Bachelorarbeit, 2011
44 Seiten, Note: 1,0
1 Der Herzfrequenz Normwert
1.1 Normwerte in der Literatur
1.2 Probleme und Schwierigkeiten bei der Normwertdefinition der Herzfrequenz
1.3 Ansätze von Neudefinitionen der Normherzfrequenz
1.4 Zusammenhang zwischen erhöhter Herzfrequenz und Sterblichkeitsrate
1.5 Zusammengefasst:
2 Anatomisch-physiologische Grundlagen des Herz-Kreislaufsystems
2.1 Funktion, Aufbau und Größe des Herzmuskels
2.2 Herzeigener Sauerstoff- und Energieverbrauch
2.3 Erregungsbildung und –ausbreitung
2.4 Einfluss des autonomen Nervensystems
2.5 Arbeitsphasen des Herzens
2.6 Ausgewählte Parameter der Herzfunktion
2.7 Zusammengefasst:
3 Adaptationsprozesse an ein Ausdauertraining
3.1 Anpassungserscheinungen funktioneller Art
3.1.1 Funktionelle Veränderungen
3.1.2 Konsequenzen für die Arbeitsweise des Herzens
3.2 Anpassungserscheinungen struktureller Art
3.2.1 Notwendige Belastungsreize zur Entwicklung eines Sportherzens
3.2.2 Dimensionale Veränderungen
3.2.3 Konsequenzen für die Arbeitsweise
3.3 Zusammengefasst:
4 Pathophysiologische Wirkmechanismen einer erhöhten Herzfrequenz
4.1 Myokardischämien
4.2 Endotheldysfunktion
4.3 Plaquerupturen
4.4 Zusammengefasst:
5 Diskussion
5.1 100 S/min: Ist die Normwertobergrenze und gleichzeitige Definition der Tachykardie noch zeitgemäß?
5.2 Ist eine Herzfrequenzsenkung erfolgsversprechend?
5.3 Pharmakologische Herzfrequenzsenkung vs. Ausdauertraining
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Konsens zur Ruheherzfrequenz, hinterfragt kritisch die gängigen Normwerte von 60-100 S/min und analysiert den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Ruheherzfrequenz und kardiovaskulären Sterblichkeitsrisiken. Ziel ist es, die Bedeutung von regelmäßigem Ausdauertraining als präventive Maßnahme zur Herzfrequenzsenkung und zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit herauszustellen.
1.2 Probleme und Schwierigkeiten bei der Normwertdefinition der Herzfrequenz
Wie die Literaturrecherche gezeigt hat, variieren die ausgeschriebenen Normwerte zum Teil stark voneinander, wobei insbesondere die Tachykardieschwelle und gleichzeitige Normobergrenze von 100 S/min irritierend hoch erscheint. Soll im Sinne einer Vereinheitlichung eine Neudefinition durchgeführt werden, so gilt es als allererstes, den Normbegriff selbst zu definieren. Was gilt überhaupt als „normal“? In der Medizin erfolgt die Berechnung von Referenzwerten anhand von ermittelten Messwerten von gesunden Personen. Als normal werden schließlich alle Werte befunden, die bei 95 % aller Untersuchten vorkommen. Hieraus ergibt sich allerdings eine Gefahr, die Wittekopf (1975) wie folgt formuliert:
„Mit Hilfe biostatischer Verfahren, werden durch Untersuchungen repräsentativer Bevölkerungsgruppen Durchschnittswerte ermittelt, die z. Z. im allgemeinen als die Normwerte akzeptiert werden. Diese Mittelwerte charakterisieren nach Israel (...) den Zustand der zwar „gesunden“ Bevölkerung, die jedoch unter den gesellschaftlichen Bedingungen der wissenschaftlich-technischen Revolution bereits alle Risikofaktoren der kardiovaskulären und Stoffwechselerkrankungen in sich birgt. Deshalb können die Parameter der Leistungsfähigkeit der Gesamtbevölkerung, die vielfach durch Bewegungsarmut und Übergewichtigkeit gekennzeichnet ist, nicht als d i e Normwerte akzeptiert werden. Damit würde auf Grund der zunehmenden Bewegungsarmut sowohl im Arbeitsprozeß als auch in der Freizeitgestaltung die abnehmende Tendenz der physischen Leistungsparameter toleriert werden“ (S. 987).
