Bachelorarbeit, 2011
51 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Körper Fritz Zorn und Klaus Uhltzscht in der Konformität
2.1 Die Erziehung des Körpers des Klaus Uhltzschts
2.1.1 Bernhard und Lucie Uhltzscht
2.1.2 Der erzogene Körper des Klaus Uhltzschts
2.2 Die Erziehung des Körpers des Fritz Zorns
2.2.1 Die Eltern Zorn
2.2.2 Der erzogene Körper des Fritz Zorns
2.3 Politik und Körper
3 Ekstasen der Körperlichkeit
3.1 Spielarten der Ekstase
3.1.1 Sexualität
3.1.1.1 Geweckte Körperlichkeit
3.1.1.2 Sexualität und Ekstase der Körperlichkeit bei Klaus Uhltzscht
3.1.2 Krankheit und Ekstase der Körperlichkeit bei Fritz Zorn
3.2 Folgen der körperlichen Ekstasen
3.2.1 Das Schreiben – der neue Körper
3.2.1.1 Mars – ein inszenierter Körper?
3.2.1.2 „Sein Körper ist mein Körper“ – Körpertausch
3.2.2 Mythendekonstruktion bei Thomas Brussig – Der Körper als Instrument wider Geschichtslügen und Geschichtsverklärung
3.2.2.1 Die „selbstquälerische“ und „kritisch-betroffene DDR- und Wendeliteratur“
3.2.2.2 Der Held der Wende
4 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den Prozess der Körpererfahrung bei Fritz Zorn und Klaus Uhltzscht, um zu analysieren, wie beide Protagonisten durch die Erziehung ihrer Eltern in die Konformität gezwungen wurden und wie sie mittels körperlicher Ekstase versuchen, sich aus diesem körperfeindlichen Milieu zu befreien und ihre eigene Individualität wiederzuentdecken.
1 Einleitung
Am 2. November 1976 erlag Dr. Fritz Fürchtegott Angst im Alter von 32 Jahren seinem Krebsleiden. Er war ein braver Schweizer Bürger, ein Mustermann für die Züricher Goldküste, einer, der nicht „aneckte“, der nicht störte. Mars ist die Niederschrift seines Lebens. Über sie erhält der Leser einen Einblick in die Welt des Fritz Zorns, einen Einblick, der aber, entgegen allen Erwartungen, erschüttert. Mars ist der letzte „Aufschrei eines Todkranken“. In ihm gibt sich ein Schreiber zu erkennen, der „jung und reich und gebildet; und [...] unglücklich, neurotisch und allein“ ist. Der Leser lernt Fritz Zorn als einen Mensch kennen, der an Depressionen leidet, der unfähig ist, mit seinen Mitmenschen in Kontakt zu treten und der letztlich in völliger Einsamkeit sterben wird.
In Thomas Brussigs Helden wie wir finden wir eine ähnliche Geschichte. Wie auch Fritz Zorn, lebt Klaus Uhltzscht, der Protagonist, vollkommen isoliert. Im Ost-Berlin der 80er Jahre, als Sohn des Stasi-Mitarbeiters Bernhard Uhltzscht und der Gesundheitsinspektorin Lucie Uhltzscht ist er ein von Vorschriften und Regeln umstellter Gefangener. Bestimmt vom Streben nach tradierten, moralischen Werten seines Milieus, entwickelt Klaus im Laufe seines Lebens eine Fülle an körperfeindlichen Komplexen zuge derer er das Eigene bekämpft, unterdrückt und mumifiziert.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Lebensgeschichten von Fritz Zorn und Klaus Uhltzscht ein und verdeutlicht ihre gemeinsame Isolation und den Zwang zur Konformität.
2 Die Körper Fritz Zorn und Klaus Uhltzscht in der Konformität: Dieses Kapitel analysiert die prägende Erziehung durch die Eltern in den jeweiligen Milieus, die zu einer Entfremdung vom eigenen Körper führt.
3 Ekstasen der Körperlichkeit: Hier wird untersucht, wie die Protagonisten durch Sexualität und Krankheit versuchen, aus den vorgegebenen Strukturen auszubrechen und ihren Körper neu zu erfahren.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die körperliche Ekstase trotz aller Schwierigkeiten den entscheidenden Wendepunkt für beide Figuren darstellt, um zu sich selbst zu finden.
Körperlichkeit, Ekstase, Fritz Zorn, Klaus Uhltzscht, Konformität, Selbstentfremdung, Erziehung, Sexualität, Krankheit, Schreiben, DDR-Literatur, Wendeliteratur, Identität, Individualisierung, Thomas Brussig
Die Arbeit untersucht die körperliche Selbstentfremdung von Fritz Zorn und Klaus Uhltzscht und wie sie durch körperliche Ekstase versuchen, ihre Individualität wiederzuerlangen.
Die zentralen Themen sind Konformitätsdruck, familiäre Erziehung, der Körper als Ort der Unterdrückung sowie die befreiende Wirkung von Sexualität und Krankheit.
Ziel ist es, den Weg der Protagonisten von der körperlichen Selbstentfremdung hin zur persönlichen Befreiung und Selbstfindung zu analysieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation der ausgewählten Primärtexte in Bezug auf psychologische und gesellschaftliche Aspekte.
Im Hauptteil werden zunächst die elterliche Erziehung und die Entfremdung untersucht, gefolgt von der Analyse der verschiedenen Formen der körperlichen Ekstase und deren Folgen.
Körperlichkeit, Ekstase, Konformität, Selbstentfremdung, Identität, Schreiben und Wendeliteratur.
Für Klaus ist Sexualität ein doppelschneidiges Schwert: Einerseits wird sie durch die Mutter unterdrückt und kriminalisiert, andererseits nutzt er sie als Ventil gegen staatliche Normen.
Krankheit (Krebs) wirkt bei Zorn paradoxerweise als erlösender Mechanismus, der den Zwang zur Konformität aufbricht und den Weg zum Schreiben freimacht.
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