Bachelorarbeit, 2011
66 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Soziale Ungleichheit
2.1. Definition sozialer Ungleichheit
2.2. Strukturebenen sozialer Ungleichheit
3. Bildungsungleichheit als Dimension sozialer Ungleichheit
3.1. Definition Bildungsungleichheit
3.2. Ursachen der Bildungsungleichheit
3.2.1. Kapitalbegriff nach Bourdieu
3.2.2. Herkunftseffekte nach Boudon
3.3. Schichtenspezifische Bildungsungleichheit im deutschen Bildungssystem
4. Lesekompetenz
4.1. Bedeutung der Lesekompetenz
4.2. Instanzen der Lesesozialisation
4.2.1. Familie als Instanz der Lesesozialisation
4.2.2. Schule als Instanz der Lesesozialisation
4.2.3. Peergroup als Instanz der Lesesozialisation
4.3. Lesekompetenz von Grundschulkindern nach sozialer Herkunft
5. Lesekompetenzförderung zur Verminderung von Bildungsungleichheit
5.1. Lesekompetenzförderung
5.2. Lesekompetenzförderung in Kooperation mit verschiedenen Instanzen der Lesesozialisation - aktuelle Projekte/ Programme
5.2.1. Lesekompetenzförderung in Kooperation mit der Familie
5.2.2. Lesekompetenzförderung in Kooperation mit der Schule
5.3. Bewertung der Projekte im Hinblick auf die Herstellung von Chancengleichheit
5.3.1. Definition Chancengleichheit
5.3.2. Chancengleichheit durch Lesekompetenzförderung
5.3.3. Projektbewertung im Hinblick auf die Schaffung von Chancengleichheit
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Bildungsungleichheit in Deutschland, wobei der Fokus auf der Lesekompetenz von Grundschulkindern liegt. Ziel ist es zu erörtern, inwiefern gezielte Fördermaßnahmen dazu beitragen können, die Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu lockern und so zu mehr Chancengleichheit zu führen.
3.2.1. Kapitalbegriff nach Bourdieu
Bourdieu (1983: 186ff) unterscheidet zwischen den folgenden drei Kapitalformen: ökonomisches Kapital, soziales Kapital und kulturelles Kapital. Wobei sich das kulturelle Kapital in drei Ausdrucksformen unterteilt: in das inkorporierte, das objektive sowie das institutionalisierte Kulturkapital (siehe schematische Darstellung in Abb. 2).
Diese Kapitalformen sollen im Weiteren näher erläutert werden:
Als ökonomisches Kapital bezeichnet Bourdieu die materiellen Ressourcen wie Geld oder Schmuck (Bourdieu 1983: 186).
Die sozialen Netzwerke einer Person werden von ihm als soziales Kapital verstanden (Bourdieu 1983: 191f).
Als kulturelles Kapital, definiert Bourdieu die Bildung eines Menschen, mit den bereits erwähnten Ausdrucksformen, die er wie folgt beschreibt:
- Das inkorporierte Kulturkapital entspricht dem Wissen, das eine Person im Laufe des Lebens erworben hat (Bourdieu 1983: 187f). Dazu zählen allgemeine Lebensführungskompetenzen, wie bspw. sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Aufgeschlossenheit gegenüber gesellschaftlichem Wissen, Abstraktionsvermögen, Informationsverarbeitungs- und Medienkompetenzen, Analytische Kompetenzen sowie soziale Umgangsformen (Brake/ Büchner 2003: 631).
- Zum objektiven Kulturkapital zählen materielle Gegenstände wie Bücher, Kunstwerte und Musikinstrumente (Bourdieu 1983: 189f).
- Das institutionalisierte Kulturkapital schließlich umfasst die schulischen und akademischen Titel einer Person (Bourdieu 1983: 190f).
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Bildungsungleichheit und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Lesekompetenzförderung.
2. Soziale Ungleichheit: Definition und Darstellung der Strukturebenen sozialer Ungleichheit als theoretische Basis.
3. Bildungsungleichheit als Dimension sozialer Ungleichheit: Analyse der Ursachen von Bildungsungleichheit, insbesondere durch Kapitaltheorien und Herkunftseffekte im deutschen Schulsystem.
4. Lesekompetenz: Untersuchung der Lesekompetenz als zentrale Kulturtechnik und deren Sozialisation durch Familie, Schule und Peergroup.
5. Lesekompetenzförderung zur Verminderung von Bildungsungleichheit: Vorstellung und kritische Bewertung von vier Förderprogrammen hinsichtlich ihrer Eignung zur Herstellung von Chancengleichheit.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion der Möglichkeiten sowie Grenzen der Lesekompetenzförderung zur Überwindung sozialer Ungleichheit.
Bildungsungleichheit, Soziale Ungleichheit, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Chancengleichheit, Grundschule, Kapitalbegriff nach Bourdieu, Herkunftseffekte, Leseförderung, Familie, Schule, Peergroup, Bildungserfolg, Armutsprävention, Bildungsberichterstattung.
Die Arbeit analysiert, wie soziale Ungleichheit zu ungleichen Bildungschancen führt und ob Lesekompetenzförderung bei Grundschulkindern ein wirksames Mittel ist, um diesen Zusammenhang aufzubrechen.
Die zentralen Themen sind Soziale Ungleichheit, Bildungsdisparitäten, die Bedeutung der Lesesozialisation sowie die Evaluation verschiedener Programme zur Leseförderung.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern Projekte zur Lesekompetenzförderung dazu beitragen können, Bildungsungleichheit zu vermindern und für Kinder aus sozial schwachen Familien gleiche Startchancen zu schaffen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische Fachliteratur sowie einer vergleichenden Evaluation und Analyse bestehender Förderprojekte (z. B. IGLU-Studie, Vorleseprogramme, CORI-Programm).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung sozialer und bildungsbezogener Ungleichheit, die Analyse von Lesekompetenz als kultureller Schlüsselqualifikation und eine detaillierte Bewertung ausgewählter Förderprojekte nach acht Kriterien.
Begriffe wie Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Lesesozialisation und Chancengleichheit sind essenziell für das Verständnis der Arbeit.
Primäre Effekte betreffen die Ressourcenverfügbarkeit und deren Einfluss auf die schulische Leistung, während sekundäre Effekte sich auf die Bildungsentscheidungen von Eltern und Lehrern beziehen, die trotz gleicher Leistung unterschiedliche Bildungswege wählen.
Die Familie gilt als wichtigste informelle Instanz, die maßgeblich entscheidet, ob ein Kind zum motivierten Leser wird, indem sie Ressourcen bereitstellt, Vorbildfunktionen wahrnimmt und Interaktionen rund um das Lesen schafft.
Die Grundschulzeit ist entscheidend, da hier die Weichen für die weitere Bildungslaufbahn gestellt werden und bereits deutliche Unterschiede in der Lesekompetenz sichtbar werden, die auf die soziale Herkunft zurückzuführen sind.
Es wurden die Projekte „Vorlesen in Familien“, „Berliner Eltern-Kind-Leseprogramm“ (BEKL), das amerikanische „Concept-Oriented Reading Instruction-Program“ (CORI) sowie „Mentor - Die Leselernhelfer“ analysiert.
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