Magisterarbeit, 2009
107 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Was ist politische Korruption? – Definitorische Annäherung
3 Kritik am deutschen Strafrecht und Formen politischer Korruption
4 Massenmedien und Politik
4.1 Rechtliche Verankerung
4.2 Die politische Funktion von Massenmedien
5 Massenmedien und Öffentlichkeit
5.1 Öffentliche Meinung
5.2 Themen und ihre Wahrnehmung
6 Massenmedien und Korruptionssenkung
6.1 Weniger Korruption durch mehr Pressefreiheit
6.2 Mehr Internet – weniger Korruption?
7 Korruption in der Berichterstattung
7.1 Korruption – der ewige Skandal
7.2 Korruptionsberichterstattung in den Medien – ein Vergleich
7.3 Der Corruption Perception Index in den Online-Medien
8 Transparenz durch Medienpräsenz
8.1 Investigativjournalismus
8.2 Recherche und das Informationsfreiheitsgesetz
8.3 Überforderter Lokaljournalismus?
8.4 Whistleblower und die Massenmedien
8.4.1 Massenmedien als Adressat
8.4.2 Massenmedien als Aufklärer über Whistleblowing
8.4.3 Massenmedien als Plattform für Whistleblower
8.4.4 Massenmedien als Whistleblower
9 Exkurs: Die Medien als Teil des Problems
10 Zusammenführung und Schlussgedanken
Ziel der Arbeit ist es, die Rolle der Massenmedien bei der Aufklärung und Bekämpfung politischer Korruption in Deutschland zu analysieren und deren Einfluss auf das öffentliche Korruptionsverständnis zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Medien ihre Kontrollfunktion wahrnehmen und inwieweit sie durch strukturelle Abhängigkeiten selbst zu einem Teil des Korruptionsproblems werden können.
7.1 Korruption – der ewige Skandal
Ein Skandal ist laut dem Deutschen Wörterbuch von Wahrig ein „Aufsehen erregendes Ärgernis, unerhörtes Vorkommnis; etwas Unerhörtes, Empörendes.“ Skandale sind für die Massenmedien in Zusammenhang mit Korruption meist dankbare Themen, da sie viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Betrachtet man die Berichterstattung über Korruptionsfälle in der Vergangenheit, so ist in den Medien fast immer von einem Skandal die Rede. Eine Skandalträchtigkeit haftet der Korruption als sträflicher Handlung mehr an als anderen Verbrechen.
„Dies zeigt sich daran, daß keine konkreten negativen Folgen dargestellt werden müssen, um Korruption zu inkriminieren – ihr Tatbestand ist per se ein Skandalon, anders sogar als im Fall von Gewalt, die sich als Mittel der Wahl jederzeit auf legitime Zwecke zu berufen wußte.“
Dadurch, dass Korruption im Großteil der Fälle als moralische Verfehlung von politischen und gesellschaftlichen Akteuren dargestellt werden kann, sind die Voraussetzungen für einen Skandal meist schnell gegeben. Skandale sind für Medien fast immer ein gefundenes Fressen, weshalb sich die Skandalhaftigkeit eines Vorgangs zu einem wichtigen Nachrichtenfaktor zählen lassen kann. Skandale erregen die Aufmerksamkeit, sorgen für hohe Quoten und Auflagenzahlen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass sich die Massenmedien in ihrer Korruptionsberichterstattung fast ausschließlich dem Werkzeug der Skandalisierung bedienen. Aus diesem Grund ist es lohnenswert, sich etwas tiefer mit dem Skandalbegriff und der Geschichte politischer Skandale in der BRD zu beschäftigen.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfragen zur Rolle der Medien bei der Aufdeckung politischer Korruption.
2 Was ist politische Korruption? – Definitorische Annäherung: Diskussion verschiedener theoretischer Ansätze zur Definition von Korruption und deren Eignung für die vorliegende Untersuchung.
3 Kritik am deutschen Strafrecht und Formen politischer Korruption: Analyse der strafrechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Kritik an deren Lückenhaftigkeit.
4 Massenmedien und Politik: Beschreibung der rechtlichen Verankerung und der politischen Funktionen der Massenmedien im System der Bundesrepublik.
5 Massenmedien und Öffentlichkeit: Auseinandersetzung mit dem Öffentlichkeitsbegriff und dem Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinung und Themensetzung.
6 Massenmedien und Korruptionssenkung: Darstellung empirischer Befunde zum Zusammenhang zwischen Pressefreiheit, Internetnutzung und dem Korruptionsaufkommen.
7 Korruption in der Berichterstattung: Analyse der medialen Aufbereitung von Korruptionsfällen durch Skandalisierung und Vergleich der Berichterstattung in Print- und TV-Medien.
8 Transparenz durch Medienpräsenz: Untersuchung von Mechanismen wie Investigativjournalismus, Informationsfreiheitsgesetz und Whistleblowing im Kontext der Korruptionsaufdeckung.
9 Exkurs: Die Medien als Teil des Problems: Kritische Betrachtung journalistischer Verstrickungen und Interessenkollisionen, die die Wächterrolle der Medien gefährden.
10 Zusammenführung und Schlussgedanken: Zusammenfassende Diskussion der Hauptaussagen und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Politische Korruption, Massenmedien, Skandalisierung, Investigativjournalismus, Pressefreiheit, Whistleblower, Öffentlichkeit, Agenda-Setting, Korruptionsbekämpfung, Transparenz, Informationsfreiheitsgesetz, Medienethik, Politikverdrossenheit, Demokratie, Medienkritik
Die Arbeit untersucht, wie Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland über politische Korruption berichten und welchen Einfluss diese Berichterstattung sowohl auf die Aufklärung der Fälle als auch auf das öffentliche Verständnis von Korruption hat.
Zentrale Themen sind die Rolle der Medien im politischen System, die Theorie der Skandalisierung, die Bedeutung von Investigativjournalismus sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Transparenz durch Medien.
Das Ziel ist es, die Rolle der Massenmedien bei der Aufklärung und Bekämpfung politischer Korruption zu beleuchten und den Einfluss der medialen Berichterstattung auf das Verständnis von Korruption in der Öffentlichkeit zu analysieren.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der theoretische Grundlagen der Korruptionsforschung und Medientheorien mit einer Analyse von empirischen Studien und einer qualitativen Untersuchung von Berichterstattungsbeispielen verbindet.
Der Hauptteil befasst sich mit den politischen Funktionen der Medien, der empirischen Korrelation zwischen Pressefreiheit und Korruptionssenkung, der Analyse der Skandalberichterstattung sowie der Rolle von Whistleblowern und dem Informationsfreiheitsgesetz.
Schlüsselbegriffe sind politische Korruption, Massenmedien, Skandalisierung, Transparenz, Investigativjournalismus und die öffentliche Meinung.
Das Gesetz bietet theoretisch erweiterte Recherchemöglichkeiten, wird jedoch in der Praxis durch komplexe Rechtsauslegungen und eine in Behörden verwurzelte Amtsgeheimnis-Mentalität oft erschwert.
Obwohl ein Großteil der Korruption im lokalen Raum stattfindet, ist der Lokaljournalismus aufgrund knapper finanzieller Ressourcen und lokaler Abhängigkeiten oft kaum in der Lage, hintergründig und kritisch über korrupte Netzwerke zu berichten.
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