Masterarbeit, 2026
152 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Methodik der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Führungstheoretische Grundlagen
2.2 Anforderungsprofil für Führungskräfte
2.3 Videobasierte Beratung VHT
2.4 Videobasierte Beratung VHT: kritische Würdigung
3 Empirie
3.1 Forschungsgegenstand und -interesse
3.2 Forschungsethik und Gütekriterien
3.3 Datenerhebung und -auswertung
3.4 Einzelfallanalyse
4 Transfer
4.1 Cross-Case-Analyse
4.2 Interpretation der Ergebnisse im Theoriekontext
4.3 Transfer in die Praxis der öffentlichen Verwaltung
4.4 Limitationen und Ausblick
5 Fazit
Das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Untersuchung besteht darin, den Einfluss videobasierter Beratung (Video-Home-Training, VHT) auf die Weiterentwicklung von Führungskompetenzen im spezifischen Kontext der öffentlichen Verwaltung zu ermitteln. Vor dem Hintergrund wachsender organisatorischer Komplexität, des demographischen Wandels sowie zunehmender Anforderungen an Wertschätzung und Mitarbeiterbindung geht die Arbeit der zentralen Forschungsfrage nach, inwiefern ein VHT-Coaching sowohl das beobachtbare Führungsverhalten als auch die Selbstreflexion von kommunalen Führungskräften nachhaltig verändert und stärkt.
2.3.1 Zielsetzung und Ablauf
Ein VHT-Prozess verläuft in vier Schritten: die Klärung der Fragestellung, die Videoaufnahme selbst, die Bildanalyse und die zuletzt folgende Rückschau (vgl. Gens 2020). Ein zu Beginn stehendes Erstgespräch ist zentral für die Klärung der Fragestellung (vgl. Schepers und König 2000). Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Klient*innen bereits eine vage Vorstellung von möglichen Lösungen in sich tragen und diese im Verlauf durch das Aufdecken eigener Ressourcen konkretisieren können (vgl. Gens 2020). Die Fragestellung wird deshalb offen, positiv und handlungsorientiert formuliert: Sie soll zu eigener Aktivität anregen, ein wirksames Ziel enthalten und sich an bisherigen Lösungsversuchen orientieren (ebd.).
Grundvoraussetzung für VHT ist die Aufnahme eines Videos im Alltag (vgl. Heimbürger 1994). Hierfür reichen zumeist bereits zehn Minuten einer Sequenz, die von den Eltern ausgewählt werden kann (vgl. Dekker 1994). Denn die „Kommunikations- und Interaktionsmuster [zeigen sich] authentisch in Bruchteilen von Sekunden“ (Gens 2020, 16). Zentral ist hierbei, dass es sich um positive Bilder handelt, da diese beim Lernen helfen können und auch die Motivation steigern – negative Bilder würden als Reaktion vielmehr Flucht hervorrufen (ebd.).
Anschließend werden diese analysiert, geschnitten und für eine Besprechung mit den jeweiligen Klient*innen vorbereitet (vgl. Dekker 1994). Die beratende Person hält Ausschau nach den Bündeln und Mustern, die sich im Video-Kontakt-Schema nach Biemans (1994b) in Anlage 5 finden und greift besonders prägnante Sequenzen heraus – wie etwa die Initiativen des Kindes und die Empfangsbestätigungen durch die Eltern (vgl. Gens 2020). Bereits 1983 beschreiben Dowrick und Biggs (1983) das Vorgehen, passende Sequenzen aus Videos zusammenzuschneiden und zu einem Film zusammenzuschneiden – dabei wird auf die Fragestellung Bezug genommen, sodass der Film bereits Teile der Lösung für die Klient*innen enthält. In der Rückschau sorgen die Videoberatenden aktivierend dafür, dass die Klient*innen die Aufnahmen und sich selbst bewusst wahrnehmen, dies in Worte fassen und daraus mit ihrem eigenen Lösungsansatz ihre Schlussfolgerungen ziehen (vgl. Biemans 1994a).
