Bachelorarbeit, 2007
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Begriffserklärung
3. Theorien zur Beziehung zwischen Journalismus und PR
3.1. Determinationshypothese: Einseitige Einflussnahme
3.2. Wechselseitige Beeinflussung und Abhängigkeit
3.3. Zugang über Funktionen, Normen und Rollenbilder
3.4. Systemtheoretische Perspektive: Fokus Interpenetration
3.5. Ökonomische Perspektive: Medialer Tauschmarkt
4. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexen Beziehungsstrukturen zwischen Public Relations und Journalismus aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten und die Brauchbarkeit verschiedener theoretischer Ansätze für die Klärung dieses Verhältnisses kritisch zu diskutieren.
3.5. Ökonomische Perspektive: Medialer Tauschmarkt
In der Entwicklungsgeschichte der Erforschung der Beziehung von Journalismus und Public Relations liefern derzeit die Beiträge mit ökonomischer Betrachtungsweise die aktuellsten Inputs. Beginnend ab Mitte der 1990er Jahre sind Stephan Ruß-Mohl, Susanne Fengler und Peter Szyszka als einige der bedeutendsten Wissenschaftler zu nennen, die zurzeit ihren Fokus auf diese Perspektive gerichtet haben.
Aber nicht nur chronologisch gesehen rechtfertigt sich eine gesonderte Betrachtung dieses Forschungszugangs, vor allem hebt sich dieser auch von den bisherigen Versuchen, das komplexe Beziehungsgeflecht von Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit zu erklären, eindeutig ab. Hier lässt sich durchaus von einem Paradigmenwechsel sprechen. Peter Szyszka spricht in diesem Zusammenhang von einer „auffälligen Lücke im Fachdiskurs“, die er durch das Miteinbeziehen der wirtschaftsbezogenen Variable zu schließen ermöglicht sieht. Stefan Ruß-Mohl argumentiert ähnlich: „Dass wir Kommunikationswissenschaftler, aber auch die Ökonomen selbst ausgerechnet Journalisten aus der modernen ökonomischen Analyse weitgehend ausgeklammert haben, ist mehr als eine Forschungslücke – es ist fast schon ein Treppenwitz, der eine Menge über die 'blinden Flecken' in der Wahrnehmungsfähigkeit der Forschung verrät“.
Und tatsächlich: Auffällig in frühen Arbeiten in der Journalismus/PR-Forschung ist die Tendenz, den Journalismus als Mittelpunkt, um den sich alles dreht, zu setzen, von dem aus Fragen zu beantworten sind. Der Schwerpunkt lag dabei eindeutig im normativen Bereich: die Einflüsse der PR auf den Journalismus wurden als bedenklich für die journalistische Qualität eingestuft und ihre Wirkungsintensität wurde hinterfragt. Unterstellt wurde, dass Journalisten als „die einzig verlässlichen Hüter eines wie auch immer gearteten Gemeinwohls agieren“ und sie dabei „Opfer irgendwelcher Systemzwänge“ seien. Andere Variablen – wie auch die ökonomischen – wurden dabei fast gänzlich ausklammert oder zu ungenau behandelt.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet das ambivalente Verhältnis von PR und Journalismus und definiert das Ziel der Arbeit, dieses aus verschiedenen theoretischen Blickwinkeln zu untersuchen.
2. Begriffserklärung: Dieses Kapitel widmet sich der Definition der Begriffe Journalismus und Public Relations sowie der Herausforderung, eine allgemeingültige wissenschaftliche Abgrenzung zu finden.
3. Theorien zur Beziehung zwischen Journalismus und PR: Der Hauptteil bietet einen detaillierten Überblick über verschiedene wissenschaftliche Modelle, die das Interaktionsverhältnis beschreiben.
3.1. Determinationshypothese: Einseitige Einflussnahme: Vorstellung des klassischen Forschungsansatzes von Barbara Baerns, der eine einseitige Dominanz der PR über den Journalismus postuliert.
3.2. Wechselseitige Beeinflussung und Abhängigkeit: Erläuterung des Intereffikationsmodells, das die Beziehung als ein wechselseitiges Verhältnis von Induktion und Adaption versteht.
3.3. Zugang über Funktionen, Normen und Rollenbilder: Analyse der Akteure anhand ihrer professionellen Standards, gesellschaftlichen Aufgaben und Fremd- sowie Selbstwahrnehmung.
3.4. Systemtheoretische Perspektive: Fokus Interpenetration: Darstellung systemtheoretischer Ansätze mit besonderem Schwerpunkt auf dem Interpenetrationsmodell von Stefan Weber.
3.5. Ökonomische Perspektive: Medialer Tauschmarkt: Diskussion ökonomischer Ansätze, insbesondere der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Betrachtung von Journalisten als Akteure auf einem Informations-Aufmerksamkeitsmarkt.
4. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflektion über die Komplexität des Forschungsgegenstandes und Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Public Relations, Journalismus, Determinationshypothese, Intereffikationsmodell, Interpenetration, Ökonomische Perspektive, Prinzipal-Agenten-Beziehung, Medienwirkungen, Informationssubvention, Medienlogik, Kommunikationswissenschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Medienmarkt, Rollenbilder, Funktionszuweisungen.
Die Arbeit analysiert die theoretische Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen und ambivalenten Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations innerhalb der deutschsprachigen Kommunikationswissenschaft.
Die zentralen Themenfelder umfassen theoretische Modelle wie die Determinationshypothese, das Intereffikationsmodell, systemtheoretische Erklärungsansätze sowie ökonomische Perspektiven auf die Medieninteraktion.
Das Ziel ist es, verschiedene wissenschaftliche Perspektiven auf die Interaktion von PR und Journalismus zu systematisieren und deren Eignung zur Erklärung dieses komplexen Verhältnisses kritisch zu beleuchten.
Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um bestehende Modelle und empirische Befunde zusammenzuführen und zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Schwerpunkte: die Determinationshypothese, das Intereffikationsmodell, den Zugang über Normen und Rollenbilder, die systemtheoretische Interpenetration sowie die ökonomische Betrachtung des Marktes.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie PR-Journalismus-Verhältnis, Systemtheorie, Ökonomik der Medien sowie die verschiedenen Interaktionsmodelle wie Induktion und Adaption charakterisiert.
Die Hypothese geht davon aus, dass die Öffentlichkeitsarbeit durch Informationssubventionen maßgeblichen Einfluss auf Themen und Timing der journalistischen Berichterstattung ausübt.
Im Gegensatz zur einseitigen Determinationshypothese betont das Intereffikationsmodell, dass beide Systeme wechselseitig voneinander abhängig sind und sich gegenseitig beeinflussen.
Journalisten und PR-Akteure werden als Akteure auf einem Informations-Aufmerksamkeitsmarkt betrachtet, die im Rahmen einer Prinzipal-Agenten-Beziehung rationale Entscheidungen zur Nutzenmaximierung treffen.
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