 Geschwisterkonstellationen
VII.4 Zorn, Depression, Imitationsverhalten und Streit bei Geschwistern
VII.5 Geschwister-Synergie
VIII Geschwister mit Hochbegabung
VIII.1 Geschwisterposition bei Hochbegabtenfamilien
VIII.2 Geschwisteranzahl bei Hochbegabtenfamilien
VIII.3 Rollenverteilung unter hochbegabten Geschwistern
VIII.4 Resümee: Beziehungs- und Familiensystem
Teil 2
IX Planungsphase
IX.1 Ziel und Anspruch meiner Untersuchung
IX.2 Entwicklung der Leitfragen
IX.3 Bezug zu Teil 1
X. Methodisches Vorgehen
X.1 Das themenzentrierte Leitfrageninterview
X.2 Vorgehen bei der Erhebung (Hermeneutisches Feld I)
X.3 Auswertungsmethode (Hermeneutisches Feld II)
X.4 Forschungspraktisches Vorgehen bei der Auswertung
X.5 Begründung für die Wahl des themenzentrierten Leitfrageninterviews als Forschungsinstrument
XI Durchführungsphase
XI.1 Postskripta
XI.1.1 Postskriptum der Interviews Nr. 001 - 003
XI.1.2 Postskriptum der Interviews Nr. 004 - 006
XI.2 Vergleichbarkeit
XII Auswertung
XII.1 Auswertung der allgemeinen Daten
XII.1.1 Betrachtung und Vergleich der Daten bezüglich des Familiensystems
XII.1.2 Betrachtung und Vergleich der allgemeinen Daten der Mütter
XII.1.3 Betrachtung und Vergleich der allgemeinen Daten der hochbegabten Kinder
XII.1.4 Betrachtung der allgemeinen Daten des nicht hochbegabten Zwillingskindes
XII.2 Auswertung der Daten zu den Familien- und Geschwisterkonstellationen von hochbegabten Schülerinnen und Schülern
XII.2.1 Auswertung zur Familienkonstellation
XII.2.1.1 Aus Perspektive der Mütter
XII.2.1.2 Aus Perspektive der Kinder
XII.2.1.3 Vergleich der Angaben von Müttern und Kindern zu den Familienbeziehungen
XII.2.1.4 Zusammenfassung
XII.2.2 Auswertung zur Geschwisterkonstellation
XII.2.2.1 Aus Perspektive der Mütter
XII.2.2.2 Aus Perspektive der Kinder
XII.2.2.3 Vergleich der Angaben von Müttern und Kinder zur Geschwisterbeziehung
XII.2.2.4 Zusammenfassung der Interview-Ergebnisse
XIII Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die komplexen Familien- und Geschwisterkonstellationen im Kontext hochbegabter Kinder. Das primäre Ziel ist es, Einblicke in das Miteinander innerhalb dieser Familien zu gewinnen, Vorurteile durch eine qualitative Analyse zu hinterfragen und die Bedeutung der Hochbegabung für die psychosoziale Dynamik innerhalb des Familiensystems aufzuzeigen.
II.2.1 Drei-Ringe-Modell von Renzulli (1979)
Begriffstheoretisch handelt es sich beim Drei-Ringe-Modell von Renzulli um ein Erklärungskonstrukt für herausragende Leistungen in allen Bereichen vor dem Hintergrund, dass Renzulli sich zwar auf die USOE-Definition der Hochbegabung beruft, sie aber zugleich kritisiert, da sie eine Vielfalt an Begabungsbereichen enthalte, diese jedoch auf zu unterschiedlichen theoretischen Ebenen liegen und außerdem die motivationalen Aspekte vernachlässigt würden.
Nach Renzulli zeigen Untersuchungen an Personen mit herausragenden Leistungen, dass „giftedness“ (= Begabung) als Schnittmenge dreier Personmerkmale auftritt. Diese sind überdurchschnittliche allgemeine Fähigkeiten bzw. schulische Fähigkeit (welche nicht notwendigerweise herausragend sein muss), Kreativität und Aufgabenverpflichtung. Letztere meint, dass eine Person fähig ist sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit einer Aufgabe zu beschäftigen (vgl. TETTENBORN, 1996, S.8-9). Das Merkmal der überdurchschnittlichen allgemeinen Fähigkeiten umfasst sowohl die allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, als auch spezielle Fähigkeiten in verschiedenen Wissensgebieten (vgl. HOLLING und KANNING, 1999, S.8). Kreativität meint ein Vorgehen bei der Lösung von Aufgaben, welches sich durch Originalität, Produktivität, Flexibilität, Individualität und Selbstständigkeit auszeichnet. Auf Grund dessen, dass sein Modell kritisiert wurde, präzisiert und modifiziert Renzulli sein Anliegen und das daran anknüpfende Hochbegabungskonzept. Renzullis Ziel war es eine möglichst große Gruppe von potentiell Hochbegabten zu erreichen und für Förderprogramme auszuwählen, da viele überdurchschnittlich Begabte durch Intelligenz- und Schulleistungstest allein nicht erfasst würden.
