Bachelorarbeit, 2011
72 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
A. Theoretischer Teil
II. Jugend und Pubertät
II.1 Pubertät und Adoleszenz
II.2 Lebensphase Jugend
II.2.1 Entwicklungskrisen nach E. H. Erikson
II.2.2 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter nach R. J. Havighurst
II.2.3 Modell der produktiven Realitätsverarbeitung nach Hurrelmann
II.2.4 Identitätsentwicklung/ -findung als zentrales Element der Lebensphase Jugend
III. Jugend und Sexualität – Sexualität und Jugend
III.1 Menschliche Sexualität
III.1.1 Definition
III.1.2 Zweck und Funktion von Sexualität
III.1.3 Ganzheitliche Betrachtungsweise von Sexualität
III.2 Jugendsexualität
IV. Pornographie
IV.1 Der Begriff ,Pornographie‘
IV.1.1 Rechtlicher Hintergrund
IV.2 Inhalt und Nutzen von Pornographie
IV.3 Internetpornographie
IV.4 Wirkung von Pornographie
IV.4.1 Wirkung von Pornographie auf die sexuellen Skripte Erwachsener
IV.4.2 Wirkung von Pornographie auf die sexuellen Skripte Jugendlicher
V. Aktuelle Studien zum Thema Jugend und Jugendsexualität
V.1 Die 16. Shell-Jugendstudie
V.2 BZgA-Studie „Jugendsexualität“
V.3 BRAVO Dr. Sommer-Studie
VI. Zwischenfazit
B. Empirischer Teil
VII. Forschung Generation Porno?! - Jugendsexualität in Osnabrück
VII.1 Umfrage - Jugend, Sexualität und Pornographie
VII.2 Ergebnisse der Umfrage
VII.3 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
VII.4 Auswertung der Interviews mit pro familia
VIII. Zusammenführen der Ergebnisse aus Teil A und B
IX. Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die aktuelle Lebenswelt von Jugendlichen im Kontext von Sexualisierung und Pornografiekonsum, um das von Medien oft gezeichnete Bild einer „verwahrlosten Generation“ zu hinterfragen. Forschungsleitend ist dabei die Frage, wie Jugendliche ihre sexuelle Identität entwickeln, welche Rolle Pornografie dabei spielt und ob sich tatsächliche Verhaltensänderungen im Vergleich zu früheren Generationen feststellen lassen.
I. Einleitung
Joey und Chandler entdecken zufällig, dass sie einen eigentlich gebührenpflichtigen Porno-Kanal, kostenfrei uncodiert sehen können. Sie glauben, dass sie diesen verlieren, sobald sie den Kanal wechseln oder den Fernseher gar ausschalten. Also läuft in ihrer Wohngemeinschaft 24 Stunden am Tag der Porno-Kanal. Nach einigen Tagen Dauerporno kommt es zu folgendem Dialog:
Chandler: „Mir ist heute etwas total Merkwürdiges passiert. Ich war bei meiner Bank und da war diese Bankangestellte, und sie hat mich nicht aufgefordert es mit ihr im Tresorraum zu tun!“
Joey: „Sowas Ähnliches ist mir auch passiert. Eine Pizzalieferantin kommt, bringt mir Pizza, nimmt das Geld und geht!“
Chandler: „Was? Kein ,Oh, schön hast du es hier; ich wette das Schlafzimmer ist riesig!?‘“
Joey (entsetzt): „Nein!“
Chandler: „Weißt du was? Ich glaube wir müssen den Porno-Kanal abschalten.“
Im Gegensatz zu Chandler und Joey aus der US-Sitcom Friends, sind die Menschen heute auf solch ,glückliche‘ Umstände nicht angewiesen. ,Softe‘ oder ,weiche‘ Pornographie begegnet uns im Alltag auf Werbeplakaten, im Fernsehen oder Kino, in der Musik sowie im Internet, aber auch der Zugriff auf ,Hardcore‘-Pornographie ist viel einfacher und vor allem kostengünstiger geworden. Dank des Internets haben Kinder und Jugendliche ebenso mühelos Zugang zu jeglicher Art von Pornographie. Dabei müssen sie nicht einmal aktiv danach suchen. Ein auffälliger Werbe-Pop-Up, ein falscher Klick oder eine Suche bei ,Google‘ verlinken uns mit der Welt der Pornographie. Die Möglichkeit des Konsums ist grenzenlos, egal wie alt der Konsument ist.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Pornografie und Formulierung der Fragestellung bezüglich der Auswirkungen auf Jugendliche.
