Magisterarbeit, 2011
135 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen zur Songtextanalyse
2.1 Zur Problematik der Songtextanalyse in der Literaturwissenschaft
2.2 Zum Forschungsstand literaturwissenschaftlicher Songtextanalysen
2.2.1 Allgemeiner Forschungsstand
2.2.2 Forschungsstand zum Thema
2.3 Zur methodischen Vorgehensweise dieser Arbeit
3. Analyse ausgewählter Songtexte der Musikgruppe Tocotronic
3.1 Analysekontext
3.1.1 Der Diskurs-Rock der Hamburger Schule
3.1.2 Bandbiographie und Diskographie von Tocotronic (1993-2002)
3.1.3 „Für einen Witz sind wir immer zuhaben“: Das performative, selbstironische Bandkonzept
3.1.4 Die grundlegende Textcharakteristik: Reflexion, Ironie, Subversion, Intertextualität
3.2 Analyse: Pure Vernunft darf niemals siegen (2005)
3.2.1 Vorbemerkungen
3.2.2 Wider dem Spießbürgertum - „Aber hier leben, Nein Danke“
3.2.3 Ein leeres Heilsversprechen? - „Keine Angst für niemand“
3.2.4 Stirb, alte Welt! - „Gegen den Strich“
3.2.5 Die Leichtigkeit des Seins - „Pure Vernunft darf niemals siegen“
3.2.6 Mein System kennt keine Grenzen - „Ich habe Stimmen gehört“
3.3 Analyse: Kapitulation (2007)
3.3.1 Vorbemerkungen
3.3.2 Das tocotronische Manifest
3.3.3 Komik ist Tragik in Spiegelschrift - „Mein Ruin“
3.3.4 Widerstand ist zwecklos - „Kapitulation”
3.3.5 Bartlebys Vermächtnis - „Sag alles ab“
3.3.6 Wie war das da bei Dada? - „Luft“
3.3.7 Selbstschöpfung und Selbstvernichtung - „Explosion“
3.4 Analyse: Schall und Wahn (2010)
3.4.1 Vorbemerkungen
3.4.2 Zum popmusikalischen Widerstand - „Die Folter endet nie“
3.4.3 Vom Tod der Originalität - „Das Blut an meinen Händen“
3.4.4 Nur Schall und Rauch? - „Schall und Wahn“
3.4.5 Against Interpretation - „Keine Meisterwerke mehr“
3.4.6 An alle Außenseiter - „Stürmt das Schloss“
3.4.7 Wahn gewordene Dichtung - „Gesang des Tyrannen“
3.4.8 Das bescheidene Regime - „Bitte oszillieren Sie”
3.5 Zwischen Protest und Reflexionen zur Kunst - Resultate der Analyse
4. Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit analysiert literaturwissenschaftlich ausgewählte Songtexte der Band Tocotronic aus den Alben Pure Vernunft darf niemals siegen, Kapitulation und Schall und Wahn, um die Verbindung von Protestbekundungen und künstlerisch-reflexiven Elementen zu untersuchen und zu klären, wie diese in den Texten produktiv gemacht werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die stilistischen Mittel, mit denen Tocotronic ihre Haltung zur Popkultur und Kunst ausdrücken.
1. Einleitung
Tocotronic gelten gemeinhin als die „angry young men des deutschen Indie-Pop“ und als „Musterknaben“ der sogenannten Hamburger Schule, eine musikalisch-künstlerische Bewegung, die sich durch gesellschaftskritische und diskursiv-reflexive Songtexte auszeichnet. Tocotronic verbinden in ihren Songtexten Protestbekundungen mit Reflexionen zur Kunst im Allgemeinen, als auch mit Reflexionen zur Popmusik im Speziellen. Dieses permanente Reflektieren ist auf eine besondere popkulturelle Konstellation zurückzuführen, wie der Sänger und Texter von Tocotronic, Dirk von Lowtzow, in einem Interview der Online-Ausgabe des Tagesspiegel erläutert: „Wir stießen in ein interessantes Vakuum. Grunge war als letzte große Rock-Mythologie bereits verpufft. Unsere Rolle als Nachzügler fiel in eine Zeit, die Rockmusik illusionslos als überkommene Erzählung wahrnahm. Dem konnte man nur mit Hilfe von Metaebenen und ironischen Brechungen begegnen.“
Die Aussage Dirk von Lowtzows, welche anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Musikalbums Schall & Wahn getätigt wurde, ist überaus aufschlussreich. Von Lowtzow offenbart ein reflexives, kulturelles Bewusstsein, benennt zugleich wesentliche Charakteristika der Songtexte von Tocotronic und liefert implizit einen entscheidenden Rezeptionshinweis. Das Zitat bedarf jedoch zunächst einiger kontextueller Erklärungen.
1. Einleitung: Stellt die Band Tocotronic vor und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Verbindung von Protest und Reflexion in ihren Songtexten.
2. Grundlagen zur Songtextanalyse: Erörtert methodische Probleme und Ansätze der literaturwissenschaftlichen Analyse von Songtexten unter Einbeziehung kultureller Kontexte.
3. Analyse ausgewählter Songtexte der Musikgruppe Tocotronic: Der Hauptteil, der den Kontext (Hamburger Schule) beleuchtet und die Songtexte der drei Konzeptalben detailliert analysiert.
4. Schlussbemerkungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass sich Tocotronic in ihren neueren Alben vermehrt der Reflexion über Kunst widmen, statt bloßen Protest zu formulieren.
Tocotronic, Hamburger Schule, Songtextanalyse, Popmusik, Protestsong, Reflexion, Ironie, Subversion, Intertextualität, Popkultur, Diskurs-Rock, Literaturwissenschaft, Moderne Massenlyrik
Die Arbeit untersucht Songtexte der deutschen Musikgruppe Tocotronic im Hinblick auf deren gesellschaftskritische Aussagen und deren Reflexionen zur Kunst.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit Protest, der Einfluss des popkulturellen Kontextes der Hamburger Schule und die Art und Weise, wie die Band Musik und Kunst reflektiert.
Die Arbeit fragt nach den in den Songtexten enthaltenen Protestbekundungen und Reflexionen zur Kunst sowie nach den stilistischen Mitteln, durch die diese literarisch produktiv gemacht werden.
Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter, repräsentativer Songtexte, die um kulturwissenschaftliche und soziologische Perspektiven ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Kontextualisierung der Band innerhalb der Hamburger Schule und eine detaillierte Analyse der Alben "Pure Vernunft darf niemals siegen", "Kapitulation" und "Schall und Wahn".
Wichtige Begriffe sind unter anderem Diskurs-Rock, Ironie, Subversion, Intertextualität und das Konzept des popmusikalischen Widerstands.
Die Ironie dient Tocotronic als Mittel, um Identitäten zu brechen, sich von Authentizitätszwängen der Rockmusik zu distanzieren und eine reflexive Distanz zum eigenen Werk aufzubauen.
Die Analyse zeigt eine Verschiebung von expliziten, eher trotzigen Protestbekundungen des Frühwerks hin zu einer stärkeren, metatextuellen Reflexion über die Möglichkeiten von Kunst und deren Grenzen.
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