Bachelorarbeit, 2024
46 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Entstehung und Fortentwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs
2.1. Die Drei Dimensionen der Nachhaltigkeit
3. Greenwashing und die Bedeutung der Nachhaltigkeitskommunikation auf Social Media
3.1 Greenwashing: Definition und Formen
3.2 Folgen von Greenwashing für Unternehmen und Konsument*innen
3.3. Bedeutung von Nachhaltigkeit für Unternehmen
3.4. Social Media und Nachhaltigkeit
3.4.1. Beliebte Plattformen für Unternehmen
4. Methodik
4.1. Datenerhebung und Auswahl der Beiträge
4.2. Bewertungskriterien der Beiträge
4.3. Begründung der Methode
5. Analyse
5.1. Nestlé (Nescafé)
5.2. Ergebnisdarstellung
5.3. Zusammenfassung der wichtigsten Nachhaltigkeitsaussagen
6. Diskussion
6.1. Untersuchung der Aussagen
6.2. Zusammenfassung der Diskussion
7. Fazit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen der Selbstdarstellung von Unternehmen auf Social-Media-Kanälen und ihrer tatsächlichen Nachhaltigkeitsleistung am Fallbeispiel des multinationalen Lebensmittelkonzerns Nestlé und dessen Kaffeesparte (Nescafé) zu untersuchen. Im Fokus steht die Forschungsfrage, wie transparent und detailliert über nachhaltige Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen berichtet wird und inwieweit sich vor diesem Hintergrund der Vorwurf des Greenwashings bestätigen lässt.
3.1 Greenwashing: Definition und Formen
Greenwashing bezeichnet im Kontext der Nachhaltigkeit eine bewusste Täuschung durch Unternehmen, die irreführende oder falsche Informationen verwendet, um Verbraucher*innen den Eindruck von umweltfreundlichen Produkten oder Dienstleistungen zu vermitteln (Kraft et al., 2024, S.7). Greenwashing kann in verschiedenen Formen auftreten und hat in jeder Form das Ziel, das eigene Produkt oder die eigene Handlung umweltfreundlicher darzustellen, als sie in der Realität ist. Mit dieser Praxis wird dem Unternehmen ein ökologischeres Image verpasst, um daraus unter anderem auch wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Häufig ist Greenwashing sogar eine Antwort auf den immer stärker werdenden Druck aus der Öffentlichkeit, Umweltbelastungen zu reduzieren (Müller, 2007, S.2).
Die TerraChoice-Group, Beratungsfirma für Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit, führte 2010 die „Sieben Sünden des Greenwashings“ ein (Kraft et al., 2024, S.9). Diese “Sünden” beziehen sich auf fehlende Beweise, versteckte Kompromisse, vage Aussagen, das Hervorheben des kleineren Übels, die Verwendung falscher Zertifizierungen sowie irreführenden Behauptungen und direkten Schwindel (Kraft et al., 2024, S.9-10).
Ein typisches Beispiel für versteckte Kompromisse wäre der Fall von McDonald’s, die mit recycelbaren Papierstrohhalme geworben haben. Aufgrund einer hohen negativen Kundenresonanz wurden die Papierstrohhalme, die zuvor schnell aufweichten, verstärkt. Die neuen verstärkten Papierstrohalme wurden weiterhin als „umweltfreundlich“ gelabelt, obwohl sie nach Angaben von McDonald’s nicht mehr recycelt werden konnten (BBC, 2019).
Ein passendes Beispiel für fehlende Beweise bietet die Firma Innocent. Das Unternehmen suggeriert in einer Werbung, der Kauf ihrer Produkte (Smothies und Säfte) trage zur Rettung des Planeten bei (The Independent, 2022 [Video]). Für dieses Suggerieren von positiven Effekten auf die Umwelt gab es keine Belege in Form von Projekten oder Ähnlichem. Im Jahr 2019 wurden sie sogar durch die Umweltorganisation Break Free From Plastik als eine der umweltschädlichsten Marken eingestuft (BBC, 2022).
Aufgrund der Menge an unterschiedlichen Greenwashing-Formen kann es für Verbraucher*innen schwierig sein, die tatsächliche Nachhaltigkeit zu bewerten. Greenwashing zeigt nicht nur Folgen für Konsument*innen, sondern betrifft auch Unternehmen selbst. Im nächsten Abschnitt werden die potenziellen Folgen von Greenwashing für Unternehmen näher betrachtet.
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die gesellschaftliche Relevanz des Klimawandels und den Druck auf Unternehmen ein, definiert die Problemstellung irreführender Nachhaltigkeitsdarstellungen in digitalen Medien und formuliert Zielsetzung sowie Aufbau der Arbeit.
