Magisterarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Zur Bedeutung Hawatmehs und der DFLP
2. Nayef Hawatmeh: Facetten seines Lebens
2.1 Biographie
2.2 Zur ökonomischen Basis der DFLP
3. Die Entstehung der PDFLP
3.1 Die Bewegung der arabischen Nationalisten
3.1.1 Die ideologischen Grundlagen
3.1.2 Hawatmehs Rolle in der Bewegung der arabischen Nationalisten
3.1.3 Die ideologische Entwicklung
3.1.4 Die Hinwendung zum Marxismus-Leninismus
3.2 Die Formierung der PFLP und die Abspaltung der PDFLP
3.2.1 Die Konflikte auf der August-Konferenz 1968
3.2.2 Die Folgen der August-Konferenz
3.3 Resümee: Vom arabischen Nationalismus zum Marxismus
4. Die DFLP und der Terror: Distanzierung und Rechtfertigung
5. Der „Schwarze September“ 1970/71
5.1 Der Hintergrund: Die Eskalation zwischen der PLO und Jordanien
5.2 „Alle Macht dem Widerstand“: Die Rolle Hawatmehs in Jordanien
5.3 Hawatmehs Staat im jordanischen Staate
5.4 Hawatmehs Selbstkritik nach dem Schwarzen September
6. Hawatmehs Konzepte von 1968 bis 1974
6.1 Das volksdemokratische Palästina
6.2 Das Verhältnis zur israelischen Linken (Matzpen)
6.3 Das Etappenprogramm (al-Barnāmiǧ al-marḥalī) 1973/74
6.4 Das Zehn-Punkte-Programm der PLO 1974
7. Die DFLP und Camp David
7.1 Die Palästinafrage im Vorfeld von Camp David
7.2 Das Zerwürfnis mit der Fatah nach Sadats Israel-Besuch
7.3 Das Camp-David-Abkommen I
8. Die Haltung der DFLP zu Madrid und Oslo
8.1 Die Madrider Friedenskonferenz
8.2 Hawatmehs Argumente gegen die Madrider Konferenz
8.3 Hawatmehs Kritik am Osloer Abkommen
8.4 Die Forderung eines „umfassenden, ausgeglichenen“ Friedens
9. Abspaltungen von der DFLP
9.1 Die Entstehung der FIDA unter Yasser ‘Abd Rabbo
9.2 Weitere Abspaltungen
10. Internationale Beziehungen der DFLP
10.1 Die Hamas: „Totalitäre Politik“ – „irrationale Racheakte“
10.2 Der Iran: Gemeinsamer Anti-Imperialismus
10.3 Ägypten: Regelmäßige Konsultationen
10.4 Jordanien: Normalisierung der Beziehungen
10.5 Syrien: Anpassung an die Politik des Gastgebers
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die politische Biografie von Nayef Hawatmeh, einem der wichtigsten Akteure innerhalb der palästinensischen Nationalbewegung, umfassend zu analysieren und kritisch auszuwerten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Hawatmeh als Ideengeber und zugleich scharfer Kritiker der PLO-Politik agierte, wie er die DFLP als eigenständige Kraft etablierte und welche Positionen er in den zentralen Phasen des Nahostkonflikts – vom „Schwarzen September“ bis hin zu den Osloer Verträgen – vertrat.
2.1 Biographie
Nayef Hawatmeh, der unter seinem Nom de Guerre Abū an-Nawf bekannt ist, gilt als einer der Hauptakteure sowohl innerhalb der arabischen Befreiungsbewegung als auch innerhalb der palästinensischen Nationalbewegung seit Anfang der 1960er Jahre. Er wird vor allem von seinen Anhängern auch als einflussreicher Theoretiker der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO betrachtet.
Hawatmeh wurde im Jahre 1935 in der Stadt al-Salt in Jordanien geboren und ist der Spross einer religiösen, christlichen, jordanischen Bauernfamilie. Die Informationen über seine religiöse Zugehörigkeit sind umstritten. Hawatmeh selber behauptete, dass die Angehörigen seiner Familie römisch-orthodoxe Christen gewesen seien, während sich aus anderen Quellen ergibt, dass sie katholisch gewesen seien. Seine Familie wanderte aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten in einen Vorort der Hauptstadt Amman aus. Hawatmeh besuchte zunächst die Hauptschule in der Stadt al-Zarqa nördlich von Amman, anschließend das Gymnasium al-Hussain in Amman, wo er mit der antizionistischen und antikolonialen Bewegung in Berührung kam. Ohne sich einer bestimmten Organisation anzuschließen, nahm er an den Demonstrationen gegen die Führung der jordanischen Armee teil, die in jener Zeit unter der Führung des britischen Stabschefs Sir John Bagot Glubb, genannt Glubb Pascha, stand.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Forschungsstand ein und begründet die Notwendigkeit einer monografischen Aufarbeitung der Biografie und politischen Rolle von Nayef Hawatmeh.
