Bachelorarbeit, 2025
62 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Themenentwicklung
1.2 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Buy-and-Build-Strategien Definition und Charakteristika
2.1.1 Begriffsdefinition und Abgrenzung
2.1.2 Strategische Ausrichtung und Zielsetzungen
2.1.3 Rolle von Private Equity Gesellschaften
2.2 Fragmentierte Märkte als Zielumfeld
2.2.1 Merkmale fragmentierter Märkte
2.2.2 Konsolidierungspotenzial und Marktchancen
2.3 M&A-Theorien und Wertschöpfungslogik
2.3.1 Resource-Based View
2.3.2 Transaktionskostentheorie
2.3.3 Agency-Theorie
3 Forschungsstand Erfolgsfaktoren von Buy-and-Build-Strategien
3.1 Strategische Erfolgsfaktoren
3.1.1 Plattformauswahl
3.1.2 Add-on-Akquisitionskriterien
3.1.3 Timing und Marktpositionierung
3.2 Operative Erfolgsfaktoren
3.2.1 Integrationsmanagement
3.2.2 Synergierealisation
3.2.3 Managementqualität
3.3 Finanzielle Erfolgsfaktoren
3.3.1 Finanzierungsstruktur und Kapitalausstattung
3.3.2 Bewertung und Preisgestaltung
3.4 Branchenspezifische Faktoren
4 Case Study
5 Fazit, kritische Würdigung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Praktische Implikationen für Investoren und Unternehmen
Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Untersuchung besteht darin, die zentralen strategischen, operativen, finanziellen und branchenspezifischen Erfolgsfaktoren von Buy-and-Build-Strategien im Rahmen von M&A-Transaktionen in fragmentierten Märkten systematisch zu identifizieren und zu analysieren. Im Mittelpunkt steht die Forschungsfrage, welche Determinanten die wirksame Konsolidierung sowie eine nachhaltige Wertsteigerung für Investoren und Portfoliounternehmen maßgeblich beeinflussen und wie diese Erfolgsfaktoren in der Praxis erfolgreich implementiert werden können.
3.3.2 Bewertung und Preisgestaltung
Die Bewertung und Preisgestaltung sind wesentliche Faktoren für den finanziellen Erfolg von B&B. Die Wertschöpfung erfolgt dabei über verschiedene Mechanismen, wobei insbesondere der Multiple-Arbitrage eine Rolle einnimmt.
Eine wesentliche Eigenschaft von B&B besteht in der systematischen Nutzung von Bewertungsunterschieden zwischen dem Plattformunternehmen und den Add-on-Unternehmen.
Zur Erklärung des Multiple-Arbitrage folgt ein vereinfachtes Beispiel. Bei einem Investment in ein Plattformunternehmen mit einem EBITDA von 10 Millionen Euro und einem Kaufpreis von 80 Millionen Euro ergibt sich ein Bewertungs-Multiple von 8x (80 Mio. ÷ 10 Mio. = 8x). Das EBITDA ist eine Kennzahl für die Ertragskraft eines Unternehmens. Vereinfacht ausgedrückt, entspricht es dem Gewinn vor Abzug von Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Das Multiple zeigt folgend, Für jeden Euro Ertrag werden 8 Euro gezahlt. Wenn ein Investor nun ein Add-on-Unternehmen mit einem EBITDA von 10 Millionen Euro kauft, aber nur 60 Millionen Euro dafür aufwendet, beträgt das Multiple lediglich 6x (60 Mio. ÷ 10 Mio. = 6x). Das Unternehmen ist somit günstiger bewertet als die Plattform. Nach der Integration des Add-ons in die Plattform wird die Kombination jedoch wieder mit einem Multiple von etwa 8x bewertet, also höher als die 6x beim Kauf. Dabei erfolgt der Erwerb zu einem günstigen Preis , der anschließende Verkauf zu einem hohen Preis (8x), ohne dass eine operative Verbesserung des Unternehmens erzielt wurde.
Die Forschung von Heisig, Kick und Schwetzler zeigt, dass dieser reine Bewertungseffekt etwa 8 Prozentpunkte zur durchschnittlichen Jahresrendite eines B&B-Unternehmens beiträgt. Die Summe verdeutlicht, dass der Erfolg von B&B nicht primär auf einer besseren Unternehmensführung beruht, sondern auf einer geschickten Bewertungsarbitrage.
Die Multiple-Arbitrage wirkt dabei über zwei komplementäre Mechanismen. Zunächst ist festzustellen, dass Add-on-Unternehmen typischerweise zu deutlich niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren erworben werden als die Plattform selbst. Zweitens führt die Integration der Add-ons zu einer Vergrößerung des Unternehmens. Größere Unternehmen werden systematisch höher bewertet als kleinere, da sie stabiler und vorhersehbarer erscheinen.
