Masterarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise in der Untersuchung
1.4 Begriffsbestimmungen
2. Kritische Würdigung des bisherigen empirischen Forschungsstandes
2.1 Forschungsstand zum Beitrag des Controllings innerhalb des Planungs- und Entscheidungsprozesses in der Verwaltungssteuerung
2.2 Forschungsstand zur zielgerichteten, kurzfristigen operativen Steuerung im Controlling der Polizei
2.3 Forschungsstand zur Einbindung des Controllings in die kooperativ-partizipative Personalführung in der Polizei
3. Das Controllingkonzept der Polizei
3.1 Ziel, Funktionen und Implementation des Controllings in der Polizei
3.2 Strategieentwicklung in staatlich gelenkten Organisationen
3.3 Das Informationssystem der zielgerichteten, kurzfristigen operativen Steuerung der Polizei
3.3.1 Die Kosten- und Leistungsrechnung
3.3.2 Kennzahlen
3.3.3 Das Berichtswesen
3.4 Implikationen für den weiteren Forschungsverlauf und Zwischenergebnis
4. Die Umsetzung des Controllingkonzeptes in den Polizeien in Deutschland
4.1 Die Konzeption des wirkungsorientierten Controllings
4.2 Zieldimensionen des Leistungserstellungsprozesses
4.3 Der aktuelle Stand des Wirkbetriebes des Controllingkonzeptes
4.4 Die Ausgestaltung der kurzfristigen, zielgerichteten operativen Steuerung
4.4.1 Jahresplanung und rollierendes Planverfahren
4.4.2 Die Einbeziehung von Controllingdaten in die kurzfristige, zielgerichtete operative Steuerung
4.5 Prognose und Implikationen für die Weiterentwicklung des Controllingkonzeptes in der Polizei
4.6 Implikationen für den weiteren Forschungsverlauf und Zwischenergebnis
5. Darstellung der Integration des Controllings in den Führungsprozess innerhalb der Polizei
5.1 Das Selbstverständnis des Führungsbegriffes in der deutschen Polizei
5.1.1 Das Kooperative Führungssystem (KFS)
5.1.2 Leitbilderstellung und Corporate Identity
5.2 Die Führungsfunktion des Controllings in Anwendung auf das KFS
5.2.1 Transparenz von Führungsentscheidungen
5.2.2 Beteiligung der Mitarbeiter am Führungsprozess
5.2.3 Delegation von Führungsverantwortung
5.2.4 Kontrolle
5.2.5 Leistungsbewertung
5.2.6 Repräsentation des eigenen Verantwortungsbereiches
5.3 Zwischenergebnis der Untersuchung
6. Beantwortung der Forschungsfragen und Fazit
6.1 Ergänzende Empfehlungen für die Praxis
6.2 Kritische Bewertung der Ergebnisse und weiterer Forschungsansatz
6.3 Validität und Reliabilität der erhobenen Daten
Die Arbeit untersucht, wie ein Controllingkonzept wirksam in die polizeiliche Verwaltungssteuerung integriert werden kann, um eine zielgerichtete, kurzfristige operative Steuerung zu unterstützen, die mit dem kooperativ-partizipativen Führungssystem der Polizei harmoniert. Dabei wird insbesondere analysiert, wie betriebswirtschaftliche Methoden an die spezifischen Erfordernisse der Polizeiarbeit angepasst werden können.
3.1 Ziel, Funktionen und Implementation des Controllings in der Polizei
Die Einführung des Controllings in den Polizeiverwaltungen ist eine Folge zweier interdependenter Problembereiche, von denen Unternehmen und öffentliche Verwaltungen gleichermaßen betroffen sind. Zum einen nehmen seit Beginn des 20. Jahrhunderts Dynamik und Komplexität der Verwaltungsumwelt stetig zu. Seit den 1970er Jahren nahmen Diskontinuität und Novität von unternehmerisch relevanten Ereignissen (z. B. Entwicklungen in der Kommunikation, Zusammenbruch politischer Systeme und Bündnisse) eine Form an, die eine exakte Prognose dieser Ereignisse faktisch nicht mehr zuließ. Auf umweltbezogene Änderungen konnten Unternehmen und Verwaltungen aufgrund ihrer starren Organisationsform nicht mehr schnell genug reagieren.
Zum anderen führte dies, als Reaktion auf die Diskontinuitäten, zu einer zunehmenden Arbeitsteilung innerhalb der Organisationsstrukturen. Es entstanden komplexerer Zielbezüge, mehr Schnittstellen zur Umwelt und neue Machtstrukturen.
Der Zuwachs an Komplexität in der Steuerung von Verwaltungen offenbarte ein Informationsdefizit der Führungskräfte. Bis dahin gängige Analyse- und Bewertungsmethoden konnten den Informationsbedarf nicht mehr ausreichend decken. Zudem bestand ein zunehmender Bedarf an Koordination der sich immer weiter aufschlüsselnden und spezialisierenden Teilbereiche in der Leistungserstellung.
