Bachelorarbeit, 2010
38 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
2. Literaturüberblick und Begriffsbestimmungen
2.1 „Supply Chain“ als Kooperationsform
2.2 Der Vertrauensbegriff in der Ökonomik
3. Vertrauen im Rahmen netzwerkgerichteter Supply Chains
3.1 Die Bedeutung von Kooperationen in Supply Chains
3.1.1 Transaktionskostentheorie zur Erklärung von kooperativen Supply Chains
3.1.2 Bestimmungsmerkmale von Kooperationsformen
3.1.3 Zwischenfazit: Vertrauen in den unterschiedlichen Transaktionsformen
3.2 Modellierung einer Vertrauensbeziehungen in Supply Chains
3.2.1 Die Vertrauensbeziehung zwischen Hersteller und Zulieferer
3.2.1.1 Das Verhältnis von Vertrauen zu expliziten Verträgen
3.2.2 Die Vertrauensbeziehung als Prinzipal-Agent-Beziehung
3.2.2.1 Die Prinzipal-Agent-Beziehung zwischen Hersteller und Zulieferer
3.2.2.2 Vertrauen als Steuerungsmechanismus der Prinzipal-Agent-Beziehung
3.3 Wirkungen von Vertrauen in Supply Chains
3.3.1 Die Wirtschaftlichkeit von Vertrauen in Supply Chains
3.3.2 Die Vertrauenswirkung auf die Partialebenen der Supply Chain
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Vertrauen als zentralem Einflussfaktor in netzwerkgerichteten Supply Chains, um zu klären, unter welchen Bedingungen die Investition in eine vertrauensvolle Partnerschaft ökonomisch sinnvoll ist. Dabei wird der Fokus insbesondere auf die Reduktion von Transaktionskosten und die Überwindung von Informationsasymmetrien zwischen Herstellern und Zulieferern gelegt.
3.2.1.1 Das Verhältnis von Vertrauen zu expliziten Verträgen
Der komplementäre Einsatz von Vertrauen und expliziten Verträgen soll die Risiken des Verhaltens des Zulieferers eingrenzen und seine Machtstellung revidieren.
Eingangs wurde die Arbeit von Niklas Luhmann vorgestellt, der Vertrauen als Mittel zur Reduktion sozialer Komplexität sieht. Zum Verhältnis von expliziten Verträgen und Vertrauen kann in diesem Zusammenhang folgend unterschieden werden. Vertrauen entwickelt einen Mechanismus Risiken zu absorbieren. Luhmann schreibt: „Vertrauen versucht Zukunft zu vergegenwärtigen und nicht etwa, künftige Gegenwarten zu verwirklichen.“ Dies bedeutet, dass der Vertrauensgeber in der Gegenwart keinerlei explizite Kontrollmaßnahmen ergreift, um den Vertrauensnehmer in irgendeiner Weise zukünftig zu beeinflussen. Eine Risikoabsorption erfolgt dahingehend, dass sich der Vertrauensgeber auf eine mögliche Zukunftshandlung beschränkt und auf Basis dieser handelt. Die künftige Unsicherheit wird auf Kosten der Sicherheit tragbar gemacht. Verträge hingegen funktionieren genau entgegengesetzt.
Der Raum zukünftiger Handlungen wird zwar ebenfalls auf ein Ergebnis eingeschränkt, jedoch werden zukünftige Erwartungen der Transaktion schon in der Gegenwart definiert und damit zusätzlich eingeschränkt. Es erfolgt eine Steigerung der Sicherheit bei entsprechender Minderung der Unsicherheit. Die Transaktionskosten werden bei letzterer Variante entsprechend höher sein, da man sich in der Gegenwart schon auf eine Zukunft festlegt und der Handlungsspielraum für geänderte Rahmenbedingungen geringer ist. Wieder wird der Flexibilitätscharakter von Supply Chains eingeschränkt, da Rahmenbedingungen eventuell wieder teuer angepasst werden müssen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel zu unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten und führt in die Fragestellung zur Rolle von Vertrauen ein.
2. Literaturüberblick und Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Supply Chain“ und „Vertrauen“ innerhalb der Ökonomik und grenzt den Forschungsrahmen ab.
3. Vertrauen im Rahmen netzwerkgerichteter Supply Chains: Hier wird die Bedeutung von Vertrauen durch Theorien wie die Transaktionskosten- und Prinzipal-Agent-Theorie auf Supply Chains angewendet und modelliert.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die ökonomische Relevanz von Vertrauen zusammen und zeigt Forschungsdefizite sowie zukünftige Bedarfe auf.
Vertrauen, Supply Chain, Transaktionskostentheorie, Prinzipal-Agent-Theorie, Kooperation, Netzwerk, Informationsasymmetrie, Opportunismus, Kernkompetenz, Beziehungsqualität, Vertrauenswürdigkeit, Risikominimierung, Partialnetze, Vertragsgestaltung, Innovationsfähigkeit
Die Arbeit analysiert die ökonomische Bedeutung und die Funktionsweise von Vertrauen in netzwerkgerichteten Supply Chains.
Die Schwerpunkte liegen auf Kooperationsformen, der Reduktion von Transaktionskosten, der Modellierung von Vertrauensbeziehungen und der Anwendung von Prinzipal-Agent-Strukturen.
Ziel ist es, zu ermitteln, unter welchen ökonomischen Bedingungen die Investition in Vertrauen in eine Partnerschaft innerhalb einer Supply Chain sinnvoll und effizient ist.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, betriebswirtschaftliche Modellierungen (u.a. Transaktionskosten- und Prinzipal-Agent-Theorie) und eine netzwerktheoretische Betrachtung von Supply-Chain-Partialnetzen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Modellierung von Vertrauensbeziehungen zwischen Herstellern und Zulieferern sowie der Anwendung dieser Erkenntnisse auf die verschiedenen Ebenen (Partialnetze) einer Supply Chain.
Wesentliche Begriffe sind Vertrauen, Opportunismus, Transaktionskosten, Informationsasymmetrie und die Balance zwischen Vertrauen und expliziten Verträgen.
Personalem Vertrauen liegt die Erwartung an das Handeln einzelner Akteure zugrunde, während Systemvertrauen auf das Funktionieren der Mechanismen und Strukturen innerhalb der Supply Chain vertraut.
Die Misstrauensspirale entsteht, wenn übermäßige Kontrollmaßnahmen das Vertrauen untergraben, was wiederum opportunistisches Verhalten des Partners verstärkt und die Kooperation gefährdet.
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