2. Entstehung und Fortentwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs: Hier wird der historische Wandel der Nachhaltigkeit von der traditionellen Forstwirtschaft über den Brundtland-Bericht und die Agenda-21 bis hin zu den 17 Sustainable Development Goals sowie dem Drei-Säulen-Modell (Ökologie, Ökonomie, Soziales) nachgezeichnet.
3. Greenwashing und die Bedeutung der Nachhaltigkeitskommunikation auf Social Media: Dieses Kapitel erläutert Konzepte und Formen des Greenwashings, analysiert dessen Konsequenzen für Konsumenten und Firmen und beleuchtet die Dynamiken von Plattformen wie Facebook und Instagram bei der Imagebildung.
4. Methodik: Es wird das Forschungsdesign der qualitativen Inhaltsanalyse dargelegt, welches auf einem festen Kriterienkatalog (visuelle Mittel, Nachhaltigkeitsdimensionen, Kernbotschaften, Informationsdetailliertheit, Adressatenkreis) zur Untersuchung relevanter Social-Media-Beiträge basiert.
5. Analyse: Das Kapitel stellt die Fallstudie zu Nestlé und Nescafé vor, analysiert acht spezifische Social-Media-Beiträge detailliert anhand der Kriterien und fasst die daraus extrahierten sieben Hauptaussagen systematisch zusammen.
6. Diskussion: Die identifizierten Aussagen werden kritisch mit offiziellen Nachhaltigkeitsberichten und externen Studien abgeglichen, hinsichtlich Transparenzmängeln evaluiert und auf spezifische Greenwashing-Muster überprüft.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, zieht Bilanz bezüglich des Vorliegens von Greenwashing bei Nestlés Kaffeesparte und gibt Empfehlungen für eine glaubwürdigere Unternehmenskommunikation.
Greenwashing, Nachhaltigkeitskommunikation, Social Media, Nestlé, Nescafé, Regenerative Landwirtschaft, Drei-Säulen-Modell, Transparenz, Sustainable Development Goals, Klimaschutz, Lieferketten, Inhaltsanalyse
Die Arbeit analysiert die Nachhaltigkeitskommunikation von Großkonzernen auf sozialen Medien und prüft am konkreten Beispiel von Nestlés Kaffeesparte, inwieweit verbreitete Nachhaltigkeitsaussagen der unternehmerischen Realität entsprechen oder Merkmale von Greenwashing aufweisen.
Zu den thematischen Schwerpunkten zählen die theoretischen Dimensionen von Nachhaltigkeit, die Typologien und Mechanismen von Greenwashing, die Kommunikationsstrategien auf Facebook und Instagram sowie der Abgleich von Marketingaussagen mit realen Daten aus Nachhaltigkeitsberichten.
Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, wie transparent und detailliert Nestlé über nachhaltige Maßnahmen in der Kaffeesparte auf Social Media berichtet und ob sich der Verdacht manipulativer bzw. irreführender Darstellungen (Greenwashing) verifizieren lässt.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt, bei der ein strukturierter Kriterienkatalog (unter anderem visuelle Gestaltung, berücksichtigte Nachhaltigkeitsdimensionen, Botschaften, Quellentransparenz und Tonalität) auf acht ausgewählte Social-Media-Posts aus dem Erhebungszeitraum 2023 bis 2024 angewandt wird.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Erfassung und Kriterienanalyse von Beiträgen der Nestlé-Accounts, extrahiert sieben Kernversprechen zur Nachhaltigkeit und gleicht diese detailliert mit internen Unternehmensdaten sowie externen Berichten unabhängiger Organisationen ab.
Zentrale Begriffe sind Greenwashing, Nachhaltigkeitskommunikation, Social Media, Nestlé, Nescafé, regenerative Landwirtschaft, Transparenz, Drei-Säulen-Modell und qualitative Inhaltsanalyse.
Die Untersuchung identifizierte insbesondere die „Sünde des Hervorhebens des kleineren Übels“, die „Sünde der versteckten Kompromisse“ sowie die „Sünde der fehlenden Beweise“, da positive Aspekte überbetont, kritische Kennzahlen verschwiegen und Angaben zu Ertragssteigerungen oder CO2-Einsparungen ohne methodische Transparenz dargestellt wurden.
Der Abgleich verdeutlicht, dass in Social-Media-Beiträgen häufig gerundete oder kontextlose Zahlen präsentiert werden, methodische Anpassungen bei der Emissionsberechnung unerwähnt bleiben und externe Verifizierungen durch unabhängige Dritte bei zentralen Kennzahlen weitgehend fehlen.
Nestlé stellt regenerative Anbaumethoden als Schlüssel zur Lösung ökologischer und ökonomischer Herausforderungen heraus, bleibt in den sozialen Medien jedoch Belege und methodisch klare Kriterien dafür schuldig, welche konkreten Umweltstandards auf den zertifizierten Farmen tatsächlich erfüllt werden.
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