2. Nayef Hawatmeh: Facetten seines Lebens: Dieses Kapitel behandelt den persönlichen Werdegang Hawatmehs von seiner Geburt in Jordanien bis hin zu seinen Studienjahren und beleuchtet die ökonomische Basis seiner Organisation.
3. Die Entstehung der PDFLP: Der Text analysiert hier die ideologischen Wurzeln in der Bewegung der arabischen Nationalisten und die anschließende Abspaltung der DFLP von der PFLP nach internen Machtkämpfen.
4. Die DFLP und der Terror: Distanzierung und Rechtfertigung: Hier wird Hawatmehs ambivalente Haltung zu terroristischen Aktionen im Vergleich zur restlichen palästinensischen Szene dargestellt.
5. Der „Schwarze September“ 1970/71: Das Kapitel dokumentiert die Eskalation zwischen der PLO und Jordanien sowie die spezifische, teils provokative Rolle der DFLP in dieser Krise.
6. Hawatmehs Konzepte von 1968 bis 1974: Diese Analyse widmet sich den theoretischen Vorstellungen Hawatmehs, insbesondere dem Konzept eines volksdemokratischen Palästinas und dem strategischen Etappenprogramm.
7. Die DFLP und Camp David: Hier wird der Positionswechsel Hawatmehs gegenüber der Fatah-Führung im Kontext der Camp-David-Verhandlungen nachgezeichnet.
8. Die Haltung der DFLP zu Madrid und Oslo: Der Autor erläutert, warum Hawatmeh die Friedensprozesse der 1990er Jahre ablehnte und welche alternativen Konzepte er formulierte.
9. Abspaltungen von der DFLP: Dieses Kapitel thematisiert die internen Krisen der DFLP in den 1990er Jahren, insbesondere die Abspaltung der FIDA unter Yasser ‘Abd Rabbo.
10. Internationale Beziehungen der DFLP: Abschließend werden die komplexen diplomatischen Beziehungen der Organisation zu anderen Akteuren im Nahen Osten, wie Hamas, Iran und Syrien, untersucht.
Nayef Hawatmeh, DFLP, Palästinafrage, PLO, Naher Osten, Arabischer Nationalismus, Marxismus-Leninismus, Etappenprogramm, Osloer Abkommen, Camp David, Jordanien, Yasser Arafat, George Habasch, Palästinensische Befreiungsorganisation, Nahostkonflikt.
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Biografie von Nayef Hawatmeh, dem Gründer und Anführer der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), und dessen Rolle innerhalb der palästinensischen Nationalbewegung.
Zu den Schwerpunkten zählen die ideologische Wandlung Hawatmehs, seine Rolle in den militärischen Konflikten mit Jordanien, die strategische Ausrichtung seiner Organisation und seine kritische Haltung gegenüber verschiedenen Friedensinitiativen im Nahostkonflikt.
Das primäre Ziel ist es, die politische Laufbahn Hawatmehs kritisch zu beleuchten und eine Lücke in der westlichen Forschung zu schließen, da Hawatmeh im Vergleich zu anderen Akteuren wie Arafat oder Habasch bisher weniger intensiv monografisch bearbeitet wurde.
Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Sichtung und Auswertung arabischer Primärquellen, programmatischer Dokumente der DFLP, zeitgenössischer Fachliteratur sowie eigener Interviews mit Zeitzeugen und ehemaligen Weggefährten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehung der DFLP, ihre ideologische Basis, ihre Rolle beim „Schwarzen September“, das sogenannte „Etappenprogramm“ sowie eine Analyse der Beziehungen zu anderen regionalen Akteuren wie Hamas, Iran und Syrien.
Typische Schlüsselbegriffe sind Nayef Hawatmeh, DFLP, Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO), Etappenprogramm, Osloer Friedensprozess, Arabischer Nationalismus und Nahostkonflikt.
Der Autor stellt dar, dass Hawatmeh den Osloer Prozess fundamental ablehnte, da er ihn als „Kapitulationsfrieden“ betrachtete, der die nationalen Rechte der Palästinenser nicht hinreichend sicherte und ein Machtungleichgewicht zementierte.
Das Verhältnis ist geprägt von ideologischen Gegensätzen zwischen einem säkularen marxistischen Ansatz (DFLP) und einem religiös-islamistischen Programm (Hamas), wobei es trotz dieser Unterschiede punktuelle strategische Allianzen in der Opposition zur PLO-Politik gab.
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