Magisterarbeit, 2011
89 Seiten, Note: 1
Vorwort
1 Einleitung
1.1 Artikelstammdaten unter Aspekten der Kommunikation
1.2 Hintergrund und Ziele
1.3 Aufbau der Master Thesis
2 Teil A: Theorieteil
2.1 Vorgaben in Normen und Richtlinien
2.1.1 DIN EN ISO 9241
2.1.1.1 DIN EN ISO 9241-110
2.1.1.2 DIN EN ISO 9241-12
2.1.2 VDI 4500 Blatt 3
2.1.3 BMEcat
2.1.4 ETIM
2.1.5 Heinze Baudatenbank
2.2 Verarbeitungsprinzipien für unterschiedliche Textsorten
2.2.1 Aktueller Forschungsstand
2.2.2 Rezeption von gedruckten Dokumenten – Beispiel: Artikelkurztext
2.2.3 Rezeption von Artikelstammdatensätzen bei digitalen Dokumenten
2.2.4 Der Beitrag von Textverständlichkeitsforschung und Terminologielehre zur Strukturierung von Artikelkurztext und Artikellangtext
2.2.4.1 Der Beitrag der Textverständlichkeitsforschung – Artikellangtext
2.2.4.2 Der Beitrag der Textverständlichkeitsforschung – Artikelkurztext
2.2.4.3 Der Beitrag der Terminologielehre
2.2.5 Fazit aus Teil A
2.2.6 Anleitung zur inhaltlichen Strukturierung von Artikelkurztext und Artikellangtext
2.2.6.1 Allgemein
2.2.6.2 Artikellangtext, Anleitung zur inhaltlichen Strukturierung
2.2.6.3 Artikelkurztext, Anleitung zur inhaltlichen Strukturierung
3 Teil B: Empirischer Teil
3.1 Formulierung von Forschungsfrage und Hypothesen
3.1.1 Forschungsfrage
3.1.2 Hypothesen
3.2 Auswahl der Methode
3.2.1 Potentielle Methoden
3.2.2 Gewählte Methode
3.3 Untersuchungsdesign
3.3.1 Auswahl der Interviewpartner
3.3.2 Durchführung
3.4 Vorbereitung
3.4.1 Typisierung
3.4.1.1 Typisierung Artikelkurztext
3.4.1.2 Bewertung
3.4.1.3 Typisierung Artikellangtext
3.4.1.4 Bewertung
3.5 Auswertung der Fragebögen
3.5.1 Auswertungsverfahren der Experteninterviews
3.5.1.1 Kodierung der Fragen
3.5.1.2 Auswertung Themenbereich 1
3.5.1.3 Auswertung Themenbereich 2
3.5.1.4 Auswertung Themenbereich 3
3.5.2 Auswertungsverfahren der Fragebögen
3.5.2.1 Kodierung des Fragebogen Artikelkurztext
3.5.2.2 Kodierung des Fragebogen Artikellangtext
3.5.2.3 Auswertung der Fragebögen
3.6 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.6.1 Interpretation der Ergebnisse der Experteninterviews
3.6.1.1 Interpretation Themenbereich 1
3.6.1.2 Interpretation Themenbereich 2
3.6.1.3 Interpretation Themenbereich 3
3.6.2 Prüfung der Hypothesen und Beantwortung der Forschungsfrage
3.6.2.1 Prüfung der Hypothesen
3.6.2.2 Beantwortung der Forschungsfrage
3.6.3 Fazit aus Teil B
4 Schlussteil
4.1 Übertragbarkeit der Ergebnisse
4.2 Weiterer Forschungsbedarf
4.2.1 „Workaround“
4.2.2 Erkennung eines Artikelstammdatensatzes
4.2.3 Soziale Interaktion
4.3 Empirische Forschung – Reflexion der Vorgehensweise
4.4 Empfehlungen
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Anwendbarkeit ausgewählter Methoden der Technischen Kommunikation auf die inhaltliche Strukturierung von Textfeldern in Artikelstammdatensätzen zu untersuchen, um die Verständlichkeit und Erkennbarkeit für menschliche Nutzer in ERP-Systemen und weiteren Anwendungen zu verbessern.
2.2.1 Aktueller Forschungsstand
Die Kognitionsforschung liefert zu den Fragen von Textverständnis und Aufnahme von Informationen empirische Befunde.