1 Einleitung: Das Einführungskapitel begründet die Relevanz moderner Führung in Zeiten von Fachkräftemangel und VUCA-Herausforderungen in der öffentlichen Verwaltung, stellt die Forschungsfrage vor und erläutert die Zielsetzung sowie den formalen methodischen Ablauf der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden vier bedeutende Führungstheorien analysiert, zu einem vierdimensionalen Anforderungsprofil verdichtet und die Methode des Video-Home-Trainings (VHT) anhand ihres theoretischen Säulenmodells sowie wissenschaftlicher Wirksamkeitsstudien kritisch gewürdigt.
3 Empirie: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der qualitativ-explorativen Mehrfallstudie, einschließlich Feldzugang, Forschungsethik, Interviewdurchführung und der strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der fünf Einzelfälle.
4 Transfer: Hier werden die Ergebnisse der Einzelfallanalysen in einer Cross-Case-Analyse zusammengeführt, im Kontext der theoretischen Führungsmodelle interpretiert und konkrete Implikationen, Rahmenbedingungen sowie Limitationen für den Einsatz von VHT in der öffentlichen Verwaltung abgeleitet.
5 Fazit: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse synthesenartig zusammen, beantwortet die Forschungsfrage umfassend und hebt den Perspektivwechsel von der Defizitorientierung hin zu einer ressourcenbasierten Selbstreflexion hervor.
Videobasierte Beratung, Video-Home-Training, Führungskräfteentwicklung, Öffentliche Verwaltung, Selbstreflexion, Führungsverhalten, Basiskommunikation, Authentizität, Mehrfallstudie, Qualitative Inhaltsanalyse, Ressourcenorientierung, Steuerungsrolle
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Wirkung der videobasierten Beratungsmethode Video-Home-Training (VHT) im Rahmen des Coachings von Führungskräften in der öffentlichen Verwaltung.
Zu den thematischen Schwerpunkten gehören moderne Führungsansätze, die Methodik und Theorie des VHT (insbesondere Basiskommunikation und Videofeedback), die Entwicklung reflexiver Kompetenzen sowie deren Übertragbarkeit auf administrative Organisationen.
Das Hauptziel besteht in der Beantwortung der Frage, inwiefern videobasierte Beratung die Führungskompetenzen von Führungskräften in der öffentlichen Verwaltung hinsichtlich ihres beobachtbaren Führungsverhaltens und ihrer Selbstreflexion beeinflusst.
Es wurde ein qualitativ-exploratives Mehrfallstudiendesign nach Robert K. Yin gewählt, bei dem fünf Führungskräfte einer Stadtverwaltung untersucht wurden. Die Datenerhebung erfolgte über leitfadengestützte Interviews mit den Führungskräften und den Coaches, ausgewertet mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring und MAXQDA.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Einzelfallanalyse aller fünf Führungskräfte, den Abgleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung sowie eine theoriegeleitete Cross-Case-Analyse, die Entwicklungsmuster anhand einer Ampelsystematik bewertet.
Prägend für die Publikation sind Begriffe wie Video-Home-Training (VHT), Basiskommunikation, Führungsverhalten, Selbstreflexion, Public Management, Authentizität, Empowerment und Cross-Case-Analyse.
Das Video-Home-Training entstammt originär der Erziehungshilfe und Eltern-Kind-Interaktion. Die Übertragung auf Führungskräfte basiert auf der Annahme, dass erfolgreiche Zusammenarbeit maßgeblich auf gelungener Interaktion, Feinfühligkeit und klaren Kommunikationsmustern fußt.
Die stärksten Zuwächse zeigten sich vor allem bei reflexiven Kompetenzen wie dem Bewusstsein für die Balance zwischen Struktur und Beziehung, der Wahrnehmung der eigenen Steuerungsrolle, der Selbstüberprüfung der Authentizität sowie im Verhalten bei Kommunikation, Vertrauensbildung und individueller Zuwendung.
VHT fokussiert primär auf konkrete, unmittelbar beobachtbare Mikromuster der Interaktion und Kommunikation. Übergeordnete, strategische Kompetenzen wie Sinnstiftung erfordern andere Interventionsformen oder werden im administrativen Verwaltungsalltag oftmals als formale Rahmenbedingung vorausgesetzt.
Zentrale Erfolgsfaktoren sind absolute Vertraulichkeit, strikte Freiwilligkeit der Teilnahme, eine offene Lernkultur ohne Kontrollcharakter sowie die Bereitstellung zeitlicher und personeller Ressourcen für die Reflexionsprozesse.
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