Examensarbeit, 2009
123 Seiten, Note: 1,5
1. Rechenschwäche
1.1 Definition
1.2 Prävalenz von Rechenschwäche
1.3 Stellenwert der Rechenschwäche in der Schule
2. Erklärungsansätze für Rechenschwäche
2.1 Das Triple Code Modell von Dehaene
2.2 Das Modell von Anderson
2.3 Teilleistungsstöruge als Ursache der Rechenschwäche
3. Vorstellung der Förderkonzepte
3.1 Diagnostik der Rechenschwäche
3.2 Das Dortmunder Zahlbegriffstraining
3.2.1 Förderprinzipien
3.2.2 Konkrete Lerninhalte
3.3 Warum Kinder an Mathe scheitern, wie man Rechenschwäche wirklich heilt
3.3.1 Ansatzpunkt der Therapie
3.3.2 Wassergläser als Therapiematerialien
3.3.3 Ablauf der Therapie
3.4 Finger, Bilder, Rechnen
3.4.1 Ansatzpunkt der Therapie
3.4.2 Das Material
3.4.3 Konkrete Arbeit mit dem HamZaRa
3.5 Kinder mit Rechenschwäche erfolgreich fördern
3.5.1 Ansätze der Therapie
3.5.2 Ablauf der Therapie
3.6 Das Konzept von Gerster und Schultz
3.6.1 Ansatzpunkte der Therapie
3.6.2 Konkrete Arbeit mit dem Förderkonzept
4. Vergleichende Analyse der Förderkonzepte
4.1 Zum Einsatz der Therapien im Regelunterricht
4.2 Lerndialog im Kontext der Förderung
4.3 Analyse und Vergleich der verwendeten Materialien
4.3.1 Das Zehnerfeld
4.3.2 Die Schüttelbox
4.3.3 Zehnersteckbrett
4.3.4 Wassergläser
4.3.5 Der strukturierte Zahlenstrahl
4.4 Begründung der Untersuchung ausgewählter Inhaltsbereiche der Förderkonzepte
4.5 Die Erarbeitung der Zählkompetenz
4.5.1 Die fünf Zählprinzipien
4.5.2 Die Zahlwortreihe
4.6 Förderung des kardinalen Zahlbegriffs
4.6.1 Zur Rolle der Simultanerfassung bei Rechenschwäche
4.7 Das Teile-Ganze Konzept
4.8 Addition und Subtraktion
4.8.1 Das Operative Prinzip
4.8.2 Das Operationsverständnis
4.8.3 Symbolische Schreibweise der Grundoperationen
4.9 Erarbeitung von Rechenstrategien
4.9.1 Zählende Rechenstrategien
4.9.2 Schwierigkeiten des zählenden Rechnens
4.9.3 Evaluation des Dortmunder Zahlbegriffsaufbaus
4.9.4 Die Bedeutung von Grundaufgaben für nicht-zählende Rechenstrategien, sowie der Automatisierung des Einspluseins und Einsminuseins
4.10 Das dekadische Positionssystem und der Zehnerübergang
4.10.1 Das dekadische Positionssystem
4.10.2 Der Zehnerübergang
4.11 Sachsituationen
5.0 Fazit
Die Arbeit untersucht und vergleicht verschiedene pädagogische Therapieansätze für Kinder mit Rechenschwäche, um deren Wirksamkeit und Eignung für den Einsatz im schulischen Kontext zu evaluieren. Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse der zugrundeliegenden Konzepte, diagnostischen Verfahren und der verwendeten Anschauungsmaterialien Empfehlungen für eine effektive Förderung rechenschwacher Kinder abzuleiten.
1.1 Definition
Die Definition von Rechenschwäche stellt sich in vielerlei Hinsicht schwierig dar. Ähnlich der Lese-Rechtschreibschwäche Legasthenie führt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch Rechenschwäche in der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) an. In Kapitel V unter Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten wird Rechenschwäche als umschriebene Störung beim Rechnen, als sogenannte Dyskalkulie, ein künstlich konstruiertes Wort aus dys, griechisch für schlecht und calculus, lateinisch für Rechnung, definiert.
