Bachelorarbeit, 2010
46 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Geschichte im Spielfilm
2.1 Probleme der Filmanalyse in der Geschichtswissenschaft
2.2 Anwendung von Spielfilmen im Geschichtsunterricht
3. Warum das Thema „Gangsterfilm“ ?
3.1 Ein kurzer Überblick über die Ära der Prohibition
3.2 Der Gangsterfilm als Genre – Entstehung und Genrekonventionen
4. Der Beispielfilm „Die Wilden Zwanziger“
4.1 Der Einsatz des Filmes im Geschichtsunterricht
4.2 Beispielaufgabe 1: Die Schülerfragenliste
4.3 Beispielaufgabe 1: Der vorgefertigte Fragenkatalog
4.4 Beispielaufgabe 3: Untersuchung verschiedener Filmebenen in Gruppenarbeit
4.5 Beispielaufgabe 4: Projektarbeit „Wochenschau“ im Fächerübergreifenden Unterricht mit dem Fach Deutsch
5. Abschließende Bemerkungen
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Möglichkeiten der Filmanalyse im Geschichtsunterricht, um Schülern einen reflektierten Umgang mit historischen Spielfilmen als Medium der Geschichtsvermittlung zu ermöglichen.
3.2 Der Gangsterfilm als Genre – Entstehung und Genrekonventionen
Den Begriff „Gangsterfilm“ zu definieren, scheint zunächst einmal ganz einfach zu sein. Es handelt sich um einen Film über Gangster – soviel sagt ja schon der Name. Ganz so einfach ist es jedoch leider nicht. Der Gangsterfilm als Genre ist ein Untergenre des Kriminalfilmes, der sich durch bestimmte stilistische Merkmale und durch bestimmte Herangehensweisen und Konventionen von anderen Arten des Kriminalfilmes unterscheidet. Der Kriminalfilm ansich hat im Kino eine recht lange Geschichte.
Das Thema Kriminalität wurde schon in der Frühzeit des Kinos filmisch verarbeitet und erfreut sich seither anhaltender Beliebtheit. Als erster „Krimi“ der Filmgeschichte kann wohl „Der große Eisenbahnraub“ von 1903 begriffen werden. Obgleich er meist eher als „erster Western“ bezeichnet wird, erfüllt er doch ein wichtiges Kriterium für den Kriminalfilm: hier wird zum ersten Mal die Durchführung eines Verbrechens in Form eines Spielfilmes dargestellt.
In den Folgejahren entstehen international eine ganze Reihe von Filmen, die sich dem Thema „Kriminalität“ widmen. Ähnlich wie im Bereich der Trivialliteratur erfreuen sich Kriminalfälle beim Publikum großer Beliebtheit. Die später für den Gangsterfilm so ikonische Kulisse der vorkommenden Großstadt wird vermutlich erstmals im Film „The Musketeers of Pig Alley“ von 1912 eingeführt. Es hat zwar auch frühere Filme über Bandenkriminalität gegeben, doch „The Musketeers of Pig Alley“ ist der einzig Erhaltene Film über das organisierte Verbrechen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Auch andere Filme bedienen sich einiger Elemente, die später für den modernen Gangsterfilm prägend sein werden. So zum Beispiel Fritz Langs „Mabuse der Spieler“, einem ersten europäischen Beitrag zum Genre, der das organisierte Verbrechen thematisiert.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Filmanalyse im Geschichtsunterricht angesichts der ständigen Konfrontation von Schülern mit historischen Stoffen in Unterhaltungsmedien.
2. Geschichte im Spielfilm: Dieses Kapitel erörtert die Problematik der historischen Authentizität im Spielfilm und die Schwierigkeit der geschichtswissenschaftlichen Filmanalyse.
3. Warum das Thema „Gangsterfilm“ ?: Der Autor erläutert die kulturelle Wirkungsmacht des Gangsterfilms und gibt einen historischen Abriss über die Ära der amerikanischen Prohibition.
4. Der Beispielfilm „Die Wilden Zwanziger“: Im Hauptteil wird der Spielfilm „Die Wilden Zwanziger“ als didaktisches Werkzeug zur Analyse historischer Zusammenhänge und filmischer Gestaltungsmittel vorgestellt.
5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit unterstreicht die Unverzichtbarkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Spielfilmen als Teil unserer Kultur im Schulunterricht.
Filmanalyse, Geschichtsunterricht, Gangsterfilm, Prohibition, Medienkompetenz, Spielfilm, Didaktik, historische Authentizität, historische Bildung, Quellenwert, Methoden, Unterhaltungsmedium, Geschichtsvermittlung, Die Wilden Zwanziger, Analysekonzepte.
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Nutzung von Spielfilmen, insbesondere des Gangsterfilms, im Geschichtsunterricht zur Förderung einer reflektierten Medienkompetenz bei Schülern.
Zu den Schwerpunkten zählen die geschichtswissenschaftliche Filmanalyse, das Genre Gangsterfilm, die historische Ära der Prohibition sowie methodische Ansätze zur Unterrichtsgestaltung.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schüler von einer reinen Konsumhaltung bei Filmen zu einer analytischen und reflektierten Betrachtung historischer Inhalte gelangen können.
Die Arbeit stützt sich auf theoretische Ansätze der Medienwissenschaft und geschichtsdidaktische Konzepte zur Filmanalyse, angewandt auf ein konkretes Filmbeispiel.
Der Hauptteil analysiert theoretische Herausforderungen der Filmanalyse, begründet die Wahl des Gangsterfilms und stellt detaillierte Unterrichtsbeispiele (Fragenlisten, Gruppenarbeit, Projektarbeit) vor.
Wichtige Begriffe sind Filmanalyse, Geschichtsunterricht, Medienkompetenz, Prohibition, Spielfilm und didaktische Unterrichtsgestaltung.
Der Film ist aufgrund seines Aufbaus, seiner Anlehnung an den „Classic Circle“ des Gangsterfilms und der Kombination aus Spielhandlung und dokumentarischen Elementen besonders gut zur didaktischen Analyse geeignet.
Der Hayes-Code beeinflusste die Darstellung der Gewalt und erzwang moralische Eindeutigkeit, was viele typische Merkmale und Genrekonventionen des klassischen Gangsterfilms der 1930er Jahre prägte.
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