II Hochbegabung: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Definitionsansätze und theoretische Modelle der Hochbegabung, um die wissenschaftliche Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
III Familienbegriff: Hier werden unterschiedliche soziologische, psychologische und systemische Familienbegriffe definiert, um das Forschungsfeld Familie theoretisch einzuordnen.
IV Wie kann der Zusammenhang zwischen familiärer Umwelt und kognitiver Fähigkeit des Kindes bestimmt werden?: Das Kapitel diskutiert die Messbarkeit von Umwelteinflüssen und die Relevanz familiärer Struktur- und Prozessvariablen für die kognitive Entwicklung.
V Familien mit hochbegabten Kindern: Es wird die Familiendynamik in Familien mit Hochbegabten beleuchtet und mit bestehenden Vorurteilen sowie Erkenntnissen der Beziehungsforschung verglichen.
VI Familien mit hochbegabten Kindern vs. Durchschnittsfamilien: Dieses Kapitel stellt die Frage, ob sich Familien mit hochbegabten Kindern systemisch signifikant von anderen Familien unterscheiden, und wertet dazu aktuelle Studien aus.
VII Geschwister: Hier stehen die theoretischen Grundlagen der Geschwisterforschung, Geschwisterkonstellationen und die Bedeutung der Geschwisterbeziehung als soziales Lernfeld im Fokus.
VIII Geschwister mit Hochbegabung: Das Kapitel verknüpft die Hochbegabung mit der Geschwisterposition, der Anzahl und der Rollenverteilung innerhalb der Familie.
IX Planungsphase: Dieser Abschnitt beschreibt das Ziel der eigenen Untersuchung sowie die Entwicklung der Leitfragen für das Forschungsvorhaben.
X. Methodisches Vorgehen: Hier werden die Wahl des themenzentrierten Leitfrageninterviews und die hermeneutischen Auswertungsschritte detailliert begründet.
XI Durchführungsphase: Die Durchführung der Interviews, inklusive Postskripta und Überlegungen zur Vergleichbarkeit, wird hier dargestellt.
XII Auswertung: Im Hauptteil der Auswertung werden die empirischen Daten der durchgeführten Interviews systematisch betrachtet und interpretiert.
XIII Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung schließt die Arbeit ab, reflektiert die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Hochbegabung, Familienkonstellation, Geschwisterbeziehung, Familiensystem, Erziehungsstile, Underachiever, Drei-Ringe-Modell, Qualitative Forschung, Leitfrageninterview, Hermeneutik, Sozialisation, Kognitive Entwicklung, Geschwisterrivalität, Individuelle Förderung, Familienforschung.
Die wissenschaftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit der Familien- und Geschwisterkonstellation von hochbegabten Kindern. Es wird untersucht, wie sich das Aufwachsen in einer solchen Familie gestaltet und welche Bedeutung die Hochbegabung für die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Hochbegabung, der Rolle des Familiensystems, den Bedingungen der kognitiven Entwicklung sowie der spezifischen Dynamik zwischen Geschwistern in Familien mit hochbegabten Kindern.
Das Ziel ist es, durch qualitative Leitfrageninterviews Einblicke in die Familiensituation hochbegabter Kinder zu erhalten und herauszuarbeiten, wie diese Familien agieren und ob sich die Geschwisterbeziehungen von denen in anderen Familien unterscheiden.
Es wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die auf themenzentrierten Leitfrageninterviews basiert. Die Auswertung der erhobenen Daten folgt dem tiefenhermeneutischen Verfahren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Begabungsmodellen und Familienkonstellationen sowie in eine empirische Phase, in der zwei spezifische Familienfallbeispiele analysiert und verglichen werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hochbegabung, Geschwisterdynamik, Familiensystem, qualitative Interviewmethode, Erziehungsstile und soziale Interaktion.
Die Untersuchung und die Analyse bestehender Studien legen nahe, dass keine fundamentalen Unterschiede in der Struktur des Familiensystems bestehen. Vorurteile über spezifische Problemkonstellationen werden durch die Untersuchung weitgehend hinterfragt oder relativiert.
Eifersucht tritt als menschliche Charaktereigenschaft in allen untersuchten Familien auf, unabhängig von der Hochbegabung. Während diese in einem Fall zu Spannungen führte, erwies sie sich in einem anderen Fall als unbedeutend für das harmonische Zusammenleben.
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