Dieser Auszug macht deutlich, dass eine Normwertfestlegung auf Grundlage von aus der Bevölkerung erhobenen Durchschnittswerten nicht ganz unproblematisch ist. Zu diesem Thema schreiben auch Dickhuth et al. (2004), dass davon auszugehen ist, „(…) dass sich die zu betrachteten [Herz-Kreislauf-] Systeme – entwicklungsgeschichtlich gesehen – an einem deutlich höheren Bewegungsniveau des Menschen entwickelt haben und die heutige mittlere Aktivität nahezu einer Inaktivität entspricht. So ist eine gesunde untrainierte Person eigentlich als deadaptiert anzusehen (…)“ (S. 374).
1 Der Herzfrequenz Normwert: Analyse der Literatur bezüglich Herzfrequenz-Normwerten sowie Erörterung der Problematik bei der aktuellen Definition der Tachykardie.
2 Anatomisch-physiologische Grundlagen des Herz-Kreislaufsystems: Darstellung der Herzfunktion, des Sauerstoffverbrauchs und der Steuerung durch das Nervensystem, um die Auswirkungen von Belastung besser zu verstehen.
3 Adaptationsprozesse an ein Ausdauertraining: Erläuterung funktioneller und struktureller Anpassungen des Herzens durch Ausdauersport, die zu einer ökonomisierten Arbeitsweise führen.
4 Pathophysiologische Wirkmechanismen einer erhöhten Herzfrequenz: Untersuchung des kausalen Zusammenhangs zwischen erhöhter Ruheherzfrequenz und Herzkrankheiten wie Myokardischämien oder Plaquerupturen.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Obergrenzen, Bewertung pharmakologischer Ansätze sowie Gegenüberstellung mit dem Effekt von Ausdauertraining.
6 Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse, die den hohen Stellenwert von Ausdauertraining zur Senkung der Ruheherzfrequenz und Mortalität unterstreicht.
Herzfrequenz, Ruheherzfrequenz, Ausdauertraining, Herz-Kreislauf-System, Mortalität, Sportherz, Normwert, Tachykardie, Myokardischämie, Endotheldysfunktion, Plaqueruptur, Arteriosklerose, kardiovaskuläre Prävention, Sympathikus, Anpassungsprozesse.
Die Bachelorarbeit untersucht die medizinische Bedeutung der Ruheherzfrequenz und deren Eignung als Marker für kardiovaskuläre Gesundheit, besonders im Kontext sportlicher Betätigung.
Die Arbeit behandelt die Validität aktueller Normwerte, die Auswirkungen von Ausdauertraining auf das Herz sowie die pathophysiologischen Folgen einer dauerhaft erhöhten Herzschlagfrequenz.
Ziel ist es aufzuzeigen, dass die aktuelle Normobergrenze von 100 S/min zu hoch angesetzt ist und dass ein lebenslanges Ausdauertraining ein wirksames Mittel zur Senkung des kardiovaskulären Risikos darstellt.
Der Autor führt eine umfassende Literaturanalyse und Synthese aktueller epidemiologischer Studien sowie physiologischer Grundlagenwerke durch, um eine Evidenzbasis für die Anpassung der Normwerte zu liefern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Normwerte, die physiologischen Grundlagen der Herzarbeit, die strukturellen Anpassungen durch Training und die pathophysiologischen Mechanismen, über die eine hohe Herzfrequenz Mortalitätsrisiken steigert.
Wichtige Begriffe sind Ruheherzfrequenz, Mortalität, Sportherz, Ausdauertraining, Myokardischämie und kardiovaskuläre Prävention.
Da epidemiologische Daten zeigen, dass bereits ab Werten von 79-84 S/min ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko besteht, wird die Grenze von 100 S/min wissenschaftlich als zu hoch und unbegründet bewertet.
Regelmäßiges Ausdauertraining führt zu einer ökonomisierten Herzarbeit und einer Verschiebung der sympatho-vagalen Balance, was nachweislich mit einer Senkung der Ruheherzfrequenz und reduzierten Risiken für koronare Herzkrankheiten assoziiert ist.
Der Autor stellt fest, dass Frauen generell etwas höhere Ruheherzfrequenzen aufweisen als Männer, weshalb bei der Etablierung neuer Normwerte geschlechtsspezifische Grenzwerte empfohlen werden.
Ja, die Arbeit legt dar, dass eine erhöhte Herzfrequenz durch mechanische Belastungen der Gefäßwände und durch Störungen der endothelabhängigen Nitritoxidsynthese die Instabilität von arteriosklerotischen Plaques fördert.
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