Bachelorarbeit, 2011
53 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung und Basisklassifikation
2.1. Begriffsbestimmung
2.2. Basisklassifikation
2.3. Einige spezielle Klassen
2.3.1. Modellbildungen
2.3.2. Zwillingsformeln
2.3.3. Komparative Phraseologismen
2.3.4. Kinegramme
2.3.5. Onymische Phraseologismen
2.3.6. Phraseologische Termini
2.3.7. Orthonymische Phraseologismen
3. Sprachliche Besonderheiten von Phraseologismen
3.1. Polylexikalität
3.2. Festigkeit
3.2.1. Gebräuchlichkeit
3.2.2. Psycholinguistische Festigkeit
3.2.3. Strukturelle Festigkeit
3.2.3.1. Morphosyntaktische Irregularitäten
3.2.3.2. Restriktionen
3.2.4. Relativierung der strukturellen Festigkeit
3.2.5. Pragmatische Festigkeit
3.2.5.1. Konnotationen und Expressivität
3.2.5.2. Gebrauchsrestriktionen und Stilistik
3.3. Idiomatizität
3.4. Motiviertheit und Motivierbarkeit
3.5. Zusammenfassung des Kapitels
4. Die Vermittlung von idiomatischen Phraseologismen im Deutsch als Fremdspracheunterricht: Probleme und Lösungsvorschläge
4.1. Lernschwierigkeiten
4.2. Lernziele
4.3. Auswahl
4.3.1. Kriterien und Probleme
4.3.2. Fazit
4.4. Vorgehensweisen bei der Vermittlung von idiomatischen Phraseologismen im Deutsch als Fremdspracheunterricht
4.4.1. Überblick
4.4.2. Der ‚phraseodidaktische Dreischritt‘ – Erkennen, Verstehen, Anwenden
4.4.2.1. Phraseologismen erkennen
4.4.2.2. Phraseologismen verstehen
4.4.2.3. Phraseologismen festigen und anwenden
4.4.3. Kontrastives Verfahren
4.4.4. Etymologisierung und phonetische Sensibilisierung
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik und die Vermittlung von idiomatischen Phraseologismen im Kontext von Deutsch als Fremdsprache (DaF). Ziel ist es, die spezifischen Lernschwierigkeiten zu analysieren, angemessene Lernziele zu definieren und effektive Vermittlungsmethoden vorzustellen, um die kommunikative Kompetenz der Lernenden zu stärken.
4.4.2.1. Phraseologismen erkennen
Kühn (1992) nennt sein Verfahren ‚phraseodidaktischer Dreischritt‘ und untergliedert es in die Phasen ‚Erkennen‘, ‚Verstehen‘ und ‚Anwenden‘. In der ersten Phase sollen die Lerner auf unterschiedliche Phraseologismustypen aufmerksam gemacht werden. Sie sollen lernen, über Phraseologismen im Text zu „stolpern“ und dadurch noch unbekannte Wendungen entdecken. Diese Sensibilisierung kann auf drei Wegen geschehen. Der erste Weg führt über die phraseologismustypischen Struktureigenschaften, die auf der Festigkeit beruhen. Morphosyntaktische Irregularitäten, wie die unter 3.2.2. genannten, aber auch das Fehlen eines Artikels, wie z.B. in „Schwein haben“ vs. „ein Schwein haben“ sind mögliche Indikatoren für Phraseologismen, für die die Lerner sensibilisiert werden müssten. Phraseologismen mit Modellcharakter, wie z.B. die Zwillingsformeln sowie komparative Phraseologismen können aufgrund ihrer Analogiebildung gut erkannt werden (vgl. Kühn 1992: 178). Kritisch wendet Erla Hallsteinsdóttir ein, dass es unklar ist, ob die Lerner beim Hören und Lesen der Fremdsprache ständig grammatische und syntaktische Regeln mit bedenken und ob sie Abweichungen vom normalen Sprachgebrauch als Fehler erkennen oder als mögliche Varianten einstufen. Somit ist strukturelle Festigkeit laut Hallsteinsdóttir als Phraseologismusmerkmal für Fremdsprachenlerner nur schwer feststellbar (vgl. 1999: 94).
