Masterarbeit, 2026
152 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand
2.1 Partizipation und partizipative Forschung
2.2 Forschungsethische Aspekte sowie Bedarfe an Barrierefreiheit in der Forschung
2.3 Machtverhältnisse innerhalb der Wissensproduktion
2.3.1 Machtverständnis nach Michel Foucault
2.3.2 Epistemische Gewalt
2.3.3 Machtverständnis nach Foucault im Hinblick auf Menschen mit Behinderungen
2.3.4 Machtverständnis nach Pierre Bourdieu
2.3.5 Machtverständnis nach Bourdieu im Hinblick auf Menschen mit Behinderungen – Verknüpfung vom symbolischen Kapital zu partizipativer Forschung
2.4 Bisheriger Forschungsstand zur Reflexion von Machtverhältnissen in partizipativer Forschung
2.4.1 Subjektorientierung und konstruktivistisches Wissen
2.4.2 Wissenschaft im Spiegel gesellschaftlicher Prozesse
2.4.3 Das Risiko von Scheinpartizipation und Verzerrungen
2.4.4 Ergänzender Forschungsstand
3. Methodik
3.1 Erkenntnistheoretische und methodologische Verortung
3.2 Entwicklung des Bewertungsinstruments unter Berücksichtigung von forschungsethischen Aspekten und Gütekriterien
3.3 Datengrundlage und Auswahl des betrachteten Materials
3.4 Auswertungsstrategie in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse
4. Ergebnispräsentation
4.1 Vorstellung der betrachteten Forschungsprojekte
4.2 Auswahl der betrachteten Ergebniskategorien
4.3 Darstellung der Forschungsergebnisse entlang der Hauptkategorien
4.3.1 Kategorie 1: Umsetzung und Ausgestaltung der Partizipation; Forschendenhaltung
4.3.1.1 Partizipation entlang des Forschungsprozesses
4.3.1.2 Macht(-reflexion) im Forschungsprozess und Forschen auf Augenhöhe
4.3.1.3 Praktische Machbarkeit/Grenzen der partizipativen Forschung
4.3.1.4 Paternalistischer Protektionismus und Spannungsfeld Autonomie/Heteronomie
4.3.2 Kategorie 2: Praktische Relevanz und Wirkungspotenziale
4.3.2.1 Praxisrelevanz und Wirkung
4.3.2.2 Aufzeigen von und Auseinandersetzung mit Ressourcen von Menschen mit Behinderungen
4.3.2.3 Sichtbarmachung von individuellen und strukturellen Problemlagen und Betroffenenperspektiven
4.3.2.4 Wording und dessen Auswirkungen
4.3.2.5 Auseinandersetzung mit der Heterogenität der Menschen mit Behinderungen
4.3.3 Kategorie 3: Barrierefreiheit und Anpassbarkeit
4.3.3.1 Methodenvielfalt und Zugänglichkeit der Materialien
4.3.3.2 Strukturelle Ressourcen und Barrieren
4.3.4 Kategorie 4: Informierte Einwilligung und Transparenz, forschungsethische Hinweise
5. Diskussion
5.1 Interpretation und Einordnung der Ergebnisse vor theoretischem Hintergrund, Einbettung in Forschungsstand
5.1.1 Auseinandersetzung mit der Heterogenität der Gruppe der Menschen mit Behinderungen
5.1.2 Der paternalistische Protektionismus
5.1.3 Das Dilemma zwischen strategischem Essentialismus und der Dekonstruktion von Differenzkategorien
5.1.4 Partizipative Forschung als Einfluss auf Sprache, Deutungshoheit u. symbolische Macht
5.1.5 Veränderung des Selbstverständnisses der Co-Forschenden durch partizipative Forschung
5.1.6 Grenzen und Herausforderungen partizipativer Forschung
5.2 Limitationen der Studie
5.3 Reflexion
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, Machtverhältnisse und Umsetzungsqualitäten in partizipativen Forschungsprojekten mit Menschen mit Behinderungen aus einer machtkritischen Perspektive multiperspektivisch zu analysieren und theoretisch zu reflektieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie werden Barrierefreiheit und Teilhabe in partizipativen Forschungsprojekten aus den letzten zehn Jahren, die Menschen mit Behinderungen einbeziehen, umgesetzt und welche entsprechenden Potenziale und Grenzen bietet partizipative Forschung zur Reflexion von Macht und zur Förderung inklusiver Wissenschaftspraxis?
