Forschungsarbeit, 2011
71 Seiten
1 Problemstellung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Gesundheitspolitische Relevanz
1.3 Rechtliche und berufspolitische Relevanz
1.4 Argumentation, Forschungsziel und Forschungsfrage
2 Methodisches Vorgehen
2.1 Suchstrategie
2.2 Evidenzbewertung und Darstellung der Ergebnisse
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Begriffsbestimmungen
3.1.1 Kontraktur und Kontrakturentstehung
3.1.2 Kontrakturprophylaxe
3.1.3 Mobilitätseinschränkung
3.2 Beschreibung der Zielgruppe Bewohner von Pflegeheimen
3.3 Risikoeinschätzung
3.4 Interventionen
3.5 Pflegeprozess, Pflegeplanung und Dokumentation
4 Ergebnisse der Literaturstudie
4.1 Definition, Diagnostik und klinische Bedeutung
4.2 Prävalenz von Kontrakturen
4.3 Risikoerhebung
4.4 Interventionen
4.4.1 Durchbewegen der Gelenke
4.4.2 Dehnen der Gelenke
4.4.3 Positionierung in physiologischer Mittelstellung
4.4.4 Sonstige Interventionen
5 Ergebnisdiskussion
6 Strategien (Handlungsempfehlungen)
7 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Kontrakturprophylaxe bei mobilitätseingeschränkten Bewohnern von Pflegeheimen kritisch zu bewerten, da die gängige Pflegeliteratur und Praxis oft auf unzureichend belegten Empfehlungen basieren. Die Forschungsfrage untersucht, welche Strategien tatsächlich geeignet sind, eine evidenzbasierte Kontrakturprophylaxe in diesem Setting durchzuführen.
4.1 Definition, Diagnostik und klinische Bedeutung
Es liegt keine einheitliche, national oder international festgelegte Definition für Kontraktur vor (Gnass et al. 2010), was die Bewertung schwierig macht. Die Autoren der durch den Verfasser gesichteten Studien definieren allesamt für sich die Kontraktur, um eine Arbeitsgrundlage zu haben. In Tabelle 7 sind einige Aussagen verschiedener Autoren zusammen gefasst (Fox et al. 2000; Harvey et al.; 2000 Mollinger u. Steffen 1993; Rabiner et al. 1995; Wagner et al. 2008), die das Spektrum insgesamt wieder gibt. Rabiner et al. (1995) beziehen sich bei ihrer Definition auf eine offizielle Stelle, das Health Care Financing Administration´s Office of Research and Demonstration. Alle weiteren Autoren geben keine Quellen an.
Im Wesentlichen entsprechen diese Definitionen den bereits unter 3.1.1 vorgestellten Begriffsbestimmungen und lassen sich in der Beschreibung nach Kisner und Kolberg (2010) zusammenfassen: Eine Kontraktur stellt eine adaptive Verkürzung der Muskel-Sehnen-Einheit und sonstiger Weichteilgewebe, die ein Gelenk umgeben oder kreuzen, dar. In der Folge zeigt sich ein erheblicher Widerstand gegen passive und aktive Dehnung und eine Einschränkung des Bewegungsumfanges. Abhängig vom Ausmaß ist eine Einschränkung funktioneller Fähigkeiten möglich. Es kann zu einem teilweisen bis vollständigem Verlust der Bewegungsfähigkeit in diesem Gelenk kommen (vgl. 3.1.1.).
1 Problemstellung: Dieses Kapitel beleuchtet die steigende demografische Relevanz von Kontrakturen in Pflegeheimen und problematisiert die derzeit oft vagen und uneinheitlichen Empfehlungen in der Pflegeliteratur.
2 Methodisches Vorgehen: Hier wird die systematische Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken erläutert und die Kriterien zur Evidenzbewertung der gefundenen Studien dargestellt.
3 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Kontraktur, Prophylaxe und Mobilitätseinschränkung und beschreibt die physiologischen sowie pflegerischen Hintergründe.
4 Ergebnisse der Literaturstudie: Die Ergebnisse aus 12 Originalarbeiten werden analysiert, wobei insbesondere Prävalenz, Risikoerhebung und die Wirksamkeit verschiedener Interventionen kritisch beleuchtet werden.
5 Ergebnisdiskussion: Hier werden die Ergebnisse der Interventionsstudien kritisch diskutiert, wobei sich zeigt, dass viele klassische pflegerische Empfehlungen wissenschaftlich kaum fundiert sind.
6 Strategien (Handlungsempfehlungen): Basierend auf der Analyse werden Risikobereiche für Kontrakturen definiert und Ansätze für eine neubewertete, evidenzbasierte Vorgehensweise in der Praxis skizziert.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Wissenslücken zusammen und unterstreicht die dringende Notwendigkeit für weiterführende Studien in der pflegerischen Kontrakturprophylaxe.
Kontrakturprophylaxe, Pflegeheim, Mobilitätseinschränkung, Evidenzbasierte Pflege, Gelenkbeweglichkeit, Rehabilitation, Risikoerhebung, Pflegediagnose, Geriatrie, Physiotherapie, Sturzprophylaxe, Qualitätsmanagement, Immobilität, Pflegequalität, Bewegungsübungen.
Die Arbeit befasst sich kritisch mit den derzeit in der Pflegeliteratur und -praxis empfohlenen Strategien zur Vorbeugung von Kontrakturen bei mobilitätseingeschränkten Bewohnern von Pflegeheimen.
Zentrale Themen sind die Definition und Diagnostik von Kontrakturen, die Prävalenz bei älteren Menschen, die Bewertung pflegerischer Interventionen sowie die Rolle der Qualitätssicherung in der stationären Altenpflege.
Das Ziel ist die kritische Evaluation bestehender Strategien zur Kontrakturprophylaxe auf ihre Evidenzbasis hin, um den Bedarf an gesichertem Wissen für beruflich Pflegende aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine systematische Literaturübersicht (systematische Übersichtsarbeit), bei der medizinische und pflegerische Fachdatenbanken durchsucht und die ausgewählten Studien nach der AWMF-Evidenzhierarchie bewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen, bewertet Ergebnisse aus Literaturstudien zu Interventionen wie Mobilisation und Dehnung und diskutiert diese im Kontext des pflegerischen Alltags.
Wichtige Begriffe sind Kontrakturprophylaxe, Mobilitätseinschränkung, Pflegeheim, evidenzbasierte Pflege und Bewegungsförderung.
Die Arbeit zeigt auf, dass für Standardmaßnahmen wie Lagerung oder passives Durchbewegen in der Literatur oft keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vorliegt und teils sogar Kontraindikationen bestehen.
Der Autor argumentiert, dass die aktuellen Prüfkriterien des MDK Interventionen abfragen, deren Wirksamkeit nach jetzigem wissenschaftlichen Kenntnisstand fragwürdig oder teilweise kontraindiziert ist, weshalb eine Anpassung gefordert wird.
Die häufig in Lehrbüchern als häufigste Kontraktur genannte "Spitzfuß-Problematik" konnte durch die analysierte Studienlage nicht als führend bestätigt werden; zudem fehlten Belege für die Theorie, dass sie primär durch Bettdeckendruck entsteht.
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