Examensarbeit, 2010
43 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 EINLEITUNG
2 SCHREIBEN ALS IDENTITÄTSSTIFTENDER PROZESS
2.1 ZUGÄNGE ZUR KINDLICHEN WELT
2.2 DIE PHANTASTISCHE WIRKLICHKEIT
2.3 DER PERSÖNLICHE WERT VON KINDERTEXTEN
3 SCHREIBEN IN DER GRUNDSCHULE
3.1 SCHREIBUNTERRICHT AUF „ABWEGEN“
3.2 SCHREIBUMGEBUNG UND SCHREIBANLASS BEGRÜNDEN EINEN SCHREIBSPIELRAUM
3.3 SCHREIBIMPULSE IM (DEUTSCH)UNTERRICHT
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 Schreiben an einem außerschulischen Ort
3.3.3 Der Magdeburger Dom als Schreib – Spiel – Raum
4 EINE UNTERRICHTSEINHEIT ZUM KREATIVEN SCHREIBEN NACH DER BEGEGNUNG MIT EINEM HISTORISCHEN GEBÄUDE
4.1 ZIELE DER EINHEIT UND LEHRPLANBEZUG
4.1.1 Vorbemerkungen zur Unterrichtseinheit
4.1.2 Lernziele
4.2 VERLAUFSPLANUNG
4.3 ANALYSE DER LERNVORAUSSETZUNGEN
4.4 BEGRÜNDUNG DER DIDAKTISCH – METHODISCHEN VORGEHENSWEISE
4.4.1 Didaktische Analyse
4.4.2 Methodische Überlegungen
4.5 REFLEXION DER EINHEIT
4.6 REFLEXION AUSGEWÄHLTER SCHÜLERBEISPIELE
4.7 FAZIT UND AUSBLICK
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht, wie Grundschüler der 4. Jahrgangsstufe die Begegnung mit einem historischen Gebäude – konkret dem Magdeburger Dom – als Schreibanlass nutzen können, um in kreativen Prozessen eigene Texte zu verfassen und ihre Weltaneignung zu reflektieren.
3.3.3 Der Magdeburger Dom als Schreib – Spiel – Raum
Der Magdeburger Dom ist das weithin sichtbare Wahrzeichen unserer Landeshauptstadt und die Identifikationsstätte ihrer Einwohner. Aber auch die Kirchengeschichte des mitteldeutschen Siedlungsraumes im Allgemeinen und die mittelalterliche Bedeutung der Stadt Magdeburg im Besonderen sind eng mit dem 800 Jahre alten Sakralbau verknüpft. Dessen Gründer war der deutsche Kaiser Otto I. (der Große). Durch seine Förderung wuchs Magdeburg im 10. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handels-, Militär- und Kirchenzentrum und wurde Ausgangspunkt der Slawenfeldzüge und der Missionierung der ostelbischen Gebiete. Ottos I. Dom brannte im Jahre 1207 nieder und man begann an gleicher Stelle im Jahre 1209 mit einem Neubau. Diese nun im gotischen Stil errichtete Kathedrale beherbergt viele historisch bedeutsame Schätze wie beispielsweise das Grabmal Ottos I. Weltweites Aufsehen erregten Entdeckungen im Jahre 2008. Bei der Öffnung eines Kenotaphs der ersten Frau des Domgründers fand man in dem vermeintlichen Scheingrab Gebeine, die mutmaßlich Ottos I. Gemahlin, der Königin Editha zuzuordnen sind.