1 Einleitung: Das einleitende Kapitel führt in die Problemstellung fragmentierter Märkte ein, definiert die zentrale Forschungsfrage nach den Erfolgsfaktoren von Buy-and-Build-Strategien und skizziert den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden Buy-and-Build-Konzepte definiert, von traditionellen Leveraged Buyouts abgegrenzt und die Charakteristika fragmentierter Märkte sowie relevante ökonomische Theorien wie die Agency-Theorie, der Resource-Based View und die Transaktionskostentheorie beleuchtet.
3 Forschungsstand Erfolgsfaktoren von Buy-and-Build-Strategien: Das Kernkapitel analysiert systematisch die strategischen Dimensionen wie Plattform- und Add-on-Auswahl, das operative Post-Merger-Integrationsmanagement, finanzielle Aspekte wie Multiple-Arbitrage und Finanzierungsstrukturen sowie branchenspezifische Rahmenbedingungen.
4 Case Study: Anhand einer anonymisierten Fallstudie aus dem deutschen IT-Dienstleistungssektor wird die Umsetzung einer Buy-and-Build-Strategie über mehrere serielle Zukäufe bis zum erfolgreichen Exit detailliert nachgezeichnet und kritisch evaluiert.
5 Fazit, kritische Würdigung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen, beleuchtet die Diskrepanzen zwischen Theorie und operativer Praxis und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für Investoren und Unternehmensleiter.
Buy-and-Build, Private Equity, Fragmentierte Märkte, Marktkonsolidierung, M&A-Transaktionen, Plattformunternehmen, Add-on-Akquisitionen, Post-Merger-Integration, Multiple-Arbitrage, Synergien, Resource-Based View, Wertsteigerung, Transaktionskostentheorie, IT-Dienstleistungen
Die Arbeit befasst sich mit Buy-and-Build-Strategien im Rahmen von Private-Equity-Investitionen und analysiert systematisch, wie durch den Zukauf einer Plattformgesellschaft und anschließende serielle Add-on-Akquisitionen Wert in stark fragmentierten Märkten geschaffen wird.
Die Untersuchung gliedert sich in die theoretische Fundierung über mikroökonomische Theorien, die Identifikation strategischer, operativer und finanzieller Erfolgsfaktoren, die Betrachtung branchenspezifischer Voraussetzungen sowie die empirische Überprüfung anhand einer Unternehmensfallstudie.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Faktoren maßgeblich den Erfolg oder Misserfolg von Buy-and-Build-Strategien im Kontext von M&A-Transaktionen in fragmentierten Märkten bestimmen und wie diese in der Praxis gestaltet werden müssen.
Die Arbeit verbindet eine theorie- und literaturbasierte Analyse aktueller wissenschaftlicher Studien mit einer qualitativen empirischen Einzelfallstudie (Case Study) einer mittelständischen Unternehmensgruppe aus dem IT-Dienstleistungsbereich.
Der Hauptteil erörtert detailliert die Kriterien für eine erfolgreiche Plattform- und Add-on-Selektion, zeitliche Steuerungsfaktoren (Timing), Integrations- und Synergiemanagement, Managementqualitäten, Verschuldungs- und Finanzierungsstrukturen sowie Mechanismen der Multiple-Arbitrage.
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen gehören Buy-and-Build-Strategie, Private Equity, Plattformunternehmen, Add-on-Akquisition, Post-Merger-Integration, Konsolidierung, Synergierealisation und Multiple-Arbitrage.
Multiple-Arbitrage beschreibt den Bewertungseffekt, bei dem kleinere Add-on-Unternehmen zu niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren (z. B. 6x EBITDA) erworben und nach der Eingliederung in die größere Plattform zu einem höheren Multiple (z. B. 8x oder mehr) weiterveräußert werden, was einen wesentlichen Treiber der Rendite darstellt.
Die Fallstudie verdeutlichte, dass eine zu dichte Folge von Akquisitionen (neun Transaktionen in vier Jahren) zu einer Überlastung zentraler Schnittstellen und zu Integrationsmüdigkeit führen kann, weshalb eine moderate Frequenz mit ausreichenden Integrations-Checkpoints empfohlen wird.
Diese Branchen weisen eine hohe Anzahl kleiner, oft regional agierender und inhabergeführter Betriebe auf, besitzen stabile Cashflows und bieten durch zentrale Beschaffung, IT-Harmonisierung und Cross-Selling großes Potenzial zur Hebung von Skaleneffekten.
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