Masterarbeit, 2011
107 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Konjunktur
2.1 Konjunktur und Wachstum
2.2 Konjunkturzyklen und konjunkturelle Wendepunkte
2.2.1 Der Konjunkturzyklus
2.2.2 Die Konjunkturphasen
2.2.2.1 Expansion
2.2.2.2 Hochkonjunktur
2.2.2.3 Rezession
2.2.2.4 Depression
2.3 Resümee
3 Referenzzeitreihen der Konjunktur
3.1 Probleme der Messung
3.2 Bruttoinlandsprodukt
3.3 Produktionsindex des Produzierenden Gewerbes
3.4 Verfahren zur Filterung von Zeitreihen
3.4.1 Hodrick-Prescott-Filter
3.4.2 Baxter-King-Filter
3.4.3 Christiano-Fitzgerald-Filter
3.4.4 Vergleich der Verfahren
3.5 Resümee
4 Indikatoren der Konjunktur
4.1 Konjunkturindikatoren
4.2 Konjunkturindikatoren des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung
4.2.1 ifo Geschäftsklima für die Gewerbliche Wirtschaft
4.2.2 ifo Konjunkturuhr für die Gewerbliche Wirtschaft
4.3 Überprüfung von Konjunkturindikatoren
4.4 Resümee
5 Theorie: Verfahren zur Identifikation von konjunkturellen Wendepunkten
5.1 Probleme der Identifikation
5.2 Verfahren zur Identifikation
5.2.1 Dreimal-Regel
5.2.2 Presse-Regel
5.2.3 Boldin-Modifikation der Presse-Regel
5.3 Resümee
6 Empirie: Identifikation von konjunkturellen Wendepunkten
6.1 Anwendung der Verfahren
6.1.1 Dreimal-Regel
6.1.2 Presse-Regel
6.1.3 Boldin-Modifikation der Presse-Regel
6.2 Vergleich der Verfahren
6.3 Resümee
7 Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Master-Thesis ist die Untersuchung und kritische Überprüfung von nicht-parametrischen Methoden zur Identifikation konjunktureller Wendepunkte in der deutschen Wirtschaft. Die zentrale Forschungsfrage lautet dabei: „Lassen sich mit Hilfe der Dreimal-Regel, der Presse-Regel und der Boldin-Modifikation konjunkturelle Wendepunkte zuverlässig identifizieren?“
5.2.1 Dreimal-Regel
Die Dreimal-Regel als Vertreter der nicht-parametrischen Verfahren wurde von Zarnowitz und Vaccara (1977) bereits vor ca. 35 Jahren vorgeschlagen und hat damals die Zweimal-Regel abgelöst. Demzufolge soll ein Wendepunkt im Konjunkturzyklus vorliegen, wenn sich ein Frühindikator dreimal anstatt (wie zuvor) zweimal in Folge in eine neue Richtung entwickelt. Diese sogenannte Dreimal-Regel wird auch als inoffizielle Faustregel vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung im Zusammenhang mit dem Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft angewandt und basierte bis 2003 lediglich auf Erfahrungswerten (Kater et. al, 2008, S. 97). Kunkel (2003, S. 17 ff.) überprüft die Methode im Namen des ifo Instituts erstmals empirisch auf seine Aussagekraft und seine Arbeit wird für die folgende Erläuterung herangezogen.
Im Zusammenhang mit dem Geschäftsklima sagt die Dreimal-Regel Folgendes aus: „Wenn sich das Geschäftsklima dreimal in Folge entgegen der bisherigen Entwicklungsrichtung verbessert oder verschlechtert, kann man davon ausgehen, dass ein nachhaltiger Wechsel in eine andere Konjunkturphase eingeleitet ist.“ Kunkel (2003, S. 17).
Mit anderen Worten: Wenn sich die Wirtschaft beispielsweise in einer Rezession, also in einem Abschwung befindet und in dieser Zeit das Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft dreimal in Folge ansteigt und damit ein Umkehrsignal liefert, kann davon ausgegangen werden, dass i eine Wende der Wirtschaft in Gestalt einer Expansion stattfindet und ii demzufolge ein Wendepunkt in Form einer Depression zu datieren ist.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Konjunkturzyklen und Definition der Forschungsfrage.
2 Konjunktur: Theoretische Abgrenzung von Konjunktur und Wachstum sowie Erläuterung der Konjunkturphasen.
3 Referenzzeitreihen der Konjunktur: Untersuchung der Messmethoden und Filterverfahren wie Hodrick-Prescott- oder Christiano-Fitzgerald-Filter.
4 Indikatoren der Konjunktur: Analyse ökonomischer Frühindikatoren, insbesondere des ifo Geschäftsklimas.
5 Theorie: Verfahren zur Identifikation von konjunkturellen Wendepunkten: Theoretische Vorstellung der Identifikationsregeln.
6 Empirie: Identifikation von konjunkturellen Wendepunkten: Anwendung und empirischer Vergleich der Identifikationsregeln.
7 Schlussbetrachtung: Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick.
Konjunkturzyklus, Wendepunkte, Dreimal-Regel, Presse-Regel, Boldin-Modifikation, Geschäftsklima, Zeitreihenanalyse, Hodrick-Prescott-Filter, Baxter-King-Filter, Christiano-Fitzgerald-Filter, Wirtschaftsindikatoren, Konjunkturprognose, ifo Institut, Rezession, Expansion.
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation von konjunkturellen Wendepunkten, also Zeitpunkten, an denen sich die wirtschaftliche Lage von einem Aufschwung in einen Abschwung oder umgekehrt wandelt.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung von Konjunkturzyklen, der methodischen Aufbereitung von Zeitreihen durch Filter sowie der praktischen Anwendung von Entscheidungsregeln.
Das Ziel ist die Evaluierung, ob spezifische nicht-parametrische Verfahren (Dreimal-Regel, Presse-Regel, Boldin-Modifikation) geeignet sind, zuverlässige Aussagen über den wirtschaftlichen Wendepunkt in Deutschland zu treffen.
Es werden mathematische Filter (insb. Christiano-Fitzgerald-Filter) zur Bereinigung von BIP- und Produktionsdaten genutzt, kombiniert mit regelbasierten Identifikationsalgorithmen für Wendepunkte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Filter- und Identifikationsmethoden und deren anschließende empirische Anwendung auf deutsche Wirtschaftsdaten der Jahre 1991 bis 2011.
Die zentralen Begriffe sind Konjunkturzyklus, Wendepunkt-Identifikation, ifo Geschäftsklima, Zeitreihenfilterung und Wirtschaftsindikatoren.
Der empirische Vergleich zeigt, dass dieser Filter die glatteste Kurve produziert und die wenigsten Datenpunkte bei der Bereinigung verliert, weshalb er für die Analyse als am besten geeignet gilt.
Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Presse-Regel zu stark vereinfacht ist und für eine präzise Identifikation von Wendepunkten in der Praxis nicht ausreicht.
Es dient als qualitativer Frühindikator und ist essenzieller Bestandteil der untersuchten "Dreimal-Regel", um durch seine Vorlaufzeit von etwa 4 Monaten frühzeitig auf wirtschaftliche Veränderungen hinzuweisen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