Der zweite Weg, einen Phraseologismus zu erkennen, führt über semantisch-syntaktische Inkompatibilitäten. Freie Wortverbindungen stellen beim Verständnis keine besonderen Schwierigkeiten dar, da ihre Gesamtbedeutung aus der Bedeutung ihrer Einzelwörter erschließbar ist (z.B. „ein Glas zerbrechen“). Steigt jedoch der Grad der Idiomatizität, wie bei „sich den Kopf zerbrechen“, „jmdm. auf der Nase herumtanzen“ oder „jmdm. Löcher in den Bauch fragen“ treten Probleme auf, da die phraseologische Bedeutung nicht aus der freien Bedeutung ihrer Komponenten erschließbar ist. Auffällig ist nur die Unvereinbarkeit der wörtlichen Bedeutung mit dem menschlichen Sach- und Weltwissen. Diese Ausdrücke erscheinen dem Rezipienten als unlogisch oder absurd (vgl. Kühn 1992: 178f., Wotjak 1996: 7 und Hallsteinsdóttir 1999: 94f.). Unikale Komponenten eignen sich im Übrigen nicht als Erkennungsmerkmale, da Fremdsprachenlerner sie in der Regel als ein normales, noch nicht gelerntes Wort identifizieren (vgl. Hallsteinsdóttir 1999: 94).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Phraseologismen als festen Bestandteil des Wortschatzes ein und skizziert das Ziel, didaktische Probleme und Vermittlungsverfahren für den DaF-Unterricht zu erörtern.
2. Begriffsbestimmung und Basisklassifikation: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über verschiedene Definitionsansätze und erstellt eine Basisklassifikation, um das terminologische Chaos in der Phraseologieforschung zu strukturieren.
3. Sprachliche Besonderheiten von Phraseologismen: Hier werden die linguistischen Kernmerkmale wie Polylexikalität, Festigkeit und Idiomatizität ausführlich behandelt, da sie die Komplexität und Schwierigkeit für DaF-Lerner begründen.
4. Die Vermittlung von idiomatischen Phraseologismen im Deutsch als Fremdspracheunterricht: Probleme und Lösungsvorschläge: Das Hauptkapitel widmet sich den Lernschwierigkeiten, Zielen und konkreten methodischen Strategien wie dem phraseodidaktischen Dreischritt oder kontrastiven Verfahren im Unterricht.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel bewertet die vorgestellten Verfahren und diskutiert zukünftige Forschungsfelder innerhalb der Phraseodidaktik.
Phraseologismen, Idiomatik, Deutsch als Fremdsprache, DaF-Unterricht, Phraseodidaktik, Idiomatizität, Festigkeit, Motiviertheit, Kontrastive Phraseologie, Routineformeln, Sprichwörter, Redensarten, Sprachdidaktik, Wortschatzarbeit, Lernschwierigkeiten
Die Arbeit untersucht, wie idiomatische Phraseologismen (wie Redewendungen und Sprichwörter) am effektivsten im Deutsch als Fremdspracheunterricht (DaF) vermittelt werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der sprachwissenschaftlichen Definition, den linguistischen Merkmalen (z.B. Festigkeit, Idiomatizität) sowie didaktischen Konzepten zur Überwindung von Lernschwierigkeiten.
Das Ziel ist es, Probleme beim Erlernen von idiomatischen Wendungen durch DaF-Lerner aufzuzeigen und erprobte methodische Verfahren vorzustellen, die eine angemessene Anwendung dieser sprachlichen Einheiten fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener phraseologischer und fachdidaktischer Ansätze, um eine fundierte Basis für die Vermittlung dieser komplexen sprachlichen Einheiten zu schaffen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Lernschwierigkeiten, definiert Lernziele und stellt detaillierte Unterrichtsmethoden vor, insbesondere den ‚phraseodidaktischen Dreischritt‘ (Erkennen, Verstehen, Anwenden) und kontrastive Verfahren.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Phraseodidaktik, Idiomatizität, DaF-Unterricht, Festigkeit und interlinguale Sprachvergleiche geprägt.
Die Arbeit nutzt die Basisklassifikation nach Harald Burger und unterscheidet zwischen referentiellen, strukturellen und kommunikativen Phraseologismen, wobei der Fokus auf den idiomatischen Einheiten liegt.
Es dient der Sensibilisierung für Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mutter- und Zielsprache, was laut Arbeit eine intensivere Reflexion über sprachliche Eigenschaften fördert.
Der Kontext ist laut Arbeit zentral, da er als Informationsquelle dient, die es Lernenden ermöglicht, die Bedeutung von Phraseologismen induktiv zu erschließen und ihren pragmatischen Mehrwert zu verstehen.
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