2.1 Partizipation und partizipative Forschung
Bei Partizipation handelt es sich um Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten, die beispielsweise Nutzende sozialpädagogischer Dienste in Anspruch nehmen können (vgl. Thiersch / Grunwald / Köngeter 2012, 189). Für Menschen mit Behinderungen ist in der UN-BRK festgelegt:
„Bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Vorschriften und politischen Konzepten zur Durchführung dieses Übereinkommens und bei anderen Entscheidungsprozessen in Fragen, die Menschen mit Behinderungen betreffen, führen die Vertragsstaaten mit den Menschen mit Behinderungen, einschließlich Kindern mit Behinderungen, über die sie vertretenden Organisationen enge Konsultationen und beziehen sie aktiv ein.“ (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen 2018, 10)
Grundsätzlich sieht die UN-BRK vor, dass Menschen mit Behinderungen die gleichwertige Teilhabe am täglichen Leben und Alltag gewährt werden muss (vgl. Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen 2018, 9). Dazu gehört auch die Forschung. Forschungsvorhaben sollten dementsprechend möglichst barrierefrei und auch partizipativ gestaltet sein, um die Lebensrealitäten aller Menschen zu beachten und einzubinden. Forschung soll einen Sinn und ein Ziel für die Realisierung der Rechte der Betroffenen haben (vgl. Munde / Tillmann 2022, 75); etwa soll sie dazu beitragen, dass sich ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre Rechte gewahrt und umgesetzt werden. Menschen sollen also selbstbestimmt auf ihre Lebenspraxen Einfluss nehmen (vgl. Bergold / Thomas 2020, 115).
Ansätze des gemeinsamen Forschens werden unter dem Begriff Partizipative Forschung subsumiert. Dabei handelt es sich um „[...] Forschungsansätze, die soziale Wirklichkeit partnerschaftlich erforschen und beeinflussen“ (von Unger 2014a, 1) im Sinne einer Koproduktion verschiedener Akteur*innen (vgl. PartNet 2015, 32). Ein besonderer Fokus bei partizipativer Forschung liegt auf der Partnerschaftlichkeit. Partizipative Forschung bezieht – im Idealfall – die betroffenen*innen in alle Schritte der Forschung ein.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Inklusion, Barrierefreiheit und partizipativer Forschung ein, formuliert die Forschungsfrage und skizziert das Erkenntnisinteresse der Arbeit.
2. Theoretischer Hintergrund und Forschungsstand: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch durch die Konzepte von Partizipation, Foucaults Machtverständnis, Bourdieu’s Kapitaltheorie und den bisherigen Forschungsstand zur Machtreflexion.
3. Methodik: Hier wird das qualitative Forschungsdesign, die Entwicklung des Bewertungsinstruments, die Datengrundlage sowie die Auswertungsstrategie mittels qualitativer Inhaltsanalyse transparent beschrieben.
4. Ergebnispräsentation: Die Ergebnisse der untersuchten Forschungsprojekte werden entlang der vier Hauptkategorien (Partizipationsgrad, Praxisrelevanz, Barrierefreiheit und Ethik) detailliert dargestellt.
5. Diskussion: Die Befunde werden kritisch vor dem theoretischen Hintergrund interpretiert, in den Forschungsstand eingeordnet sowie Limitationen und Reflexionen der Autorin aufgezeigt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Partizipative Forschung, Menschen mit Behinderungen, Machtverhältnisse, Machtreflexion, Barrierefreiheit, Inklusion, Wissensproduktion, Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Qualitative Inhaltsanalyse, Empowerment, Bewertungsinstrument
Die Arbeit befasst sich mit der multiperspektivischen Analyse von Machtverhältnissen und der Umsetzungsqualität in partizipativen Forschungsprojekten, die Menschen mit Behinderungen einbeziehen.
Zu den Kernbereichen gehören Partizipation, Barrierefreiheit, forschungsethische Aspekte, Machttheorien nach Foucault und Bourdieu, Wissensproduktion sowie die praktische Umsetzung in Forschungsprojekten.
Das Ziel ist es, anhand eines qualitativen Bewertungsinstruments aus machtkritischer Perspektive zu untersuchen, wie Barrierefreiheit und Teilhabe in partizipativen Studien umgesetzt wurden und welche Potenziale und Grenzen sich daraus ergeben.
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign angewandt, das auf einer systematischen Literaturrecherche, der Entwicklung eines deduktiv-induktiven Kategoriensystems und der Auswertung in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring und Fenzl basiert.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Methodik, die Präsentation der Ergebnisse aus fünf ausgewählten Forschungsprojekten sowie eine tiefgehende Diskussion der Befunde.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Partizipative Forschung, Menschen mit Behinderungen, Machtreflexion, Barrierefreiheit, Foucault, Bourdieu, qualitative Inhaltsanalyse und Empowerment.
Partizipation wird als partnerschaftliche Mitbestimmung und Einbindung von Menschen mit Behinderungen über alle Phasen des Forschungsprozesses hinweg verstanden, wobei zwischen verschiedenen Stufen von reiner Information bis hin zu echter Entscheidungsmacht unterschieden wird.
Foucaults Machtverständnis und das Konzept der epistemischen Gewalt sowie Bourdieus Kapitaltheorie und der Habitus-Begriff dienen als theoretische Werkzeuge, um Machtstrukturen und Ungleichheiten in der akademischen Wissensproduktion zu dekonstruieren.
Barrierefreiheit wird nicht nur als bauliche oder visuelle Zugänglichkeit verstanden, sondern umfasst auch den Einsatz von Leichter Sprache, alternativen Kommunikationsformen und die Vermeidung emotionaler Belastungen für die Co-Forschenden.
Die Arbeit reflektiert unter anderem das Risiko von Scheinpartizipation, den Einfluss bestehender Hierarchien, die Beschränkung auf deutschsprachige Literatur sowie die Herausforderung, akademische Anforderungen mit den Bedürfnissen marginalisierter Gruppen in Einklang zu bringen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

