Diplomarbeit, 2011
110 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. DAS HELFERSYNDROM
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Entstehung des Helfersyndroms (im weiten Sinne)
2.1.2 Ursprung des Helfersyndroms (im engeren Sinne)
2.1.3 Helfersyndrom und Gesellschaft
2.2 Helfersyndrom und Burn-out-Gefahr
2.2.1 Verfestigung des Helfersyndroms
2.2.2 Burn-out
2.2.3 Prävention und Helfersyndrom-Bewältigung
2.3 Kritiker und Befürworter - warum helfen wir?
2.3.1 Fengler
2.3.2 Richter
2.3.3 Fricke / Grauer
2.3.4 Missel und Fisher
2.3.5 Wellhöfer
2.4 Zusammenfassung
3. STAND DER FORSCHUNG
3.1 Motivation Helfen
3.1.1 Geschichtlicher Rückblick
3.1.2 Exkurs: humanistische Herangehensweise
3.1.3 Roßrucker
3.1.4 Gildemeister
3.2 Berufswahl Sozialpädagogik / Soziale Arbeit - quantitative Studien
3.2.1 Garlichs
3.2.2 Seifert
3.2.3 Knüppel
3.2.4 Kraak
3.2.5 Wirth
3.3 Berufswahl Sozialpädagogik / Soziale Arbeit - qualitative Studien
3.3.1 Ackermann
3.3.2 Groß
3.4 Zusammenfassung
4. DIE ROLLE DES HELFERSYNDROMS BEI DER WAHL DES STUDIENFACHES SOZIALPÄDAGOGIK / SOZIALE ARBEIT
4.1 Theoretische Vorüberlegung
4.2 Erhebungsinstrument: Der Online-Fragebogen
4.3 Fragestellung und Hypothesenbildung
4.4 Operationalisierung
4.4.1 Instruktion
4.4.2 Sozialstatistische Angaben
4.4.3 Motive zur Studienfachwahl
4.4.4 „Helfersyndrom-Persönlichkeitstest“
4.4.5 Begriff Helfersyndrom
4.4.6 Kommentare und Kritik
4.5 Datenerhebung / Datenaufbereitung
4.6 Datenauswertung
4.7 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
4.7.2 Motive für die Studienfachwahl
4.7.3 „Helfersyndrom-Persönlichkeitstest“
4.7.4 Begriff Helfersyndrom
4.7.5 Kommentare und Kritik
4.7.6 Die „Helferpersönlichkeiten“
4.8 Deutung und Interpretation der Ergebnisse
4.8.1 Motive für die Studienfachwahl
4.8.2 „Helfersyndrom-Persönlichkeitstest“ / „Helferpersönlichkeiten“
4.8.3 Begriff Helfersyndrom
4.9 Hypothesenwiederaufgriff
4.10 Resümee
5. FRAGESTELLUNG FÜR WEITERFÜHRENDE UNTERSUCHUNGEN UND SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch, inwieweit das psychoanalytische Modell des „Helfersyndroms“ nach Wolfgang Schmidbauer bei sächsischen Studierenden der Sozialpädagogik bzw. Sozialen Arbeit als Motiv für die Studienfachwahl eine Rolle spielt.
1. Einleitung
Schon vor Beginn meines Studiums fragte ich mich, ob und inwiefern sich der Beruf des Helfens von anderen unterscheidet, woran dies festgemacht werden kann und was einen Menschen auf welche Weise dazu bewegt, sozial tätig zu sein - nicht nur nebenbei und ehrenamtlich, sondern aus der Motivation für einen Beruf heraus. Können jene, die im sozialen Bereich tätig sind, als „Helferpersönlichkeiten“ bzw. als Menschen mit einem Helfersyndrom bezeichnet werden, denen bestimmte Charaktere und Eigenschaften zugeschrieben werden können? Wohl kaum. Was macht dabei das professionelle Helfen aus? Da muss etwas Unsichtbares im Hintergrund sein, das viele - nicht alle - angehende, so genannte „Helfer“ verbindet.