II. Jugend und Pubertät: Theoretische Einordnung der Jugend als Lebensphase mit Fokus auf Identitätsfindung und Entwicklungsaufgaben nach Erikson, Havighurst und Hurrelmann.
III. Jugend und Sexualität – Sexualität und Jugend: Definition und ganzheitliche Betrachtung von Sexualität sowie Abgrenzung der Jugendsexualität von der Erwachsenensexualität.
IV. Pornographie: Untersuchung des Pornografiebegriffs, rechtlicher Rahmenbedingungen, der Bedeutung des Internets und der potenziellen Wirkungen auf Jugendliche.
V. Aktuelle Studien zum Thema Jugend und Jugendsexualität: Zusammenfassung relevanter Erkenntnisse aus der Shell-Jugendstudie, der BZgA-Studie und der Bravo Dr. Sommer-Studie.
VI. Zwischenfazit: Erste Synthese der theoretischen Ansätze und Studienergebnisse zur Lebensrealität Jugendlicher.
VII. Forschung Generation Porno?! - Jugendsexualität in Osnabrück: Präsentation und Auswertung der empirischen Umfrage sowie der Experteninterviews mit pro familia.
VIII. Zusammenführen der Ergebnisse aus Teil A und B: Synthese aus Theorie und Empirie an den zentralen Punkten Aufklärung, Sexualität, Pornografie und Wertekonzept.
IX. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf künftige pädagogische Erfordernisse.
X. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Jugend, Sexualität, Pornografie, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Medienkonsum, Internet, Aufklärung, Verhütung, Wertekonzept, Adoleszenz, Shell-Studie, pro familia, Jugendkultur, sexuelle Entwicklung.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die mediale Verfügbarkeit von Pornografie auf die sexuelle Entwicklung, die Identitätsbildung und die Wertevorstellungen heutiger Jugendlicher hat und ob das Bild der „Generation Porno“ der Realität entspricht.
Zentrale Themen sind die Lebensphase Jugend, die Definition und Bedeutung menschlicher Sexualität, der Einfluss digitaler Pornografie sowie aktuelle Studien zur Jugendsexualität.
Ziel ist es, herauszufinden, ob Jugendliche durch den leichten Zugang zu Pornografie tatsächlich „sexuell verwahrlost“ sind oder ob sie eine ausgeprägte Medienkompetenz besitzen und ihre Sexualität verantwortungsbewusster gestalten, als von den Medien suggeriert.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturrecherche zu entwicklungspsychologischen und sozialwissenschaftlichen Theorien mit einer eigenen qualitativen empirischen Studie (Online-Umfrage unter Osnabrücker Jugendlichen) und Experteninterviews mit Sexualpädagogen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Jugend- und Sexualitätsmodelle) und einen empirischen Teil, in dem die gewonnenen Daten aus Osnabrück mit nationalen Jugendstudien abgeglichen und interpretiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendsexualität, Identitätsfindung, Internetpornografie, Medienkompetenz und Wertekonzept charakterisieren.
Die meisten Jugendlichen kommen zwar mit Pornografie in Berührung, nutzen diese jedoch in der Regel nicht regelmäßig. Während Jungen sie oft zur Stimulation nutzen, empfinden Mädchen sie tendenziell als eher abstoßend.
Nein, die Ergebnisse der Arbeit widersprechen der These einer „verwahrlosten Generation“. Jugendliche zeigen sich eher verunsichert und reizüberflutet, suchen aber verstärkt nach Stabilität, traditionellen Werten und Geborgenheit.
Die Schule wird von den befragten Jugendlichen als ein zentraler Informationslieferant für Fakten und Anatomie genannt, wobei jedoch von den Pädagogen betont wird, dass der psychosoziale Aspekt der Sexualität im Schulunterricht zu kurz kommt.
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