Bei der Wahrnehmung von Text bewegt sich das Auge nicht gleichmäßig über die Zeilen, sondern mit einer Kombination aus Sakkaden – einer Reihe kleiner Sprünge und Fixationen – kleinen Schnappschüssen. Für eine schnelle und gute Textrezeption spielt Vertrautheit und Kontext eine große Rolle. Unvertraute Wörter sind im Kontext mit vertrauten Wörtern besser und schneller zu erkennen.29
Der Prozess des Verstehens wird in der modernen Kognitionsforschung als Kombination aus top-down-Prozessen und bottom-up-Prozessen beschrieben. Ausgehend von höheren Verarbeitungsstufen zu tieferen Verarbeitungsstufen wird bereits vorhandenes Wissen des Lesers aktiviert und interagiert mit den aufgenommenen Informationen.30 Erfahrungen und Vorwissen führen zu einer schnelleren Rezeption des Textes. Nach dem Standardmodell von Chomsky31 lassen sich bei der Rezeption von Texten folgende Ebenen unterscheiden:
• die phonologische Ebene erkennt einzelne Laute;
• die morphologische Ebene erkennt unter Bezug auf das mentale Lexikon einzelne Wörter;
• die syntaktische Ebene stellt die syntaktischen Beziehungen zwischen den Wörtern her;
• schließlich kann noch der Kontext und das Weltwissen herangezogen werden, um den Textinhalt durch textexterne Informationen zu ergänzen.
Das Standardmodell von Chomsky ähnelt sehr stark den vier Stufen der kognitiven Sprachverarbeitung nach Rickheit/Strohner. Zusammengefasst kann man bei der Rezeption von Texten Abstufungen im Grad des Verstehens erkennen. Dieser Grad reicht von rein sprachlicher Erkennung einzelner Worte bis zum tieferen Verstehen von im Text vermittelten Sachverhalten.32
Trotz intensiver Forschung und vielen Veröffentlichungen zum Thema Textrezeption gibt es kein einheitliches, von allen anerkanntes theoretisches Modell.33
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Artikelstammdaten ein, definiert die Problemstellung der mangelnden Verständlichkeit und legt die Ziele sowie den Aufbau der Arbeit fest.
2 Teil A: Theorieteil: Hier werden relevante Normen, Richtlinien und wissenschaftliche Ansätze aus der Textverständlichkeitsforschung und Terminologielehre analysiert, um theoretische Grundlagen für die Strukturierung von Artikeltexten zu schaffen.
3 Teil B: Empirischer Teil: Dieser Teil beschreibt die empirische Untersuchung mittels Experteninterviews und standardisierter Fragebögen, um die Forschungsfrage zu beantworten, Hypothesen zu prüfen und praktische Optimierungsvorschläge abzuleiten.
4 Schlussteil: Im Schlussteil werden die Forschungsergebnisse in einen größeren Kontext eingebettet, die Vorgehensweise reflektiert und abschließende Empfehlungen für die Praxis gegeben.
Artikelstammdaten, Artikelkurztext, Artikellangtext, Technische Kommunikation, Textverständlichkeit, Terminologie, ERP-Systeme, Datenqualität, Experteninterview, Informationsstrukturierung, Stammdatenpflege, Mensch-Computer-Interaktion, Wissenszusammenstellung, Sprachökonomie, Produktidentifikation.
Die Arbeit befasst sich mit der inhaltlichen Strukturierung von Artikelkurz- und Artikellangtexten in Artikelstammdatensätzen, da diese oft für Anwender schwer verständlich sind und Suchvorgänge in ERP-Systemen erschweren.
Die zentralen Felder sind die Anwendung von Methoden der Technischen Kommunikation, die Textverständlichkeitsforschung, die Terminologielehre sowie die praktische Datenpflege in Handels- und Industrieunternehmen.
Ziel ist es zu klären, ob durch die Anwendung von Methoden aus der Terminologielehre und Textverständlichkeitsforschung die inhaltliche Strukturierung von Artikeltexten so verbessert werden kann, dass die Verständlichkeit für den Menschen steigt.
Der Autor verwendet eine qualitative empirische Untersuchung in Form von Leitfadeninterviews mit Experten, angereichert durch einen quantitativen Teil in Form von Fragebögen zur Bewertung verschiedener Textvarianten.
Im Hauptteil (Teil A und B) werden zunächst Normen und Theorien analysiert, gefolgt von einer Feldforschung, in der Experten aus verschiedenen Unternehmensbereichen befragt und Textbeispiele evaluiert werden.
Wichtige Begriffe sind Artikelstammdaten, Textverständlichkeit, Terminologie, ERP-Systeme, Datenqualität und Anwenderperspektive.
Der Autor identifiziert den "Grunddatentext" als eine Zwischenform, die mit 100 Zeichen mehr Raum für Klartext bietet als der auf 40 Zeichen limitierte Artikelkurztext und somit eine bessere Verständlichkeit ohne kryptische Abkürzungen ermöglichen kann.
Der Autor stellt fest, dass eine der Hauptursachen für schlechte Datenqualität in der mangelnden Perspektivenübernahme der Datenerzeuger liegt, die oft nicht die Bedürfnisse der späteren Anwender, wie Verkäufer oder Lageristen, bei der Texterstellung berücksichtigen.
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