Fachbuch, 2011
139 Seiten
Die Trichterbecher-Kultur
Die Arbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung der nordwestdeutschen Trichterbecher-Kultur, einer bedeutenden jungsteinzeitlichen Bevölkerungsgruppe, und analysiert deren Lebensweise, Siedlungsstrukturen sowie Bestattungssitten anhand archäologischer Befunde.
Die Trichterbecher-Kultur
Unter dem Einfluss bäuerlicher Kulturen aus dem südlichen Mitteleuropa entstand in dem riesigen Gebiet zwischen der Ukraine und dem östlichen Holland die Trichterbecher-Kultur. Der Begriff Trichterbecher-Kultur wurde 1930 von dem polnischen Prähistoriker Konrad Jazdzewski (1908–1985) aus Lodz geprägt. Älter ist die Bezeichnung Trichterrandbecher, die schon vor dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) aufkam. Der Name der Kultur fußt auf dem charakteristischen mittelgroßen Gefäß mit trichterförmigem Hals, dem so genannten Trichterbecher.
Genaugenommen ist der Ausdruck Trichterbecher-Kultur ein Begriff, unter dem mehrere Kulturen zusammengefasst werden, für die der Besitz von Trichterbechern kennzeichnend ist. Deshalb spricht man auch von Trichterbecher-Kulturen und ordnet diesen verschiedene Zweige zu. Einer der ältesten davon ist die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur, die von etwa 4.300 bis 3.000 v. Chr. in Schleswig-Holstein, im nördlichen Niedersachsen sowie in Mecklenburg-Vorpommern verbreitet war.
Die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur lässt sich nach dem Fundgut in verschiedene Kulturgruppen gliedern. Die älteste davon ist die Rosenhof-Gruppe mit dem namengebenden Fundort Rosenhof bei Dahme (Kreis Ostholstein). Weitere Gruppen sind die Satrup-Gruppe (nach Satrup, Kreis Schleswig-Flensburg), die Fuchsberg-Gruppe (nach Fuchsberg bei Satrup, Kreis Schleswig-Flensburg), die Troldebjerg-Gruppe (nach Troldebjerg auf der dänischen Insel Langeland), die Klintebakken-Gruppe (nach Klintebakken in Dänemark) und die Curslack-Gruppe (nach Curslack bei Boberg, unweit von Hamburg).
Die Trichterbecher-Kultur: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, Benennung und zeitliche Einordnung der Kultur sowie deren regionale Ausprägung in Nordwestdeutschland.
Trichterbecher-Kultur, Jungsteinzeit, Megalithgräber, Nordwestdeutschland, Archäologie, Ackerbau, Viehzucht, Siedlungsgeschichte, Großsteingräber, Bestattungssitten, Feuersteingeräte, Keramik, Steinzeit, Prähistorie, Megalithik
Die Arbeit behandelt die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur, eine sesshafte bäuerliche Gemeinschaft der Jungsteinzeit, und deren kulturelle Hinterlassenschaften.
Die Schwerpunkte liegen auf Siedlungswesen, Ackerbaumethoden, der Nutzung von Megalithanlagen als Grabstätten sowie dem alltäglichen Leben und dem rituellen Schmuck.
Das Ziel ist eine detaillierte archäologische Dokumentation und Analyse der Lebensumstände dieser Kultur in Norddeutschland.
Es handelt sich um eine prähistorische Fund- und Befundanalyse unter Einbeziehung archäologischer Ausgrabungsberichte und historischer Überlieferungen.
Im Hauptteil werden Siedlungsstrukturen, die Ernährung der Bevölkerung, die Architektur von Großsteingräbern und das Verständnis religiöser Vorstellungen der damaligen Zeit detailliert beschrieben.
Schlüsselbegriffe sind Trichterbecher-Kultur, Jungsteinzeit, Großsteingräber, Siedlungsarchäologie und neolithische Wirtschaftsweise.
Es werden verschiedene Grabtypen wie Urdolmen, erweiterte Dolmen, Großdolmen und Ganggräber sowie ergänzende Flachgräber und deren jeweilige Bedeutung erläutert.
Diese wurden lange Zeit als Musikinstrumente gedeutet, wobei in der Fachwelt auch die Interpretation als Libationsgefäße für kultische Flüssigkeiten diskutiert wird.
Analysen der Skelettfunde geben Aufschluss über Körpergröße, Lebenserwartung, Krankheitsgeschichte wie Rachitis sowie medizinische Eingriffe wie Trepanationen.
Aufgrund der enormen Größe der Steine schrieben frühe Chronisten und Gelehrte deren Errichtung mythologischen Wesen wie Riesen oder Hünengeschlechtern zu, da sie sich die technische Umsetzung durch Menschen nicht vorstellen konnten.
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