In meiner Diplomarbeit möchte ich untersuchen, in wie weit das psychoanalytische Modell und Phänomen „Helfersyndrom“ nach Schmidbauer mit all seinen Verwinklungen tatsächlich und empirisch nachgewiesen auf angehende Sozialpädagogen und Sozialarbeiter zutrifft. Genauer gesagt beschäftigt mich die Frage: Kann verallgemeinert festgestellt werden, ob aus der Motivation eines in sich schlummernden Helfersyndroms heraus ein Studium der Sozialpädagogik / Sozialen Arbeit (SP / SA) aufgenommen wird und wie genau diese Motivation dann aussieht? Wie sehr unterscheidet sie sich von anderen, fern von Altruismus und der Anthropologie, welche soziales Miteinander als Urform im Kampf des Überlebens zählt und auch fern vom „social-support-Begriff“, der die soziale Unterstützung und Hilfe zwischen Menschen in nichtprofessionellen Beziehungen in ihren alltäglichen Netzwerken beschreibt und die psychische Gesundheit eines jeden unterstützen soll (vgl. Nestmann 1988, S. 19). Bisher existieren nur nachträgliche Feststellungen eines Helfersyndroms von bereits ausübenden Sozialarbeitern / Sozialpädagogen (SP / SA) und zahlreiche Untersuchungen über Motive für ein SP / SA-Studium, die jedoch das Thema des Helfersyndroms nur unungenügend implizieren.
1. EINLEITUNG: Die Autorin legt die Motivation für ihre Arbeit dar und hinterfragt das populäre Phänomen des Helfersyndroms kritisch im Hinblick auf die Studienwahl im Sozialwesen.
2. DAS HELFERSYNDROM: Theoretische Fundierung des Helfersyndroms nach Schmidbauer, dessen Entstehungsursachen, Risiken wie Burn-out sowie der gesellschaftliche Kontext werden erörtert.
3. STAND DER FORSCHUNG: Umfassende Darstellung bestehender quantitativer und qualitativer Studien sowie der wissenschaftlichen Kontroversen über die Motive zur Wahl helfender Berufe.
4. DIE ROLLE DES HELFERSYNDROMS BEI DER WAHL DES STUDIENFACHES SOZIALPÄDAGOGIK / SOZIALE ARBEIT: Beschreibung der methodischen Durchführung der Online-Fragebogenanalyse sowie die detaillierte Auswertung und Interpretation der empirischen Daten.
5. FRAGESTELLUNG FÜR WEITERFÜHRENDE UNTERSUCHUNGEN UND SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der eigenen Ergebnisse und gibt Anstöße für zukünftige Forschungsansätze in der Motivationsforschung.
Helfersyndrom, Helferpersönlichkeit, Studienmotivation, Sozialpädagogik, Soziale Arbeit, Burn-out, Psychoanalyse, empirische Fragebogenanalyse, Berufsbiografie, Altruismus, Selbstverwirklichung, Professionalisierung, Studienwahl, Kindheitserfahrungen, soziale Dienstleistungen.
Die Diplomarbeit untersucht, ob das von Wolfgang Schmidbauer geprägte psychologische Phänomen des Helfersyndroms ein relevanter Beweggrund für Studierende ist, sich für ein Studium der Sozialpädagogik oder Sozialen Arbeit zu entscheiden.
Neben der Definition und Ursprungstheorie des Helfersyndroms steht die empirische Untersuchung von Studienmotiven, das Burn-out-Risiko in sozialen Berufen und der gesellschaftliche Wandel in der Wahrnehmung helfender Tätigkeiten im Zentrum.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob angehende Sozialpädagogen/Sozialarbeiter ihre Studienwahl unbewusst durch ein Helfersyndrom treffen und ob sich dieses durch einen Persönlichkeitstest empirisch bei der Zielgruppe nachweisen lässt.
Es wurde eine standardisierte, empirische Online-Fragebogenanalyse durchgeführt, die Daten von 590 sächsischen Studierenden aus verschiedenen Hochschulen erfasste und mittels statistischer Auswertung (deskriptive Darstellung) interpretiert wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit über die Geschichte und Kritik des Helfersyndroms sowie in den empirischen Teil, in dem die Operationalisierung, Datenerhebung und Interpretation der Umfrageergebnisse dargelegt werden.
Helfersyndrom, Studienmotivation, Sozialpädagogik, Burn-out, Psychoanalyse, Berufsbiografie und empirische Sozialforschung.
Nein, die Ergebnisse zeigen, dass das Helfersyndrom bei der Mehrheit der untersuchten Studierenden keine signifikante Rolle für die Studienwahl spielt, womit Schmidbauers Thesen für diese Gruppe nicht empirisch verallgemeinert werden können.
Über die Hälfte der befragten Studierenden definierte den Begriff unzureichend oder falsch und bewertete ihn mehrheitlich negativ, wobei er oft nur als oberflächliches Klischee wahrgenommen wird.
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