Umschrieben meint dabei die Eingrenzung auf den Bereich der Grundrechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. „Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden.“
Dabei wird die Minderleistung der Rechenfertigkeiten in Bezug zum Intelligenzquotienten des Kindes gesetzt und eine Rechenschwäche lediglich bei einer ausreichenden Diskrepanz diagnostiziert. Dieser Wert liegt bei mindestens 1,5 bis 2 Standardabweichungen, was zur Folge hat, dass sehr schwache Rechner erst mit der Kombination eines wenigstens durchschnittlichen IQ als rechenschwach eingestuft werden.
1. Rechenschwäche: Das Kapitel definiert den Begriff der Rechenschwäche unter Berücksichtigung klinischer Klassifikationen, erörtert deren Prävalenz und beleuchtet den derzeitigen Stellenwert dieser Problematik im Schulsystem.
2. Erklärungsansätze für Rechenschwäche: Hier werden zentrale theoretische Modelle wie das Triple-Code-Modell von Dehaene und das Modell von Anderson vorgestellt sowie Teilleistungsstörungen als mögliche Ursachen diskutiert.
3. Vorstellung der Förderkonzepte: Dieser Hauptteil präsentiert verschiedene pädagogische Ansätze zur Förderung rechenschwacher Kinder, darunter das Dortmunder Zahlbegriffstraining, das Konzept von Schlottmann, „Finger, Bilder, Rechnen“ und das Konzept von Gerster und Schultz.
4. Vergleichende Analyse der Förderkonzepte: Dieser Abschnitt vergleicht die vorgestellten Ansätze hinsichtlich ihres Einsatzes im Regelunterricht, der Bedeutung des Lerndialogs und einer detaillierten Analyse der verwendeten Materialien.
5.0 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede der Ansätze zusammen und bewertet deren Eignung zur Überwindung rechenschwacher Strukturen bei Kindern.
Rechenschwäche, Dyskalkulie, Förderkonzepte, Zahlbegriff, Grundrechenarten, Teilleistungsstörungen, Didaktik, Mathematikunterricht, Simultanerfassung, Rechenstrategien, Lerntherapie, Diagnostik, Mengenverständnis, Automatisierung, Teil-Ganzes-Konzept
Die Arbeit widmet sich der systematischen Untersuchung und dem direkten Vergleich pädagogischer Therapieansätze zur Förderung von Kindern mit Rechenschwäche im Anfangsunterricht.
Neben theoretischen Erklärungsansätzen für Rechenschwäche stehen die Vorstellung spezifischer Förderkonzepte, deren didaktische Materialien sowie die praktische Anwendbarkeit im schulischen Alltag im Fokus.
Ziel ist es, die pädagogischen Förderkonzepte wissenschaftlich zu vergleichen, um aufzuzeigen, wie rechenschwache Kinder gezielt beim Aufbau mathematischer Basiskompetenzen unterstützt werden können.
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden analytischen Ansatz, der auf einer Literaturanalyse sowie der kritischen Auseinandersetzung mit theoretischen Modellen und existierenden Förderprogrammen basiert.
Im Hauptteil werden fünf bedeutende Förderprogramme detailliert hinsichtlich ihrer methodischen Struktur, der Lernziele und der jeweils verwendeten Anschauungsmaterialien analysiert und in einen vergleichenden Kontext gestellt.
Zentrale Begriffe sind Dyskalkulie, Zahlbegriffsentwicklung, didaktische Reduktion, operative Prinzipien, kardinale Zahlvorstellung und Förderdiagnostik.
Die Konzepte variieren stark: Während einige auf sehr spezifisches Material wie Wassergläser (Schlottmann) oder Fingerbilder (Claus & Peter) setzen, nutzen andere, wie der Dortmunder Zahlbegriffsaufbau, eine breitere Palette an Objekten oder fordern den Fokus auf rein mentale Vorstellungen (Gerster).
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die meisten spezialisierten Förderkonzepte primär auf Einzelförderung oder kleine Gruppen ausgerichtet sind und ihre Umsetzung im regulären Klassenverband oft an hohen Anforderungen an die Lehrperson oder mangelnder Materialflexibilität scheitert.
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