Bachelorarbeit, 2023
56 Seiten, Note: 1.6
1. Einleitung
2. Thematischer Rahmen
2.1. Feminismen
2.1.1. Postfeminismus
2.1.2. Popfeminismus
2.1.3. Hip-Hop-Feminismus
2.1.4. Netz-Feminismus
2.2. Empowerment
2.2.1. Konzept
2.2.2. Female Empowerment
2.3. Hip-Hop und Rap
2.4. Musikvideos
2.4.1. Geschlechterdifferenz in Musikvideos
2.4.2. Hip-Hop-Musikvideos
3. Methodisches Vorgehen
4. Analyse
4.1. Kurzbiografie Shirin David
4.2. Gib ihm
4.3. Ich darf das
4.4 HOES UP G’S DOWN
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter Musikvideos der Rapperin Shirin David, inwiefern diese als Vertreterin des Feminismus agiert und durch ihre Kunst einen Beitrag zum Female Empowerment in der männerdominierten Deutschrap-Szene leistet.
2. Thematischer Rahmen
Mehr individuelle Selbstbestimmung, Gleichheit, Verbundenheit und demokratische Partizipation sind die Intentionen von Feminist*innen. Es sollen grundlegende Veränderungen der Geschlechterverhältnisse sowie der generellen gesellschaftlichen Ungleichheit bewirkt werden, und zwar nicht nur in öffentlichen, sondern eben auch in persönlichen und individuellen Räumen. Genauer definiert sich Feminismus als „Ensemble von Debatten, kritischen Erkenntnissen, sozialen Kämpfen und emanzipatorischen Bewegungen […], das die patriarchalen Geschlechterverhältnisse, die alle Menschen beschädigen, und die unterdrückerischen und ausbeuterischen gesellschaftlichen Mächte, die insbesondere Frauenleben formen, begreifen und verändern will.“
Dieser Oberbegriff kann in weitere, vielfältige Feminismen aufgespalten werden, welche sich verschiedenen Schwerpunkten zugewandt haben beziehungsweise unterschiedliche Standpunkte vertreten, die nicht alle deckungsgleich miteinander sind und nur an der Wurzel des Feminismus-Begriffs korrelieren. Zudem wird der Feminismus seit seiner Entstehungsgeschichte in Wellen eingeteilt, diese reichen von der ersten Welle ab Mitte des 19. Jahrhunderts über die zweite, im Rahmen der 68er-Bewegung, bis hin zur dritten im Zeitraum 1990er Jahre. Zurzeit befinden wir uns in der vierten Welle des Feminismus, welche besonders von der Generation Y und dem digitalen Zeitalter gezeichnet ist. Da sich die Wellen vor allem auf Frauenbewegungen beziehen, ist zu erwähnen, dass die beiden Begriffe ‚Feminismus‘ und ‚Frauenbewegungen‘ nicht dasselbe aussagen. Frauenbewegungen unterscheiden sich dahingehend vom Feminismus, dass sie einen Wandel anstoßen, um Geschlechtergerechtigkeit zu bewirken; Feminismen fungieren als kritische Denkweisen. Die erste Welle begann mit dem Kampf gegen die Sklaverei und Diskriminierung von Frauen, sowie dem Eintreten für grundlegende Frauenrechte.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und das Untersuchungsinteresse vor, Shirin David als Gegenstand der Analyse im Kontext des modernen Feminismus zu betrachten.
2. Thematischer Rahmen: Es werden die theoretischen Grundlagen zu verschiedenen Feminismus-Strömungen, dem Empowerment-Konzept, der Hip-Hop-Kultur und der Musikvideoanalyse dargelegt.
3. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel erklärt die Anwendung der Musikvideoanalyse nach Claudia Bullerjahn als methodisches Instrument für die Untersuchung der Clips.
4. Analyse: Neben einer Kurzbiografie der Künstlerin werden die drei Musikvideos „Gib ihm“, „Ich darf das“ und „Hoes Up G’s Down“ detailliert analysiert und diskutiert.
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, und es wird ein Fazit über das Empowerment-Potenzial und die Widersprüche in Shirin Davids Schaffen gezogen.
Shirin David, Female Empowerment, Hip-Hop-Feminismus, Popfeminismus, Musikvideoanalyse, Deutschrap, Gender Studies, Selbstdarstellung, Körperpolitik, Medienwissenschaft, Inszenierung, Postfeminismus
Die Bachelorarbeit analysiert das Werk und Auftreten der Rapperin und Influencerin Shirin David im Hinblick auf Female Empowerment und moderne feministische Strömungen innerhalb der männerdominierten Deutschrap-Szene.
Zu den Kernbereichen gehören die verschiedenen Wellen und Strömungen des Feminismus (insbesondere Pop-, Post-, Netz- und Hip-Hop-Feminismus), das theoretische Konzept des Empowerments, die Strukturen der Hip-Hop- und Rap-Kultur sowie die semiotische und visuelle Analyse von Musikvideos.
Es soll herausgefunden werden, inwiefern Shirin David als Vertreterin des Feminismus agiert, ob sie mit ihrer Musik einen echten Beitrag zum Female Empowerment leistet oder ob ihr Auftreten primär als kommerzielle Marketing-Strategie (Femvertising) zu werten ist.
Als methodische Grundlage dient die Musikvideoanalyse nach Claudia Bullerjahn, ergänzt durch Filmsequenzprotokolle sowie die Einbeziehung von Primär- und Sekundärquellen.
Nach einer Einführung in die Künstlerin werden drei ihrer erfolgreichsten Musikvideos („Gib ihm“, „Ich darf das“ und „Hoes Up G’s Down“) szenisch und textlich detailliert untersucht, wobei insbesondere visuelle Repräsentationen, Machtverhältnisse und Geschlechterklischees beleuchtet werden.
Wichtige Schlagwörter sind unter anderem Female Empowerment, Hip-Hop-Feminismus, Musikvideoanalyse, Gender Studies, Körperpolitik, Selbstdarstellung und Hyperfemininität.
Die Arbeit diskutiert intensiv, wie stark hyperfeminine Merkmale und plastische Chirurgie eingesetzt werden, und beleuchtet die Ambivalenz, ob diese Darstellungen als sexpositive Selbstermächtigung oder als unkritische Selbstobjektivierung für den männlichen Blick zu werten sind.
Shirin David orientiert sich stark an US-amerikanischen Rapperinnen und Pop-Ikonen wie Nicki Minaj, Lil’ Kim oder Kim Kardashian, deren Ästhetik und Selbstinszenierungsstrategien sie für den deutschen Markt adaptiert.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass David zwar durch ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre Enttabuisierung von weiblicher Sexualität eine ermutigende Vorbildfunktion einnimmt, gleichzeitig aber durch die Reproduktion normierter Schönheitsideale und gelegentliche illoyale Haltungen gegenüber Frauen auch Widersprüche und Verunsicherungen erzeugt.
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