Wissenschaftliche Studie, 2011
33 Seiten, Note: 1,3
1 Grundlagen der Studie
1.1 Grundsätzliche Fragestellung
1.2 Konkretisierung der Fragestellung
1.3 Theoretischer Hintergrund
2 Hypothese und Methoden
2.1 Hypothese
2.2 Methoden
2.2.1 Auswahlverfahren
2.2.2 Auswertungsverfahren
3 Durchführung und Auswertung
3.1 Das Untersuchungsfeld
3.2 Die Probanden
3.3 Durchführung
3.4 Auswertung
3.4.1 Interview 1
3.4.2 Interview 2
3.4.3 Interview 3
4. Zusammenfassung und Diskussion
4.1 Zusammenfassung der Kernelemente
4.2. Diskussion mit der Theorie
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die subjektiven Vorstellungen pflegebedürftiger Menschen über das Leben in einer stationären Einrichtung vor und nach dem Umzug zu untersuchen. Dabei wird der Fokus darauf gelegt, verdeckte Belastungen und Diskrepanzen zwischen der individuellen Wahrnehmung und der tatsächlichen Lebenssituation herauszuarbeiten, da Bewohner oft eine Tendenz zur Beschönigung zeigen.
3.4.1 Interview 1
Frau W. antwortet auf die Frage, ob sie sie vom Leben in der Pflegeeinrichtung bestimmte Vorstellungen hatte und ob sich diese bestätigt haben:
„Ich kann nur von mir sagen, ich fühlte mich hier gleich wohl, ich kannte ja hier auch Leute.“ […] „Lange bevor ich hier einzog, habe ich schon Besuche hier gemacht, da lagen Bekannte von mir auf der Pflegestation, ich kannte mich im Haus aus. […] Ich wusste, dass ich irgendwann in Pflege komme, dass ich die Hilfe brauche. Den Umzug hat ja mein Sohn, der Sohn und die Schwiegertochter, die haben das gemacht, da war ich im Krankenhaus, und dann bin ich hierher. Hier hab ich meine Umgebung, das ist viel wert.“
Auf die Nachfrage, ob es länger gedauert hat, bis sie sich eingelebt hat, antwortet sie:
„Nein, gar nicht. Das war gleich so eine schöne Gemeinschaft hier im Haus, mit den anderen, man hat viel gemacht zusammen, wo ich noch besser konnte, jetzt ist das auch nicht mehr so.“ […] „Die ganze Umgebung war überhaupt nicht fremd für mich. Da ich hier zu Hause war, habe ich keine Probleme gehabt mit dem Umzug. Ich kann da aber nur für mich sprechen, ich weiß, dass da andere Probleme mit hatten.“
1 Grundlagen der Studie: Dieses Kapitel erläutert die demografische Notwendigkeit sowie die theoretischen Ausgangsüberlegungen zum Umzug in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung.
2 Hypothese und Methoden: Hier wird die Forschungsfrage in eine Hypothese überführt und die Entscheidung für ein qualitatives Forschungsdesign auf Basis von Interviews begründet.
3 Durchführung und Auswertung: Das Kapitel beschreibt das spezifische Untersuchungsfeld sowie die Reduktion der geführten Experteninterviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.
4. Zusammenfassung und Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, mit der vorliegenden Theorie verglichen und Implikationen für das professionelle Pflegemanagement abgeleitet.
Pflegebedürftigkeit, Stationäre Altenpflege, Umzug, Subjektperspektive, qualitative Forschung, Experteninterview, Heimvertrag, Einzugsmanagement, Lebensqualität, psychische Belastung, Selbstständigkeit, Pflegemanagement, Altenpflege, Bewohnerzufriedenheit, Anpassungsprozess.
Die Studie untersucht, welche Vorstellungen pflegebedürftige Menschen vor einem Einzug in ein Pflegeheim haben und inwieweit diese durch die tatsächlichen Erfahrungen nach dem Umzug bestätigt oder revidiert werden.
Im Mittelpunkt steht der Übergang vom selbstbestimmten Leben in der eigenen Wohnung hin zu einem reglementierten Heimalltag sowie der Einfluss der gesundheitlichen Situation auf die Bewältigung dieses Lebenswandels.
Das Ziel ist es, die subjektiven Erfahrungen und verdeckten Belastungen der Bewohner zu erfassen, da standardisierte Zufriedenheitsbefragungen oft keine tiefgehenden Einsichten in die tatsächliche Gefühlslage der Bewohner liefern.
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt. Dabei wurden Interviews geführt, die einen Mittelweg aus narrativen und problemzentrierten Techniken darstellen, um eine authentische Auseinandersetzung mit der Lebenssituation zu ermöglichen.
Der Hauptteil widmet sich der Beschreibung des Untersuchungsfeldes sowie der detaillierten Auswertung der drei geführten Interviews anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Die zentralen Schlagworte umfassen Stationäre Altenpflege, Umzug, Subjektperspektive, qualitative Forschung und das Einzugsmanagement.
Die Probanden versuchen, ihre Situation als selbstbestimmte Entscheidung darzustellen, um den Verlust der Unabhängigkeit zu kompensieren und sich selbst zu bestätigen, dass der Umzug in das Heim die einzig gangbare und richtige Lösung war.
Der Autor fordert eine sensiblere Gestaltung des Einzugsmanagements, da der Schritt in eine Pflegeeinrichtung ein einschneidendes Lebensereignis ist, das über standardisierte Fragebögen nicht adäquat in seiner psychischen Dimension abgebildet werden kann.
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