Bei Vorstellung eines Konzeptes zur Gegensteuerung hat die KGSt im Jahr 1993 fünf Steuerungslücken festgestellt, die ein überholtes Bild der bürokratischen Verwaltungssteuerung nach Max Weber bestätigten und einen Handlungsbedarf aufzeigten: 1. Eine Effizienzlücke (im Kern der fehlende Anreiz zu wirtschaftlichem Handeln), 2. Eine Strategielücke (fehlende Orientierung an klaren, mittelfristigen Entwicklungszielen und Prioritäten), 3. Eine Managementlücke (fehlender Zwang und fehlende Instrumente zur Leistungsverbesserung, zur Strukturanpassung, zu Ressourcenumschichtungen, zur Anpassung an Bedarfsträgern).
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung der Reformbedürftigkeit polizeilicher Verwaltungssteuerung, formuliert die Forschungsfragen und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2. Kritische Würdigung des bisherigen empirischen Forschungsstandes: Analysiert den existierenden Kenntnisstand zu Controllingbeiträgen in der öffentlichen Verwaltung und identifiziert Forschungslücken hinsichtlich der spezifischen Anwendung in der Polizei.
3. Das Controllingkonzept der Polizei: Erläutert Ziele, Funktionen und notwendige Instrumente (wie KLR, Kennzahlen und Berichtswesen) für ein polizeiliches Controlling im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Anforderungen und behördlicher Realität.
4. Die Umsetzung des Controllingkonzeptes in den Polizeien in Deutschland: Präsentiert die empirischen Ergebnisse zum Umsetzungsstand des Controllings, beleuchtet die Praxis der kurzfristigen operativen Steuerung und analysiert Prognosen für die Weiterentwicklung.
5. Darstellung der Integration des Controllings in den Führungsprozess innerhalb der Polizei: Beschreibt die theoretische und praktische Integration des Controllings in das Kooperative Führungssystem (KFS) der Polizei und dessen Beitrag zu Transparenz und Partizipation.
6. Beantwortung der Forschungsfragen und Fazit: Synthetisiert die Ergebnisse der Untersuchung, gibt konkrete Empfehlungen für die Praxis und bewertet kritisch den weiteren Forschungsbedarf.
Controlling, Polizei, Öffentliches Management, Neues Steuerungsmodell, NSM, Kooperatives Führungssystem, KFS, Verwaltungssteuerung, Kosten- und Leistungsrechnung, KLR, Kennzahlen, Ergebnisorientierte Steuerung, Führungsprozess, Change Management, Reform
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Implementierung von Controllingkonzepten in deutschen Polizeibehörden als Teil einer modernen Verwaltungssteuerung (Neues Steuerungsmodell).
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Controllings in der Verwaltung, die Anpassung betriebswirtschaftlicher Instrumente auf polizeiliche Bedürfnisse sowie die Einbindung des Controllings in das polizeiliche Führungssystem.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein wirkungsorientiertes Controlling ausgestaltet sein muss, um die operative Steuerung zu verbessern und sich in das bestehende kooperative Führungssystem der Polizei zu integrieren.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, für die 37 Fragebögen an verschiedene Polizeien von Bund und Ländern sowie Landeskriminalämter versandt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung eines Controllingkonzepts für die Polizei, die Darstellung des Ist-Zustands anhand der eigenen empirischen Erhebung sowie die konzeptionelle Einbettung des Controllings in den polizeilichen Führungskreislauf.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Controlling, Polizei, Neues Steuerungsmodell (NSM), Kooperatives Führungssystem (KFS), Verwaltungssteuerung und Ergebnisorientierte Steuerung geprägt.
Die Umsetzung gestaltet sich schwierig, da Polizeiarbeit schwer quantifizierbar ist, politischen Vorgaben unterliegt und die Einbindung von betriebswirtschaftlichen Steuerungsinstrumenten häufig als Widerspruch zum polizeilichen Auftrag oder als reines Kontrollinstrument wahrgenommen wird.
Die KLR soll Kostentransparenz schaffen und helfen, den Ressourcenverbrauch bestimmten Leistungen zuzuordnen; allerdings existieren bisher keine einheitlichen Standards, was die Vergleichbarkeit und Effektivität einschränkt.
Die empirische Untersuchung zeigt, dass sich viele Mitarbeiter durch das Controlling gegenwärtig eher überwacht fühlen, statt ihre Eigenverantwortung durch transparente Daten gestärkt zu sehen.
Der Autor empfiehlt eine ganzheitliche Integration des Controllings in das Führungssystem, die Etablierung einer positiven Fehlerkultur sowie eine behördenübergreifende Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Controllern.
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