„Geschichte ist vergangene Wirklichkeit, zu der wir keinen unmittelbaren Zugang haben. Vergangenes Leben kann nur indirekt, auf der Basis überlieferter Zeugnisse [...] rekonstruiert werden [...] Das Bild, das auf der Basis von Quellen über Vergangenes entsteht, ist notwendig bruchstückhaft, vorläufig und perspektivisch, denn historische Quellen sprechen weder von selbst, noch bieten sie ein realitätsgetreues Abbild vergangener Wirklichkeit.“
Die facettenreiche Begegnung mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte erfasst jeden Besucher der Kathedrale. Im Bau selbst, in seinen zahlreichen Kunstwerken und Grabstätten spiegelt sich der historische Mythos ebenso wider, wie in den Legenden, Sagen und Erzählungen, die im Inneren der Kirche allgegenwärtig sind. Damit ist der äußere Rahmen für einen Schreibspielraum per se vorhanden, denn der reale Raum wird hier durch seine eigene Aura dominiert. Jedes Kind wird schon bei der äußerlichen Betrachtung der über 100 Meter hohen Türme beeindruckt und spätestens beim Betreten inspiriert, Vorstellungen über die Entstehung und Bedeutung zu entwickeln.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit, die aus der Beobachtung entstand, dass kreatives Schreiben im Deutschunterricht oft zugunsten analytischer Ansätze vernachlässigt wird.
2 SCHREIBEN ALS IDENTITÄTSSTIFTENDER PROZESS: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der kindlichen Welterfahrung und begründet, warum ästhetische Zugänge für die kindliche Identitätsbildung essenziell sind.
3 SCHREIBEN IN DER GRUNDSCHULE: Hier wird das Konzept des Schreibspielraums definiert und aufgezeigt, wie außerschulische Orte als inspirierende Schreibimpulse dienen können.
4 EINE UNTERRICHTSEINHEIT ZUM KREATIVEN SCHREIBEN NACH DER BEGEGNUNG MIT EINEM HISTORISCHEN GEBÄUDE: Der praktische Teil beschreibt detailliert die Planung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtseinheit rund um den Magdeburger Dom.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit dem Resümee, dass kreatives Schreiben eine wichtige Rolle bei der Weltaneignung spielt und Schulen mehr Freiräume für diese Form des Lernens schaffen sollten.
Kreatives Schreiben, Magdeburger Dom, Grundschule, Schreibspielraum, Schreibimpuls, Identitätsbildung, Weltaneignung, außerschulischer Lernort, Deutschunterricht, Schreibkompetenz, Projektunterricht, ästhetische Erfahrung, Kindliche Phantasie, Unterrichtseinheit, Schülertexte.
Die Arbeit befasst sich mit der Umsetzung von kreativen Schreibangeboten in der Grundschule, wobei der Magdeburger Dom als inspirierender außerschulischer Schreibort genutzt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schreibdidaktik, der kindlichen Wahrnehmung von Welt durch Phantasie und Identitätsbildung sowie der praktischen Anwendung von Projektunterricht im Fach Deutsch.
Das Ziel ist es, den Mehrwert kreativer Schreibprozesse nach einer historischen Begegnung aufzuzeigen und zu dokumentieren, wie Kinder durch diese Impulse ihre eigene Schreibkompetenz und Weltdeutung entwickeln.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus fachdidaktischer Theoriearbeit und einer begleitenden Analyse der durchgeführten Unterrichtseinheit in einer 4. Klasse.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Rahmenbedingungen die konkrete Unterrichtsplanung, der Ablauf der Projekttage zum Magdeburger Dom und die qualitative Analyse von Schülerarbeiten detailliert beschrieben.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kreatives Schreiben, Schreibspielraum, Magdeburger Dom, Weltaneignung und Schreibimpuls charakterisiert.
Der Dom wurde aufgrund seiner historischen Aura, seiner materiellen Präsenz und der Fülle an Mythen und Legenden als idealer, sinnstiftender „Schreib-Spiel-Raum“ für Grundschüler identifiziert.
Der Autor stellt fest, dass der Verzicht auf eine strenge Defizitbeurteilung die Schreibfreude der Kinder deutlich steigerte und dazu führte, dass selbst Schüler mit fachlichen Schwierigkeiten motiviert und schöpferisch produktiv arbeiteten.
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